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Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria spricht über seine komplizierte Zeit

„Hatte einen Namen, der von Bedeutung war“ : Zakaria spricht über seine komplizierte Zeit bei Borussia

Im Schweizer „Blick“ hat Borussias Mittelfeldspieler Einblicke in sein Seelenleben gegeben und über die zurückliegende Transferperiode gesprochen. Am Mittwoch spielt er mit der Schweizer Nati, wo er gerade weitere Spielpraxis sammelt, in Nordirland.

In den vergangenen Monaten wurde viel über Denis Zakaria geredet. Über seine Schwierigkeiten, nach der langen Verletzungszeit wieder in Form zu kommen, über seine verkorkste EM, vor allem über seine Zukunft und über die Spekulationen über viele neue mögliche Arbeitgeber. Der 24-Jährige selbst indes äußerte sich kaum zu seinem Befinden. Nun, nach dem 0:0 der Schweizer gegen Europameister Italien, sprach er im Schweizer „Blick“ offen über sein Seelenleben.

Das vergangene Jahr hat dem Mittelfeldmann zugesetzt. „Es war nicht einfach, ich werde Sie nicht anlügen. Ich hatte einen Namen, der auf dem Markt von Bedeutung war und wurde nun weit zurückgeworfen. Es war keine einfache Saison. Im Fußball geht alles schnell. Mir wurde mehr denn je bewusst, dass einem nichts geschenkt wird“, gab Zakaria zu.

Das musste er auch bei der EM erfahren. Statt gesetzt zu sein, war er nur der dritte Mann im zentralen Mittelfeld hinter Granit Xhaka und Remo Freuler. „Es war sehr hart. Remo ist ein sehr guter Spieler, und er hat es auch verdient, bei diesem großartigen Turnier mitzuspielen. Trotzdem hatte ich Erwartungen. Ich habe mein Bestes gegeben, als ich die Chance hatte, reinzukommen. Persönlich war diese EM aber enttäuschend“, sagte Zakaria.

Vor seiner Knorpelverletzung am 7. März 2020 im Spiel der Borussen gegen Dortmund schien er auf dem Weg, ein 50- bis 60-Millionen Deal für Gladbach zu werden, mithin der Rekord-Transfer, doch zuletzt waren es weit geringere Summen, für die er gehandelt wurde. Zuletzt hieß es, der Wechsel zur AS Roma mit Trainer José Mourinho sei schon abgemachte Sache. „Es gibt nichts Konkretes“, stellte Zakaria aber klar.

Sein Vertrag läuft 2022 aus, deswegen und wegen der Verpflichtung von Manu Koné war anzunehmen, dass Borussia Zakaria auch zum geringeren Kurs gern abgegeben hätte, unter anderem, um Geld für mögliche Einkäufe zu haben. Er habe sich nicht gedrängt gefühlt, „aber ich hatte das Gefühl, dass einige Leute sich gewünscht hätten, dass ich Geld zurück in den Klub bringe. Leider waren nicht alle einverstanden“, sagte Zakaria.

Nun geht es in die Verhandlungen mit Manager Max Eberl über einen eventuellen neuen Vertrag. Zakaria lässt offen, wie es über 2022 hinaus weitergeht, er hat indes alle Karten in der Hand. „Ob ich bei Gladbach verlängere oder den Klub verlasse, ist heute noch nicht abzusehen. Im Moment bin ich hier und habe viel Spaß“, sagte Zakaria.

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Eberl hatte angedeutet, dass Zakaria gehen wollte. „Das waren nur Gerüchte, sodass ich einen kühlen Kopf bewahren konnte. Ich fühle mich in Gladbach wohl und freue mich darauf, dort zu bleiben“, sagte der Schweizer nun aber. Beim 1:2 bei Union Berlin feierte er ein starkes Comeback, in dieser Form dürfte er bei Trainer Adi Hütter, der ihn einst in Bern entdeckte, am Sonntag gegen Bielefeld gesetzt sein.

Ob das auch am Mittwochabend beim WM-Qualifikationsspiel der Schweiz in Nordirland (20.45 Uhr) der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Gegen Italien war Zakaria trotz des Fehlens Kapitän Granit Xhaka (Covid-Infektion) nur Ersatz. Er könne das nachvollziehen, versicherte Zakaria, dem die Spielpraxis fehlt.

Doch er ist dabei, wieder der Alte zu werden, das zeigte sein Kurzeinsatz in Berlin. „Ich würde sagen, ich bin auf dem richtigen Weg. Ich habe noch viel Arbeit vor mir, aber es kommt zurück. Die Frage ist: Kann es schon reichen, um 90 Minuten zu spielen? Ich hoffe es, aber zwischen Covid, das ich mir zugezogen habe, und meiner Verletzung muss ich vorsichtig sein“, sagte Zakaria.