Borussia Mönchengladbach: Das Lazarett lichtet sich

Viele Comebacks bei Borussia : Hecking hat immer mehr Möglichkeiten

Borussias Lazarett lichtet sich. Christoph Kramer ist schon am Freitag in Frankfurt wieder dabei, Fabian Johnson steigt nächste Woche ein. Zudem kommt Reece Oxford aus London zurück. Borussia leiht den Defensivmann erneut aus.

Borussias Lazarett lichtet sich. Christoph Kramer ist schon am Freitag in Frankfurt wieder dabei, Fabian Johnson steigt nächste Woche ein. Zudem kommt Reece Oxford aus London zurück. Borussia leiht den Defensivmann erneut aus.

Als die Saison noch nicht begonnen hatte und sich die Borussen im Trainingslager am Tegernsee in voller Mannstärke auf die neue Spielzeit vorbereiteten, da vermutete Trainer Dieter Hecking, dass er zuweilen Moderator sein müsse. Er hätte auch sagen können: Der möglichst diplomatische Überbringer schlechter Nachrichten. Denn er ging davon aus, dass es immer wieder Situationen geben würde, in denen er auch verdienten Spielern erklären müsse, warum sie nicht im Kader sind.

Bislang jedoch kam Hecking kaum mal in die Verlegenheit, diese Moderator-Rolle zu spielen, die zwar schwierig sein kann, eigentlich aber für einen Trainer puren Luxus bedeutet. Denn meist fehlte eine illustre Sammlung von Spielern. Auch heute, wenn die Borussen in Frankfurt antreten, sind es noch sechs. Aber mehr und mehr schrumpft das Lazarett. Jonas Hofmann ist schon seit dem Start der Rückrunden-Vorbereitung wieder da, seit gestern ist Raúl Bobadilla zurück im Training, nächste Woche soll Fabian Johnson wieder einsteigen und zeitnah soll das auch bei Laszlo Bénes passieren.

Weiteren Zuwachs gibt es nicht nur aus der Krankenabteilung, sondern auch aus England. Am Montag wird Reece Oxford zurückkehren von West Ham United, so er das FA-Cup-Spiel gegen Wigan, das er morgen noch bestreiten wird für die "Hammers", unbeschadet übersteht. Oxford kann Innenverteidiger, rechter Verteidiger und Sechser spielen — allein mit ihm wachsen Heckings Möglichkeiten beachtlich an. Oxford kommt erneut auf Leihbasis, denn der von West Ham aufgerufene Kaufpreis (bis zu 17 Millionen Euro wurden kolportiert) ist dann doch zu üppig für die Borussen. Oxford wird indes mit großer Lust und der entsprechenden Motivation "heim" nach Gladbach kommen. Schließlich hat er in den Gesprächen der vergangenen Wochen stets beteuert, dass es sein Wunsch sei, seine weiteren Entwicklungsschritte in Gladbach zu machen. Eines aber müssen die Borussen noch klären: Muss Oxford, weil es ja eine neue Leihe ist, noch einmal zum Einstand singen vor dem gesamten Team?

Andreas Poulsen vom FC Midtjylland wird vorerst nicht kommen

Dem Dänen Andreas Poulsen vom FC Midtjylland bleibt das vorerst wohl auf jeden Fall erspart. Denn er wird zumindest bis zum Ende der Transferperiode am Mittwoch nicht mehr kommen. Das deutete Manager Max Eberl an. Es gibt also keine neue Option für hinten links. Doch wenn Fabian Johnson wieder da ist, kann er den Job machen. Und da Oxford ein möglicher Rechtsverteidiger ist, könnten Nico Elvedi oder Tony Jantschke im Notfall links einspringen. Doch grundsätzlich ist Oscar Wendt unverwüstlich. Zudem hat er angekündigt, in der Rückrunde besser zu sein als in der Hinrunde.

"Das alles gibt mir mehr Möglichkeiten zu variieren", sagt Hecking mit Blick auf Personalzuwachs. Um noch mehr Optionen zu haben, hat er jetzt zweimal geheim mit seinem Team trainiert. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde an bereits bekannten Abläufen bei Standards gefeilt. Aber Hecking hat auch sein Personal auf weitere Verwendungsmöglichkeiten abgeklopft und vermutlich alternative Spielsysteme proben lassen. "Wir sind jetzt in einer Phase der Saison, in der man in diesen Einheiten noch mal an Dingen arbeiten kann, die man im normalen Trainingsalltag nicht macht, um in der entscheidenden Phase vielleicht das eine oder andere Ass im Ärmel zu haben", sagte Hecking.

Personell ist eines seiner Asse Christoph Kramer. Der Sechser kehrt zurück und ist eine Option für die Startelf. Gegen die robusten Frankfurter könnte er Michael Cuisance ersetzen, der dann als Option nach hinten raus auf der Bank wäre. Allerdings hat Cuisance gegen Augsburg toll gespielt — das wäre ein Fall für den Moderator Hecking. Das wäre auch so, wenn er noch eine ganz andere Idee für das Zentrum hat. Auf dem Flügel hat Hecking ebenfalls mehrere Optionen, da Jonas Hofmann nun sicher noch mehr ein Gedankenspiel ist, als zuletzt gegen Augsburg. Patrick Herrmann, der den Job gegen den FCA bekam, und Vincenzo Grifo haben aber auch Interesse, sich an der Mission "Punkten in Frankfurt" vom Anpfiff an aktiv zu beteiligen. Als Problem wird Hecking das nicht definieren.

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