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Borussia Mönchengladbach: Dank Thorgan Hazard und Lars Stindl BVB-Verfolger Nummer eins

Dank Hazard und Stindl : Borussia ist BVB-Jäger Nummer eins

Borussia Mönchengladbach ist Tabellenzweiter und hat beim 4:1 gegen Hannover gezeigt, warum es ein ernstzunehmender Dortmund-Jäger ist. Einen Wermutstropfen gibt es: die Verletzung von Matthias Ginter.

In Herzogenaurach werden die Menschen beim Sportartikel-Hersteller Puma derzeit sehr zufrieden sein, wenn sie auf die Tabelle der Bundesliga schauen. Schließlich rüstet das Unternehmen die beiden momentan besten Mannschaften der deutschen Eliteklasse aus, und das Emblem, die springende Raubkatze, kann sowohl bei Borussia Dortmund, dem Tabellenführer, als auch bei Borussia Mönchengladbach, dem Zweiten, als symbolisch interpretiert werden: Beide Borussen-Klubs sind womöglich auf dem Sprung, Großes zu schaffen.

Der BVB ist mit seinem torhungrigen, jungen und hochwertigen Aufgebot und Trainer Lucien Favre derzeit das Maß der Dinge. Doch die Borussia vom Niederrhein ist der ernstzunehmendste Verfolger des BVB. 30 Punkte und 35 Tore hat der Primus, 26 Zähler und 30 Tore die Gladbacher, deren Trainer Dieter Hecking sein Team voll auf Attacke eingestellt hat. Weswegen die Fans im Borussia-Park nach dem 4:1 (2:1) gegen Hannover 96 von der Meisterschaft sangen. Für Hecking ein Hinweis darauf, dass „den Leuten unsere Arbeit gefällt“.

Mönchengladbach ist der erste BVB-Jäger, dahinter tummeln sich weitere Klubs, die ambitioniert sind. Eintracht Frankfurt, der Pokalsieger, ist Dritter mit 23 Punkten und einer ganz starken Offensive. Es folgen RB Leipzig, das jedoch mit dem 0:1 in Wolfsburg einen Rückschlag erlitten hat, sowie 1899 Hoffenheim, das in Berlin einen 3:1-Vorsprung verspielte und deswegen Sechster hinter dem FC Bayern ist. Richtig stabil sind allein Frankfurt und die beiden Borussias. Gladbach hat sieben Punkte Vorsprung auf Rang sieben – „aber bis zum Ende der Hinrunde werden wir auf Herz und Nieren geprüft“, sagte Hecking. Auswärtsspiele in Leipzig, Hoffenheim und Dortmund stehen an, letzteres könnte am 21. Dezember gar ein Finale um die Herbstmeisterschaft werden. Für Gladbach entwickelt sich mehr und mehr eine historische Chance.

Doch es gibt eine Hiobsbotschaft. Abwehrchef Matthias Ginter hat sich im Spiel schwer verletzt, er wird mehrere Monate fehlen. Der Nationalspieler hat, seit er am Niederrhein spielt, 4540 Minuten am Stück gekickt. Die Verletzung beendet seine Serie. „Wir wollten für Matze gewinnen, nun hoffen wir, dass er schnell zurückkommt“, sagte Thorgan Hazard. Hecking fehlt eine wichtige Konstante in einer Phase, in der sein Konzept vor der größten Bewährungsprobe der Saison steht.

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Dass die Borussen im Winter nun möglicherweise für die Defensive zukaufen, ist denkbar. Diverse Medien brachten unter anderem den Dänen Andreas Christensen ins Spiel, der beim FC Chelsea nicht glücklich ist und bei Borussia einen ausgezeichneten Ruf genießt. Für den Rest des Jahres wird aber Routinier Tony Jantschke den Ginter-Job wohl übernehmen. Wenn zentrale Spieler ausfallen, zeigt sich, wie breit die Borussen tatsächlich aufgestellt sind.

Gegen Hannover leitete Jantschke das 2:1 durch Michael Lang ein, das 1:1 hatte Hazard erzielt, der dann auch Lars Stindls 3:1 vorbereitete. „Thorgan war für mich der beste Spieler auf dem Platz“, sagte Hecking.

Hazard ist eine der Symbolfiguren des Gladbacher Aufschwungs zum Spitzenteam. Seine neue Konsequenz vor dem Tor und sein Speed mit dem Ball entsprechen dem Gladbacher Grundansatz, der auf Mut und Geschwindigkeit fußt. Acht Tore hat Hazard erzielt und insgesamt elf Scorerpunkte beisammen. Dass der Belgier, dessen Vertrag im Sommer 2020 endet, das Interesse von Top-Klubs wie unter anderem Borussia Dortmund auf sich zieht, ist logisch.

Hazards gechipte Hereingabe gegen Hannover, die Kapitän Lars Stindl volley zum 3:1 verwandelte, war nicht nur die Vorentscheidung, sondern der ästhetische Höhepunkt des Abends. „Es macht viel Spaß mit dieser Mannschaft zu kombinieren und guten Fußball zu spielen“, sagte Hazard. Er und seine Kollegen blieben nach dem frühen 1:0 der Gäste cool. „Wir haben ganz ruhig weitergespielt. Es war eine sehr reife Leistung von uns“, stellte Stindl fest. Auch das macht Gladbach zum echten Dortmund-Jäger ist – und in Herzogenaurach einige Menschen sehr zufrieden.