1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Christoph Kramer sendet ein Startelf-Zeichen

Borussias Mittelfeldspieler zuletzt auf der Bank : Warum Kramer gegen den BVB ein heißer Startelf-Kandidat ist

Christoph Kramer hat in Augsburg einen guten Eindruck hinterlassen. Von den Spielern, die zuletzt wenig bis gar nicht zum Zuge kamen, hat er die besten Chancen, in Borussia Mönchengladbachs Startelf zurückzukehren.

Christoph Kramer hat vor dem Tor zum 3:1 beim FC Augsburg gleich viele seiner Stärken gezeigt. Nach einer Abwehraktion des Gegners war er zur Stelle, übernahm den Ball und wartete einen Moment. Alassane Plea zeigte, wohin er das Spielgerät haben wollte, er startete Richtung Tor, doch Kramer hatte einen anderen Plan, behielt die Übersicht und steckte einen gut getimten Pass auf Stefan Lainer durch, der die Flanke auf den Torschützen Lars Stindl schlug.

Kramer hatte in den 15 Minuten, die er zum Einsatz kam, einige gute Szenen. Er hat es ähnlich wie Plea gemacht, er hat Trainer Marco Rose gezeigt, dass es – aus persönlicher Sicht – nicht die richtige Entscheidung war, ihn nicht in der Startelf aufzustellen. Und dass es erst recht nicht richtig war, ihn in den vergangenen Wochen gar nicht ins Spiel zu bringen.

Zuletzt kam Kramer vor dem Samstagserlebnis beim 2:2 in Leipzig zum Einsatz. Er war Teil der Startelf, spielte neben Florian Neuhaus auf der Doppel-Sechs, Denis Zakaria verteidigte in der Mitte der Dreierkette. Kramer hatte sich diese Maßnahme verdient, da er eine Woche zuvor beim 3:1-Sieg gegen Mainz sehr gut harmonierte mit dem Schweizer.

Doch dann verletzte sich Kramer in Leipzig am Kopf, musste ausgewechselt werden und einige Tage aussetzen. Doch die Verletzung hat ihn nicht nur kurzfristig herausgespielt, sondern sowohl beim 4:1 bei Fortuna Düsseldorf als auch gegen 1899 Hoffenheim (1:1) kam er gar nicht zum Zuge. Dabei war er an beiden Tagen wieder zu 100 Prozent fit.

Das hat Kramer in Augsburg unter Beweis gestellt, da kam er, spielte seine Stärken, „zweite Bälle“ richtig zu antizipieren, eine gute Übersicht und gutes Passspiel zu haben, aus und zeigte, dass er wertvoll ist.

Für das Spiel am Samstag gegen Borussia Dortmund (Anstoß 18.30 Uhr) wird Rose wieder die Wahl haben. Klar ist, dass Zakaria spielen wird, fraglich ist, wo. Er könnte im Mittelfeldzentrum oder in der Abwehrmitte aufgestellt werden. Florian Neuhaus wird auch sicher spielen, die Frage ist, ob auf der Secher- oder Zehner-Position. Mindestens eine Position im Mittelfeld ist also vakant – und Kramer hat gute Chancen, diese Rolle zu übernehmen.

Der Mittelfeldmann ist aber nicht der einzige Borusse, der auf mehr Einsätze als in den vergangenen Wochen hofft. Zwar hat Rose bisher zwischen jedem Spiel in der Rück­runde personelle Wechsel vorgenommen, doch die weggebrochene Mehrfachbelastung durch das Ausscheiden aus der Europa League und dem DFB-Pokal macht sich gerade bei einigen Akteuren, die in der ersten Saisonhälfte noch eine große Rolle spielen konnten, enorm bemerkbar.

Laszlo Bénes beispielsweise hat noch keine Einsatzminute aufzuweisen in der Rückrunde, ebenso Tony Jantschke, der aber aufgrund eines Muskelfaserrisses einige Wochen außer Gefecht gesetzt war. Breel Embolo stand lediglich beim Jahresauftakt auf Schalke beim 0:2 in der Startelf, Patrick Herrmann kam in den vergangenen Spielen in Summe nur 38 Minuten zum Einsatz.

Die Chancen stehen bei einigen besser als bei anderen. Marcus Thuram dürfte aufgrund seiner Knie-Reizung gegen Dortmund fehlen, was die Chance für Herrmann oder Embolo auf eine Startelf-Nominierung erhöht. Doch Kramer dürfte nach den Eindrücken derjenige sein, der die größten Chancen auf die Rückkehr hat.