Borussia Mönchengladbach: Das Europa-League-Weiterkommen ist schon in Gefahr

Analyse nach dem 0:4 gegen Wolfsberg : Borussias Mission Weiterkommen ist jetzt schon in Gefahr

Nach dem 0:4 gegen Wolfsberg steht Borussia Anfang Oktober in Istanbul unter Druck. Verliert Gladbach auch gegen Basaksehir FK stehen sie fast schon vor dem Aus in der Europa League.

Der Wolfsberger AC ist in guter und vor allem namhafter Gesellschaft: Mit Real Madrid, dem FC Barcelona und Manchester City in einer Schublade abgelegt zu werden im Vereinsarchiv von Borussia Mönchengladbach, wenn auch sicherlich mit spitzen Fingern und einigem Unbehagen seitens des deutschen Traditionsklubs, das ist für den Europa-League-Novizen aus Kärnten schon eine Nummer. Denn wie die drei anderen Vereine hat Wolfsberg 4:0 gegen die Gladbacher gewonnen im Europapokal und liegt damit in der ewigen und internationalen Borussia-Besieger-Liste gleichauf mit dem Trio auf Rang drei. Davor logieren nur zwei schottische Vereine: Dundee United, das Gladbach 1981 mit 5:0 besiegte, und die Glasgow Rangers, deren 8:0-Sieg gegen Gladbach aus dem Jahr 1960 stammt und das erste Europapokal-Auswärtsspiel der Borussen war.

Doch Wolfsberg hat etwas exklusiv: Alle anderen erwähnten Erfolge schossen die Gladbach-Gegner im jeweils eigenen Stadion heraus, während der Athletiksport Club in Mönchengladbach zu seinem triumphalen Erfolg kam, mit dem überhaupt und schon gar nicht in dieser düpierenden Art und Weise niemand gerechnet hatte.

Die Gladbacher verpassten es nebenbei, zwei wenig erbauliche Heimserien zu beenden: International sind die seit dem 24. August 2016 (6:1 gegen Young Boys Bern) ohne Heimsieg, national seit dem 26. Januar, als es ein 2:0 gegen Augsburg gab. Die beiden Torschützen jenes Tages, Oscar Wendt und Patrick Herrmann, saßen gegen Wolfsberg auf der Bank, Herrmann kam in der Schlussphase noch ins Spiel. Eine Freude wird es nicht gewesen sein, in eine so verfahrene Geschichte noch reingeworfen zu werden.

Es gab jedenfalls erneut keinen Heimsieg. in der Liga  warten die Borusssen seit zehn Spielen darauf. Der Heim-Negativrekord liegt bei 13 sieglosen Liga-Spielen am Stück, den gab es saisonübergreifend von April 2010 bis Februar 2011. Gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag geht es darum, die Serie endlich zu stoppen. Fast schon besteht Siegpflicht.

In der Pflicht sind die Gladbacher auch in der Europa League. Die hat zwar gerade erst begonnen, doch was das Ansinnen, international zu überwintern, angeht, ist das 0:4 zum Auftakt äußerst kontraproduktiv. Zwar hat Basaksehir FK auch 0:4 verloren, doch dies geschah gegen den Gruppen-Favoriten AS Rom und in dessen Stadion. Borussia muss nun schauen, wie sie die Punktbilanz in der Fremde aufpoliert und sollte zudem noch etwas für die Tordifferenz tun, die zunächst mal recht düster ausfällt.

Am 3. Oktober ist das Spiel in Istanbul. Anstatt wie erhofft mit einem Heimpolster dorthin zu reisen, ist der Druck da, etwas mitnehmen zu müssen, um nicht frühzeitig außen vor zu sein. Es ist zumindest schon ein Endspielchen. Dass die Gladbacher Negativ-Erlebnisse international auch in fremden Stadien drehen können, haben sie nachgewiesen in Florenz 2017, als sie trotz des 0:1 daheim mit dem 4:2 in Italien noch weiterkamen.

Klar ist aber: Borussias Mission „Weiterkommen“ ist jetzt schon in Gefahr. Das haben sich die Gladbacher selbst zuzuschreiben.

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