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Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria vor Comeback gegen den FC Augsburg - Marco Rose freut sich riesig

Gegen Augsburg wieder im Borussia-Kader : Für Rose eine Wucht – Zakaria ist zurück

Denis Zakaria wird am Samstag gegen den FC Augsburg erstmals seit dem 7. März, als er sich gegen Borussia Dortmund eine Knorpelverletzung zuzog, wieder im Borussen-Kader sein. Trainer Marco Rose ist voller Vorfreude.

Es hat schon etwas zu bedeuten, wenn ein Verein extra für einen Fußballer ein Spiel ansetzt. Oft sind es Abschiedsspiele, um auf angemessene Weise „Adieu“ zu sagen, um dem Scheidenden zu zeigen, wie sehr man ihn und seine Arbeit wertschätzt. Auch für Denis Zakaria wurde nun extra ein Spiel angesetzt.

Allerdings nicht, um den Schweizer Mittelfeldmann zu verabschieden. Im Gegenteil: Jene Borussen-Profis, die nicht mit ihren Nationateams unterwegs waren, trafen sich mit der eigenen U19-Mannschaft, um in diesen 90 Minuten über „den großen Platz“, wie Trainer Marco Rose berichtete, Zakaria Spielpraxis zu verschaffen. Es geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit, doch am Ende stand die wichtige Erkenntnis: Nach seiner Knorpelverletzung, die er sich am 7. März beim 1:2 gegen Borussia Dortmund zugezogen hat, ist Zakaria wieder so weit, ein Teil des Gladbacher Kaders zu sein beim Heimspiel gegen den FC Augsburg an Samstag (15.30 Uhr/Sky).

258 Tage ist es her, dass Zakaria für Borussia im Einsatz war. Nach dem Zusammenprall mit seinem eigenen Torwart Yann Sommer musste er am Knie operiert werden, danach arbeitete er beharrlich am Comeback. Dieses hatten sich die Borussen früher erhofft, für Mitte Oktober eigentlich, doch es gab immer wieder Reaktionen im Gelenk. Nun ist Zakaria bereit.

„Denis wird am Samstag dabei sein. Er wird auf der Bank sitzen und tatsächlich eine Option sein. Wir haben ihn in eine gute Verfassung gebracht. Er fühlt sich gut und ist schmerzfrei“, gab Trainer Marco Rose am Donnerstag bekannt. Seine Worte kamen einer Verkündung gleich, die Glücksgefühle, die in diesem Moment in vielen Gladbach-Fans aufstiegen, waren förmlich zu greifen. Auch Rose lächelte zufrieden, schließlich ist Zakaria einer seiner Musterschüler und nebenbei der aktuell wertvollste Profi im Borussen-Kader.

Dass es ausgerechnet gegen den FC Augsburg so weit ist, passt in Zakarias Vita, seit er vor drei Jahren Borusse wurde. Am 26. August 2017 schoss er sein erstes Bundesliga-Tor beim 2:2 der Gladbacher in Augsburg, vergangene Saison löste er mit seinem Treffer zum 1:0 die Torlawine beim 5:1 gegen Augsburg aus, die ein wichtiger Schritt war in der Rose-isierung des Borussen-Fußballs. Zakaria ist mit seiner Dynamik, seine Wucht und seinem Willen der perfekte Spieler für das, was Roses Idee vom Spiel ausmacht.

„Aber man sieht, dass er Zeit braucht. Es wird nicht vom ersten Tag an der Zakaria sein, den wir kennen. Er wird über die nächsten Wochen immer wieder Einsatzzeiten bekommen“, schränkte Rose ein. Über Monate hat Zakaria gefehlt, es hatte ihn schwer erwischt einst im März. Er werde in den kommenden Wochen immer wieder zu Einsätzen kommen, gab Rose den Plan für Zakaria bekannt, er soll behutsam aufgebaut werden, um zu alter Stärke zu kommen. Geduld ist gefragt, auch wenn sie schwer fallen wird, sowohl Zakaria als auch seinem Trainer. Denn so viel Potenzial nicht nutzen zu können, obwohl es als Option da ist, dazu gehört schon einige Disziplin.

Dass Zakaria aber bei günstigem Spielverlauf schon gegen Augsburg sein Comeback feiert und, einen Tag nach seinem 24. Geburtstag, sein 97. Pflichtspiel für Gladbach macht, ist nicht ausgeschlossen. Es wäre ganz sicher gut für die Psyche des Ehrgeizigen, Balsam für seine Seele, denn er hat Monate und viele Spiele verloren wegen.

Nun ist er nicht mehr im Krankenstand oder in der Reha, nicht mehr in der Warteschleife. Dass er damit allerdings  auch wieder ganz anders im Schaufenster steht, ist allen Beteiligten klar. Es könnte seine letzte Saison in Gladbach sein, das ist zu vermuten, wäre es so, begänne nun die Abschiedstour. Auf der kann er sich präsentieren – was seinen Preis wieder wachsen lässt aus Borussen-Sicht.

Es ist nicht utopisch, dass Zakaria angesichts des engen Spielplans, der nun wartet mit zehn Pflichtspielen bis Weihnachten, sogar bald zur Startelf gehören wird. Schließlich ist in Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) eine Variante für die Doppelsechs weggefallen, weswegen Zakarias Rückkehr passend kommt, um den Viel-Spielern Christoph Kramer und Florian Neuhaus mal Pause zu gönnen.

Was Zakarias Rückkehr zudem ist: eine Botschaft. An die Konkurrenz, dass Gladbach wieder viel Qualität aktiv in der Hinterhand hat. Aber auch ans eigene Team: mehr Power, mehr Konkurrenzkampf. Der indes soll den Nachwuchs nicht ganz wegspülen. Rocco Reitz „hat seine Heimat in der ersten Mannschaft. Der Kader gibt viel her, aber wir werden immer ein Auge auf ihn haben“, sagte Rose. Doch dass Zakaria zurück ist, das ist für den Trainer eine Wucht. Das war deutlich zu spüren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Denis Zakaria