Borussia Mönchengladbach: Das Restprgramm bietet Dieter Heckings Team Chancen

Vor dem Spiel bei Werder Bremen: Borussia hat eine gute Ausgangslage

Borussia Mönchengladbach ist Tabellenzweiter. Für Trainer Dieter Hecking ist das mehr als eine Momentaufnahme. Das Restprogramm bietet Chancen. Am Samstag (15.30 Uhr) gastieren die „Fohlen“ in Bremen.

Dieter Hecking hat ein neues Lieblingswort. Es lautet: „Sekundenglück“. Herbert Grönemeyer singt davon auf seinem neuen Album. „Es sind die einzigartigen tausendstel Momente. Das ist, was man Sekundenglück nennt“, heißt es im Songtext. Ein bisschen klingt das nach Momenten des Erfolgs im Fußball. Dort gibt es dann auch ein Äquivalent zu Grönemeyers Wort: „Momentaufnahme“.

Über dieses Wort hat sich Hecking, Trainer des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, Gedanken gemacht vor dem Spiel bei Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr, Live-Ticker bei RP Online). Es wird im Fußball inflationär gebraucht und ist vor allem dazu da, im Erfolg zu beschwichtigen. Momentaufnahmen sind zu flüchtig, als dass man viel Bohei darum machen sollte. Auch wenn ein Team das fairste der Liga ist – wie derzeit Borussia. Oder es die beste Torserie hat (16 Spiele in Serie, in denen getroffen wurde).

Hecking will das so nicht stehen lassen. Irgendwie wird ihm die Leistung, die sein Team in der bisherigen Saison abgeliefert hat, mit dieser Begrifflichkeit zu wenig herausgearbeitet. „Wer nach zehn Spielen auf Platz zwei steht, der steht zu Recht da“, stellt er klar. Er sieht das nicht als Momentaufnahme, sondern als Zustand. Und der soll möglichst lange anhalten.

Nun besagt das Mantra der Gladbacher, nur von Spiel zu Spiel zu schauen. Doch man kann den Restspielplan auch im Spiegel der Tabelle betrachten: Das Duell in Bremen ist eines von vier Auswärtsspielen, die Borussia in diesem Jahr noch hat. Danach geht es noch zu RB Leipzig, 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund. Vier Teams aus den tabellarischen Höhenlagen sind das, mithin also direkte Konkurrenten der Borussen vom Niederrhein. Schwer ist das Auswärtsprogramm, doch es bietet auch Chancen: In Bremen gewann Gladbach drei der letzten vier Spiele, in Leipzig gab es bisher keine Niederlage (zweimal Remis) und in Hoffenheim gingen drei der letzten vier Spiele nicht verloren. Allein in Dortmund gab es für Mönchengladbach seit 2014 nichts zu holen. Und daheim? Hannover, Stuttgart und Nürnberg. Drei Teams aus dem Bundesliga-Keller kommen noch, gegen die Gladbach, das saisonübergreifend acht Heimspielen in Serie gewonnen hat, klarer Favorit ist. Zwischen elf und 21 Punkten trauen die Fans laut einer Umfrage unserer Redaktion bei Instagram den Borussen in der Hinrunde noch zu. Das ist nicht repräsentativ, sondern eine Momentaufnahme.

Max Eberl erweiterte die Gladbacher Begriffs-Debatte um das Wort „Ausgangslage“. Die sei aktuell sehr gut, befand der Sportdirektor. Fakt ist: In den ersten zehn Spielen haben die Borussen im Schnitt zwei Punkte geholt. Rechnet man das für die übrigen Spiele der Hinrunde hoch, kämen noch 14 Punkte dazu, in der Summe wären das dann insgesamt 34. Zuzutrauen ist es den Borussen. Doch Glücks-Sekunden muss man sich erarbeiten. Zunächst am Samstag in Bremen.

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