Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria ist jetzt auch Top-Abräumer

Borussias Abräumer : Dieser Schritt macht Zakaria zum perfekten Sechser

Denis Zakaria hat sein Defensivspiel extrem verbessert in dieser Saison. Das macht ihm zum Komplettpaket und zur Idealbesetzung auf der Sechs. Er wird wichtig sein für Borussia beim Europa-League-Spiel gegen Basaksehir FK.

Denis Zakaria steht da wie ein Monument, er fixiert den Ball, ist bereit, zum Angriff überzugehen, wie eine Raubkatze, die auf dem Sprung ist. Sein Blick verheißt dem Gegenspieler, in diesem Fall Irfan Can Kahveci von Basaksehir FK, nichts Gutes und hat vor allem eine Botschaft: Bis hierhin und nicht weiter! „Es ist schwierig an mir vorbeizukommen, denke ich“, sagt Zakaria mit ebenso  viel Stolz wie Entschlossenheit in der Stimme.

Er weiß, dass er sein Defensivspiel extrem verbessert hat in dieser Saison. In der vergangenen Spielzeit war er bei Ex-Trainer Dieter Hecking noch nicht bereit, alleiniger Sechser zu sein. Er war ein Teil der Doppelsechs, die es zwischenzeitlich gab, oder Achter. Inzwischen ist er defensiv so stark, dass er den Job vor der Abwehr nahezu perfekt interpretiert, so gut, dass er ein paar Mal sogar schon in der Dreierkette gespielt hat. „Verteidiger ist nicht meine Position, aber wenn ich dem Team da helfen kann, mache ich das“, sagt er.

Marco Rose hat ihm entscheidende Tipps gegeben. „Der Trainer hat mir genau gesagt, was er erwartet, ich versuche es im Spiel umzusetzen“, sagt Zakaria. Das tut der 23-Jährige extrem gut, er ist einer, wenn nicht sogar der Durchstarter dieser Saison. Das bleibt der Konkurrenz nicht verborgen. Fast wöchentlich gibt es neue Wasserstandsmeldungen darüber, welche Topklubs an ihm interessiert sind. Dass er irgendwann für viel, viel Geld (50, 60 Millionen  Euro oder mehr) gehen wird, ist anzunehmen. Die Frage ist, wann.

Im vergangenen Sommer, das hat Zakaria zuletzt gesagt, habe er vor allem wegen Rose nicht über einen eventuellen Wechsel nachgedacht. Die Art des Fußballs, die der neue Trainer spielen lässt, ist genau seine. So hat auch Adi Hütter bei Young Boys Bern, von wo „Zak“ 2017 kam, spielen lassen: aktiv pressend, den Gegner stressend. Sein Vertrag ist aktuell bis 2022 datiert und Manager Max Eberl arbeitet daran, diesen vorzeitig zu verlängern. „Warum sollten wir ihn nicht halten, ich würde mich darüber freuen“, sagte Rose am Sonntag bei beim Talk „Sky 90 – Die Fußball-Debatte“. Rose weiß, welche Argumente hilfreich sind bei diesem Ansinnen: „Es ist wichtig, dass wir ambitionierte Ziele formulieren, um Spieler wie ihn länger bei uns zu halten und dementsprechend agieren zu können.“

Dass einer wie Zakaria, der auch in der Schweizer Nationalmannschaft längst ein Fixpunkt ist als zweiter Sechser neben dem früheren Gladbacher Granit Xhaka, international spielen will, ist logisch. Und auch, dass die Champions League ein gewichtiges Argument für Zakaria wäre.

Der erste Schritt jedoch, ein reizvolles Szenario zu schaffen, wäre, sich gegen Basaksehir FK am Donnerstag für die Zwischenrunde der Europa League zu qualifizieren. Dazu reicht ein Unentschieden. „Aber wir werden wie immer auf Sieg spielen“, stellt Zakaria klar.

 Wie kompliziert es gegen das routinierte Ensemble aus Istanbul sein kann, hat das 1:1 im Hinspiel gezeigt. Da kamen die Borussen erst in der Nachspielzeit zum Ausgleich. „Es ist kein einfacher Gegner, es wird ein richtiges Brett“, befand Rose, als die Frage aufkam, ob das Umschalten vom Sieg gegen die Bayern auf einen vermeintlich leichteren Gegner schwer fallen könnte. Dennoch soll für Basaksehir gelten: Bis hierhin und nicht weiter! Was im Erfolgsfall die Auslosung der nächsten Runde (20. und 27. Februar), bringen könnte, darüber hat sich Zakaria noch keine Gedanken gemacht. „Wir wollen erst mal die drei Punkte holen, dann schauen wir, was kommen kann“, sagt er. Er wird sich wie gewohnt voll einbringen bei der Umsetzung des Plans.

Danach wird es für ihn ein Novum geben in dieser Saison: Borussia hat ein Pflichtspiel und Zakaria wird nicht im Kader sein. Denn am Sonntag, wenn die Borussen beim VfL Wolfsburg  antreten, ist er wegen der fünften Gelben Karte, die er sich gegen den FC Bayern eingehandelt hat, gesperrt. Die vierte „Gelbe“ hatte er sich beim 3:0 bei 1899 Hoffenheim abgeholt, erst acht Spiele später kam die fünfte dazu. Das zeigt, dass Zakaria bei allem Einsatz, bei aller Wucht, sehr diszipliniert ist. Auch das ist eine seiner Qualitäten.