Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria kann das 1:3 gegen den SC Freiburg nicht verhindern

Mehr Wucht in Borussias Spiel : Heckings Idee mit Zakaria ging nicht auf

Denis Zakaria ist gegen Freiburg in Borussias Startelf aufgerückt. Er sollte der Mannschaft mehr Wucht bringen. Das tat er auch. Doch auch er konnte nichts daran ändern, dass das Spiel nach der Pause verdient verloren ging.

Borussia garnierte die Twitter-Mitteilung zur Aufstellung für das Spiel am Freitagabend beim SC Freiburg mit einem kleinen Video. Das zeigte Denis Zakaria, der breit grinste und auf sich selbst zeigte. Damit illustrierte der Klub die einzige Änderung seines Personals, zu der sich Trainer Dieter Hecking nach dem 4:0 gegen Mainz entschlossen hatte. Zakaria kam für Florian Neuhaus ins Team und bildete mit Jonas Hofmann die Doppel-Acht. Dahinter gab, wie gegen Mainz, Tobias Strobl den Single-Sechser. „Wir haben viel Qualität im Zentrum und ich wollte einen frischen Mann haben. Denis tut uns gerade auswärts mit seiner defensiven Strukturiertheit und seiner Robustheit gut“, erklärte Hecking seine Entscheidung.

Die Aufgabe für die dem Dreieck im zentralen Mittelfeld Zugehörigen ist laufintensiv. Weswegen Hecking immer wieder leichte Veränderungen vornimmt, um den Spielern Ruhephasen zu geben. „Frische ist sehr wichtig“, befand auch TV-Experte Matthias Sammer. Zakaria gehörte zum vierten Mal in dieser Spielzeit zur Startelf, zum dritten Mal auswärts. Beim 2:4 in Berlin war es so, auch beim 2:2 in Wolfsburg. Und nun beim 1:3 in Freiburg.

Zakaria tat, was Hecking von ihm erwartete. Er warf sich mit seiner Wucht ins Spiel, versuchte etwas mehr aus der Tiefe als es zum Beispiel Neuhaus tut, Druck auf die Freiburger zu machen, der vordere Anläufer ist in dieser Konstellation Hofmann. Gegen den Ball ließ sich Zakaria zurückfallen neben Strobl.

Zunächst aber war das Zentrum offen, und weil Matthias Ginter Luca Waldschmidt anschoss und Yann Sommer den Freiburger dann am Fuß traf, gab es nach nur zehn Sekunden Elfmeter. Einen Blitz-Elfmeter hatte es das schon mal mit Gladbacher Beteiligung gegeben – 1998, damals bei 1860 München (1:3). Bernhard Winkler verwandelte aber nicht. Nils Petersen machte es jetzt besser.

Zakaria hatte vor dem 0:1 noch keinen Ballkontakt. Das änderte sich schnell, denn der Schweizer war recht gut im Spiel und versuchte sich als Ankurbler. Sein Sololauf nach sechs Minuten war das Signal an alle: Borussia suchte nach dem Rückstandes ihr Heil im Angriff. „Es war unsere beste Phase“, fand Hecking.

Beachtlich war in dieser Zeit Zakarias Passquote, die zwischenzeitlich bei 93 Prozent lag. Eben diese Sicherheit war nötig, um das stets wilde Freiburger Spiel einzufrieden, auch Strobl, der gegen Mainz zurückgekehrt war in die erste Elf, ist ein Spiel-Beruhiger. Nach vorn jedoch galt: Attacke, und auch das ist Zakarias Ding. Kurz vor der Pause eroberte er tief in der Freiburger Hälfte einen Ball, doch die Chance verpuffte.

Nach dem Seitenwechsel jedoch fehlte den Borussen der Esprit der ersten Halbzeit, auch Zakaria konnte seine Qualitäten nur selten gewinnbringend einbringen. Als Lars Stindls Querpass auf Zakaria in der 57. Minute zu kurz geriet, konnte dieser nur zuschauen, wie Waldschmidt das 2:1 für die Freiburger erzielte. Dann stand ein Jobwechsel für Zakaria an: Hecking brachte Borussias besten Vorbereiter Neuhaus als kreatives Element ins Spiel, Zakaria spielte fortan vor der Abwehr anstelle Strobls, der raus musste. Zakaria musste nun das Spiel in der Waage halten und die Schlussoffenisve hinten herum absichern. Keine leichte Aufgabe war das, denn Freiburg war immer wieder mit Tempo nach vorn unterwegs und hatte zunehmend mehr Platz.

Trotz Wucht (Zakaria) und Kreativität (Neuhaus) plus Geschwindigkeit und Eins-gegen-Eins-Qualität, die Hecking mit Patrick Herrmann (zur Pause für den angeschlagenen Plea) und Ibrahima Traoré (in der Schlussphase) gebracht hatte, kam Borussia viel zu selten zu klaren Aktionen vor dem Freiburger gegnerischen Tor. Da fehlte die Aggressivität, da fehlte die Konsequenz, kurz: das, was Borussia in den letzten Spielen ausgemacht hatte. Zakaria, der nach der Pasue zuweilen überhastet wirkte, handelte sich noch die dritte Gelbe Karte der Saison ein. Das war alles, was Borussia noch in die Statistik des Spiels einbrachte.

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