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Borussia Mönchengladbach: Das 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf wirft Fragen auf

Deutliche Niederlage in Düsseldorf : Borussias Auftritt wirft Fragen auf

Die Art und Weise, wie Borussia beim 1:3 in Düsseldorf auftrat, war phasenweise peinlich. Was ist los mit und bei den Gladbachern?

Borussia hatte sich viel vorgenommen für das Nachbarschaftsspiel bei Fortuna Düsseldorf. Sie wollte gut reinkommen in den Endspurt der Saison, wollte nach der Durststrecke vor der Länderspielpause Selbstvertrauen tanken für den Kampf um die Champions League. Heraus kam ein Spiel, das Fragen aufwirft: Was ist los mit und bei Borussia?

Die ersten 16 Minuten waren, gelinde gesagt, peinlich. Fortuna machte in dieser Phase alles richtig – indes mit allerfreundlichster Unterstützung der Gladbacher. Da wurden keine individuellen Fehler gemacht, es war ein gesamtmannschaftliches Versagen bei allen drei Gegentore: pomadige Ballverluste, gemächliches Umschalten nach hinten, keine Vereidigung. Alles in allem: Note 6.

Was folgte, war der Versuch, irgendwie ins Spiel zu kommen, irgendwie den Schaden zu minimieren. Es gelang nicht, dafür fehlte es an Ideen, Tempo, Spielwitz und allem, was sonst nötig ist, um einen solchen Rückstand noch zu drehen. Eines Teams, das in die Champions League oder nach Europa will, war das, was in Düsseldorf geboten wurde, unwürdig. Natürlich kann man sagen: Borussia hat in der Hinrunde vielleicht über ihren Verhältnissen gespielt. Aber sie hat gespielt wie sie gespielt hat und sie konnte es. Warum spielt sie nun deutlich unter ihren Möglichkeiten?

Doch was ist passiert mit dem Team, das in der Hinrunde begeisterte? Wo sind all die Tugenden, die es ausmachten? Der Mut? Die Spielfreude? Der Siegeswillen? Und beim Trainer: Wo ist die Bereitschaft, Stellschrauben zu drehen, wieder etwas Überraschendes zu tun für die Gegner? Was im ersten Saisonteil innovativ war, ist zum Stillstand gekommen. Und: Dieter Hecking hatte sein Team auf die Fallstricke des Spiels in Düsseldorf eingestellt – und es tappte in jeden einzelnen hinein? Wie kann das passieren? An welcher Stelle gibt es da ein Kommunikationsproblem?

Klar ist: Die Phase vom Wolfsburg- bis zum Freiburgspiel war ein Warnsignal, das wohl ungehört geblieben ist im Borussia-Park. Nach dem Spiel in Düsseldorf kreischt nun eine schrille Alarmglocke, denn es fehlte an allem. So geht es nicht weiter, sonst verspielen die Borussen tatsächlich alles. Fünf Punkte aus sieben Spielen sind die eine Wahrheit, die Art und Weise, wie das Spiel in Düsseldorf verloren ging, die andere. Sie war erschütternd bis ins Mark. Die entscheidende Frage ist: Kriegen Team und Trainer die Kurve nochmal? Nimmt man das Spiel in Düsseldorf als Maßstab, sind Zweifel angebracht. Eine vertrauensbildende Maßnahme war es jedenfalls nicht, an keiner Stelle.

(kk)