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Borussia Mönchengladbach: Denis Zakarias und Florian Neuhaus' Ausfälle bereiten Probleme

Rose muss im Mittelfeld umbauen : Darum hat Borussia jetzt ein zentrales Problem

Denis Zakaria verletzte sich gegen Dortmund, Florian Neuhaus sah die fünfte Gelbe Karte. Marco Rose muss umbauen im Mittelfeld. Doch Borussias Alternativen sind eher Kompromisse.

Nach dem Spiel konnte Denis Zakaria wieder allein die Heimreise antreten. Wenige Stunden zuvor mussten ihn noch Teamarzt Stefan Hertl und Physiotherapeut Hendrik Schreiber stützen auf dem Weg in die Kabine. Nach einer halben Stunde musste Zakaria ausgewechselt werden beim 1:2 der Borussen gegen Borussia Dortmund, nachdem er bei einem Rettungsversuch mit Keeper Yann Sommer zusammenprallte. Es war ein dramatisches Bild, das aber glücklicherweise keine dramatischen Folgen hatte. „Es ist nicht so schlimm“, sagte Zakaria, dessen linkes Knie lädiert ist, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich werde alles versuchen, um gegen Köln dabei zu sein, aber das wird eher schwierig. Lange wird es aber nicht dauern.“

Bei allem Optimismus des Schweizer Nationalspielers wäre schon sehr überraschend, wenn er beim Derby am Mittwoch dabei sein könnte. Auch die Partie am Sonntag in Frankfurt ist gefährdet. Trainer Marco Rose muss also erstmal ohne den Mann auskommen, der immer gesetzt ist, wenn er fit ist. Nur ein Spiel verpasste Zakaria, in Wolfsburg (1:2) war er aufgrund einer Gelbsperre nicht dabei. Wie sehr Gladbach dieser Verlust traf, wurde in Wolfsburg offensichtlich, dieses Mal sollte es besser gelingen, den 23-Jährigen zu ersetzen.

Schwerer macht diese Aufgabe jedoch die Tatsache, dass Zakaria nicht der einzige Mittelfeldspieler ist, der gegen Köln ausfallen wird. Florian Neuhaus sah in der Schlussphase gegen Dortmund nach einem Handspiel die Gelbe Karte, es war die fünfte Verwarnung in dieser Saison, er ist also für die nächste Partie gesperrt.

Zakaria und Neuhaus sind die beiden wichtigsten Stützen im Gladbacher Mittelfeld gewesen in den vergangenen Wochen, nun fehlen sie gegen die Kölner, die derzeit einen Lauf haben. Rose hat vor dem Derby also ein zentrales Problem. Borussias Trainer hat nun einige Lösungsmöglichkeiten und muss die richtige Variante für das Derby finden.

Aufgrund der Eindrücke gegen Dortmund ist es wahrscheinlich, dass Borussia auch im Derby mit einer Dreierkette agiert. Tony Jantschke hat gezeigt, dass sich das Team immer auf ihn verlassen kann, er harmoniert gut mit Matthias Ginter und Nico Elvedi in der Abwehr. Christoph Kramer hat davor eine ordentliche Partie gezeigt, es besteht kein Grund, ihn sofort wieder aus der Startelf zu nehmen. Sollte Rose tatsächlich bei seinem Dreierketten-System bleiben, ist die Frage, wer Kramers Nebenmann wird.

Tobias Strobl hatte in Augsburg (3:2) einen Sechser-Platz inne, eine Kombination aus ihm und dem Weltmeister von 2014 würde aber eine sehr defensive Ausrichtung bedeuten. Anders wäre das bei Laszlo Bénes, der in der Rückrunde aber noch gar nicht eingesetzt wurde und gegen den BVB nach Klubangaben aus gesundheitlichen Gründen nicht im Kader war.

Dementsprechend ist es durchaus denkbar, dass ein Spieler wieder in eine defensivere Rolle rückt, nachdem er vor einigen Wochen in den Angriff beordert wurde und dort wieder zu alter Stärke fand. Jonas Hofmann hatte Probleme als Sechser in der Hinrunde und zeigte sich zuletzt in einer deutlich besseren Form auf der Zehn oder als Rechtsaußen. Er ist aber der einzige der einsatzbereiten Borussen, die im zentralen Mittelfeld bislang gespielt haben, im Spielrhythmus sind und dazu eine Offensiv-Defensiv-Balance mit Kramer herstellen könnten.

Bis Mittwoch hat Rose Zeit, um sein zentrales Problem zu lösen. In der Hinrunde hat er aufgrund einer zwischenzeitlichen Verletzungsmisere schon seine Kreativität in der Startelf-Findung unter Beweis stellen müssen. Nun ist die wieder gefragt – jedoch in einem sehr entscheidenden Spiel auf einer sehr entscheidenden Position.