Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria setzt in der "Nati" seinen Höhenflug fort

Assist für die Schweiz : Borussias Zakaria setzt seinen Höhenflug fort

Borussias Mittelelfeldmann Denis Zakaria leitet das 1:0-Siegtor der Schweiz gegen Georgien ein. Das passt. In Gladbach verkörpert er das Prinzip Rose. Das macht ihn für viele Topklubs interessant.

Dass Denis Zakaria beim 1:0 der Schweiz im vorletzten Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2020 gegen Georgien eine besondere Rolle gespielt hat, passt. Schließlich ist der Mittelfeldmann aus der Schweiz gerade im Höhenflug. Bei Borussia, seinem Arbeitgeber, ist er der Motor des Bundesliga-Tabellenführers – was ihn bei vielen Top-Klubs in den Fokus rückt. Für die Schweiz bereitete er nun das Siegtor von Cedric Itten vor. Nach diesem Sieg fehlt den Eidgenossen wegen des gewonnenen direkten Vergleichs gegen Irland ein Unentschieden für die Teilnahme an der EM.

Am Montag spielen die Eidgenossen in Gibraltar beim Schlusslicht ihrer Qualifikationsgruppe. Tendenz: Zakaria hat mit seinem Assist das EM-Ticket für die Schweiz mitgebucht. Auch Yann Sommer und Nico Elvedi gehörten zum Team, sie halfen, die Null zu halten. Da eigentlich auch Breel Embolo, der aktuell verletzt ist, zum Schweizer Team gehört, wird Borussia allein durch die Schweiz vierfach vertreten sein bei der EM.

Zakaria ist ein außergewöhnlicher Typ Fußballer. Mit seinen langen Beinen ist er im Umschaltspiel schnell unterwegs und schafft es gefühlt mit drei, vier Schritten von Strafraum zu Strafraum. Und hinten saugt er förmlich die Bälle weg. Er ist der perfekte Sechser, auch, weil er in dieser Saison strategisch-taktisch nochmal stark zugelegt hat. Auch als „Libero“ in der Dreierkette war Zakaria auffallend stark. Er verkörpert wie kaum ein anderer das Prinzip seines Trainers Marco Rose. „Das ist mein Spiel. Immer drauf, immer mit Tempo“, sagte er zuletzt dem Schweizer „Blick“.

Einer wie Zakaria weckt Begehrlichkeiten. Längst stehen reihenweise Topklubs, vor allem aus England, auf der Liste derer, die Interesse haben sollen. Bis 2022 ist Zakarias Vertrag bei Borussia datiert, dass er diesen erfüllen wird, ist wohl nicht sehr wahrscheinlich. Eventuelle Ablösesummen von 50 bis 60 Millionen Euro werden spekuliert - eine Ausstiegsklausel hat Zakaria nicht, das bestätigte Borussia Manager Max Eberl zuletzt. Bislang hält Granit Xhaka den Transfererkord mit 45 Millionen Euro, die der FC Arsenal aus London zahlte. Zakaria wird diesen übertrumpfen.

Aber nicht in der Winter-Transferperiode. Zum einen hat sich, laut Eberl, noch kein Klub konkret gemeldet, zum anderen wird Borussia nicht eine ihrer Säulen einfach verkaufen. Zu wichtig ist Zakaria für Rose und das Team.

Zakaria lässt sich von den Gerüchten um seine Person nicht aus der Ruhe bringen, er empfindet die Themen, die ihn umkreisen, nicht als Belastung, sondern als Ansporn. „Klar macht es mich sehr stolz, wenn solche Mannschaften Interesse an mir ­haben. Das gibt mir nochmals ­einen Schub und Motivation, um noch härter zu arbeiten. Denn ich kann mich überall noch verbessern“, sagte er dem „Blick“.

Über die riesigen Ablösesummen, die im Raum stehen, macht er sich keine Gedanken. „Natürlich bin stolz, dass ich für ­Gladbach derart wertvoll geworden bin. Aber ich will lieber Fußball spielen, als über Zahlen nachzudenken“, sagte er. Bis Montag denkt er nun an Gibraltar. Das nächste Spiel soll ihm, Sommer und Elvedi die EM-Teilnahme bescheren. „Ich werde alles dafür geben, dass wir uns für die EM qualifizieren“, sagte er vor dem Georgien-Spiel. Gegen Georgien hat er diese Worte mit Taten untermauert. Das will er auch in Gibraltar tun.