Borussia Mönchengladbach darf auf die Europa League hoffen

Borussia Mönchengladbach: Borussia darf nach furiosem 4:2 auf Europa League hoffen

Borussia ist ihrem Ziel, im Europapokal zu überwintern, einen großen Schritt nähergekommen. Die Gladbacher gewannen ihr Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla 4:2 (1:0) und haben es damit am letzten Gruppenspieltag bei Manchester City selbst in der Hand, Platz drei und die damit verbundene Teilnahme an der Zwischenrunde der Europa League im Frühjahr zu erreichen. Es war Borussias erster Sieg im vierten Duell mit Sevilla in diesem Jahr.

"Es hat sich viel verändert bei uns, wir haben viel Selbstvertrauen, es macht einfach Spaß", sagte Kapitän Granit Xhaka im ZDF: "Wir haben einen Trainer, der uns hervorragend vorbereitet. Momentan passt sehr viel." Trainer André Schubert freute sich über die "mutige und couragierte" Vorstellung: "Heute hatten wir uns vorgenommen, uns nicht abkochen zu lassen. Das hat ganz gut geklappt." Doppelpacker Stindl kündigte an: "Wir wollen unbedingt in die Europa League, und dafür werden wir alles tun."

Das große Projekt im 150. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte begann für die Borussen allerdings mit einem Rückschlag: Mit Ibrahima Traoré musste der derzeit agilste Offensivspieler nach nicht einmal einer Viertelstunde mit muskulären Problemen vom Feld. Für den rechten Flügel kam Josip Drmic, der Zehn-Millionen-Euro-Sommer-Einkauf aus Leverkusen, der bislang weit hinter den großen Erwartungen zurückgeblieben ist.

Doch auch ohne Traoré gelang den forschen Gastgebern das, was ihnen auch in den beiden vorangegangenen Champions-League-Heimspielen gegen Manchester City und Juventus Turin gelungen war: Sie gingen verdient mit 1:0 Führung. Und wie schon gegen Manchester hieß der Torschütze Lars Stindl. Der Ex-Hannoveraner lief nach einer halben Stunde in eine Mischung aus Schuss und Flanke von Xhaka und bugsierte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Eine Minute zuvor war Stindl noch mit einem Schlenzer an Sevillas Torhüter Segio Rico gescheitert. Borussia hatte sich die Führung verdient, weil sie beherzt und zielstrebig zu Werke ging und vornehmlich aus 18 bis 20 Metern immer wieder den Abschluss suchte.

Sevilla, in der Liga weit hinter den Erwartungen zurück, war allerdings bei Kontern immer gefährlich. Yann Sommer im Borussen-Tor verhinderte mit einer Klasse-Parade das fast schon sichere Gegentor durch Jewhen Konopljanka. Ähnlich stark wie Sommer parierte Gegenüber Rico danach Xhakas Gewaltschuss, bei dem viele Gladbacher Anhänger den neuerlichen Torschrei auf den Lippen hatten.

Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich ein immer offeneres Spiel, in dem sich immer weniger im Mittelfeld abspielte. Stattdessen wurde das Spielfeld in beide Richtungen schnell überbrückt, Strafraumszenen gab es hüben wie drüben reichlich, Emotionen, Einsatz, Wille und Kampf gewannen die Oberhand. Und just, als die Andalusier gleich mehrfach die Chance ausgelassen hatten, auszugleichen, schlug Borussia zum zweiten Mal zu: Der Ball kam auf links zu Fabian Johnson, und der US-Nationalspieler schlenzte den Ball mit rechts unhaltbar zum 2:0 in die rechte Ecke. Raffael hatte unmittelbar danach gar das 3:0 auf dem Fuß, aber der an diesem Tag bis dahin unglücklich agierende Brasilianer scheiterte frei vor Rico.

Doch das wollte Raffael so offenbar aber nicht auf sich sitzen lassen: Auf jeden Fall machte er es in der Schlussphase besser als zuvor und brachte den Ball an Rico vorbei zum 3:0 im Tor der damit konsternierten Andalusier unter. Sevilla gelang zwar das 1:3 durch Vitolo, aber auch darauf hatte Borussia in Person von Stindls Tor zum 4:1 eine prompte Antwort. Ever Banega verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stindl staubt nach Vorarbeit von Xhaka ab

(klü)