Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria, Christoph Kramer und Laszlo Bénes harmonieren gut im Mittelfeld

Borussias Mittelfeld-Trio : Roses Zentrale steht

Denis Zakaria, Christoph Kramer und Laszlo Bénes harmonieren gut im Mittelfeld der Borussia. Das Trio ist ein wichtiger Baustein im System von Trainer Marco Rose.

Stabilität entsteht im Zentrum. Dort, in der Relaisstation zwischen Defensive und Offensive muss das Spiel des Gegners zerstört und das eigene organisiert und initialisiert werden. Das klappte in den vergangenen 180 Minuten gut in der Konstellation mit Denis Zakaria, Laszlo Bénes und Christoph Kramer. Das Trio kriegt die Waage hin zwischen dem für Trainer Marco Rose typischen Attacke-Fußball und vertikalem Denken sowie dem Gladbach-Tiki-Taka, in dem der Ball auch mal ein paar Stationen laufen darf. Borussia legte spielerisch enorm zu, war weit strukturierter als zuvor. Weil die Mischung stimmt.

Alle drei Herren sind Sechser-Achter, also eher aus der Defensive heraus denkende Mittelfeldmänner, weswegen sie auch stets ein Auge auf die nötige Stabilität haben. Zakaria, der wilde Schweizer, ist der – aus Gegnersicht – Unruhestifter nach reinster Rose-Lehre, aggressiv in den Zweikämpfen und dynamisch mit seinen Läufen nach vorn. Bénes sorgt für die fußballerischen Aspekte, er hat gute Ideen wie zum Beispiel seinen perfekten Pass in die Tiefe, den Breel Embolo nicht nutzen konnte beim 0:1 in Dortmund. Und Christoph Kramer ist der unauffällig auffällige Ruhestifter, der, der auch mal auf die Bremse tritt. So werden aus dem, was zuvor oft Aktionismus war, Automatismen.

Dass Zakaria ein wichtiger Baustein für Rose sein würde, war abzusehen. Bénes indes, der wie der Kollege in allen acht Ligaspielen der Saison zum Einsatz kam und insgesamt bei neun der elf Pflichtspiele mitwirkte, ist einer der großen Gewinner der Saison. „Ich bin immer froh, wenn ich spiele und versuche immer, dem Team zu helfen“, sagt er. Er hatte schon bessere Tage als in Dortmund, war aber extrem kreativ in seinen Aktionen: Seine Freistoßhereingabe verlängerte Tony Jantschke auf Stefan Lainer, der aus kurzer Distanz an Roman Bürki scheiterte, und dann war da eben der feine Chip-Pass, den Embolo hätte nutzen müssen. Nach 64 Minuten kam Florian Neuhaus für Bénes, der dann vielleicht fehlte, als es in der Schlussphase einige Standards gab. In der Disziplin ist der Slowake derzeit Borussias größter Experte.

Zakaria und Bénes sind seit dem 2:1 gegen Düsseldorf die Gesetzten im Zentrum, beim Spiel in Hoffenheim war Bénes eingeplant, pausierte dann aber freiwillig, weil er Beschwerden hatte, um nicht womöglich längerfristig auszufallen. Auch das spricht für den jungen Mann. Kramer und Neuhaus sind die Männer, die der Sache eine andere Richtung geben können. Neuhaus ist der kreativere Geist, Kramer der ordnende. Dass Rückkehrer Jonas Hofmann künftig eine Option sein wird als Achter mit großem Anlaufgeschick, ist wahrscheinlich, Rose hat dann ein Luxusproblem.

Im Europa-League-Spiel in Rom dürfte das zuletzt bewährte Trio wieder beginnen. Es hat sich gegen das deutsche Topteam aus Dortmund bewährt, im 4-3-3 kriegen die Borussen derzeit zudem die Stabilität hin, weil die Laufwege gelernter sind als im 4-Raute-2. Entscheidet sich Rose für Letzteres, könnte Neuhaus dazu kommen als Zehner, doch dürfte es eher bei der Variante mit der Drei im Mittelfeld und im Angriff bleiben. Denn das Zentrum steht, und das ist wichtig für das Funktionieren des Ganzen. „Wir müssen konzentriert und bereit sein“, sagte Bénes. Borussias zentrales Trio hat beides zuletzt nachgewiesen und will sich bestenfalls auch im nächsten Topspiel bei der Roma bewähren.