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Borussia Mönchengladbach: Conor Noss spricht über seine Bundesliga-Ambitionen

Eigengewächs gehört zum erweiterten Corona-Kader : Conor Noß will Borussias erster Bundesliga-Ire werden

Das Eigengewächs Conor Noß spricht im Interview über die Chance, der erste Ire in Borussias Bundesliga-Geschichte zu werden. Er berichtet auch von der Konkurrenzsituation auf seinen Lieblingspositionen.

Marcus Thuram war nach dem 3:1 der Borussen in Frankfurt ganz ehrlich. „Am Ende war ich sehr müde“, sagte der Stürmer. Fitness und Kraft werden ein Thema sein in den kommenden Wochen. Daher hat Trainer Marco Rose seinen Kader erweitert um einige Nachwuchsleute aus der U23 und der U19, um mehr Alternativen zu haben. Einer der jungen Männer, die auf ihre Chance hoffen, ist Offensivmann Conor Noß. Der gebürtige Düsseldorfer mit irischem Pass (seine Mutter kommt aus Dublin) kam als Achtjähriger zu Borussia. Der 19-Jährige gehörte in der Hinrunde schon viermal zum Profi-Kader, blieb aber ohne Einsatz. Er spricht über seine Ambitionen und eine historische Chance.

Herr Noß, Spieler aus 50 Nationen haben schon für Borussia gespielt. Sie könnten der erste Ire Borussias in der Bundesliga werden – wie klingt das?

Noss Das wusste ich gar nicht, aber das ist cool zu hören. Es wäre natürlich ein schönes Gefühl und eine große Ehre für mich. Wie meine Chancen dafür stehen, kann ich nicht sagen. Das weiß nur das Trainerteam. Aber ich versuche, mich in jedem Training anzubieten und meine Leistung abzurufen. Was dann am Ende dabei herauskommt, muss ich abwarten.

Viele Nachwuchsspieler werden durch Corona ausgebremst, Sie und andere sind bei den Profis dabei, weil die Kader breit sein sollen. Könnte durch Corona die große Chance kommen?

Noss In den nächsten Wochen wird es viele Spiele in sehr kurzer Zeit geben. Es sind mehrere Englische Wochen geplant. Das ist sehr anstrengend, es braucht daher mehr Spieler im erweiterten Kader. Ich bin froh, dass ich jetzt in diesen Kader aufrücken durfte. Vorher war ich ja auch schon ein paar Mal bei den Profis dabei, aber jetzt lerne ich alle noch besser kennen.

Sie haben 15 Spiele in der U23 und zehn in der U19 gemacht: Wie groß ist der Sprung von den Junioren zu den Senioren?

Noss Sehr groß. Vor allem in Bezug auf die körperliche Härte ist der Sprung enorm. In der U23 spielt man gegen gestandene Männer. Man muss lernen, sich gegen sie zu behaupten. Gleichzeitig muss man auch das, was man bis dahin fußballerisch gelernt hat, anwenden.

Bei Marco Rose gibt es wieder eine echte Zehn – ist das was für Sie? Und wie groß ist die Konkurrenz im eigenen Fohlenstall u.a. durch Famana Quizera?

Noss Ich sehe mich selbst als Zehner oder Achter. Das sind meine Lieblingspositionen, da fühle ich mich am wohlsten. Die Konkurrenz auf der Zehn ist natürlich sehr groß. Bei den Profis spielt meistens Breel Embolo auf dieser Position, er ist ein überragender Spieler. Famana ist ein riesengroßes Talent mit sehr viel Potenzial. Man will immer selbst der Beste sein, dadurch pushen wir uns gegenseitig. Das erhöht gleichzeitig das Trainingsniveau. Aber obwohl vielleicht manchmal Konkurrenzkampf besteht, sind wir befreundet und verstehen uns gut. Letztendlich bin ich ja auch flexibel einsetzbar.

Sie sind irischer U19-Nationalspieler. Auch wenn es weit weg ist und Irland erst durch die Play-offs muss: Träumen Sie ein klein wenig von der EM, die auf 2021 verschoben wurde?

Noss Mein primäres Ziel ist es, mich bei Borussia durchzusetzen. Darauf liegt mein Fokus. Natürlich ist es schön, für sein Land bei einem Turnier zu spielen, aber die EM 2021 spielt für mich keine große Rolle. Im vergangenen Jahr war ich zum ersten Mal bei der U19 dabei. Der nächste Schritt wäre für mich erst einmal, die U21 zu erreichen.