1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Christoph Kramer nach Stuttgart-Pleite "unfassbar enttäuscht"

Pleite gegen Stuttgart : Worüber sich Gladbachs Kramer besonders ärgert

Mittelfeldmann Christoph Kramer hat einen „roten Faden“ in der Saison ausgemacht, der sich bei Borussias 1:2 gegen den VfB Stuttgart am Samstag fortsetzte. „Wir müssen uns dringend was einfallen lassen“, sagte der 30-Jährige.

Christoph Kramer hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Geschichte anders, besser, hätte laufen können. In der 45. Minute machte Borussias Mittelfeldmann alles richtig,  als er nach Stefan Lainers Hereingabe den Ball behauptete, drei Stuttgarter ausspielte und das Spielgerät butterweich hinüberlupfte zu Lars Stindl, der dann mit einem edlen Direktschuss das 1:0 erzielte.

Besser kann der Zeitpunkt eines Führungstores kaum gelegen sein als in den Sekunden vor der Pause. Doch Borussia konnte daraus nicht die nötige Energie ziehen, verlor nach der Pause mehr und mehr die Spielkontrolle und am Ende gegen den VfB Stuttgart 1:2. Die Freunde am zweiten Liga-Assist der Saison war Kramer genommen. „Ich bin unfassbar unzufrieden. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison: Wir haben viel den Ball, strahlen hohe Dominanz aus und gehen in Führung. Dann tut uns der Gegner den Gefallen, läuft uns hoch an und gibt uns damit Räume. Aber wir spielen mutlos. Der Mut fehlt dann einfach, in den entscheidenden Situationen, um vernünftig hinten raus zu spielen“, monierte Kramer.

Das Problem: „Wir müssen es ausspielen, aber wir schlagen viel zu schnell. Ich habe nichts gegen lange Bälle, aber wir stehen zu weit auseinander und strahlen so keine Dominanz mehr aus. Wir müssen uns dringend was einfallen lassen“, sagte Kramer. Borussia ist offenbar das spielerische Selbstverständnis abhanden gekommen, sie ist irgendwo auf dem Weg von der Ballbesitzmannschaft zum Team, das aggressiv anläuft und den Gegner presst, nicht weitergekommen und irrt jetzt im fußballerischen Niemandsland herum.

Die Theorie ist bekannt. „Wir haben gegen eine sehr ballsichere Mannschaft gespielt, der man den Zahn ziehen kann, wenn man viel Dominanz ausstrahlt, eine gute Restverteidigung hat und schnell ins Gegenpressing kommt  und sie nicht ins Spielen kommen lässt“, sagte Kramer, doch fehlt die konstante Umsetzung in die Praxis zu oft. „Wir haben es in der ersten Halbzeit gut gemacht, in der zweiten schlecht.“

Durch das eigene 1:2 und das gleichzeitige 1:1 von Union Berlin bei Bayer Leverkusen haben die Borussen das Thema Europa nicht mehr in der eigenen Hand. „Union spielt gegen Leipzig und darf nicht gewinnen, wir müssen in Bremen gewinnen. Das ist die Lage, dass sie sich für uns verschlechtert hat, ist klar“, sagte Kramer.

  • Stuttgarts Nicolas Gonzalez köpft im Liga-Hinspiel
    Drittes Treffen in vier Monaten : Das sind Borussias Lehren aus den ersten beiden Stuttgart-Spielen
  • Torschützen unter sich: Oliver Neuville und
    Duelle in der Saison-Endphase : Warum ein Heimspiel gegen den VfB für Borussia ein gutes Omen sein kann
  • Tor für die Schweiz: Breel Embolo.
    EM-Borussen : Lainer feiert mit Österreich historischen Erfolg

Das internationale Geschäft, die Conference League, zu verpassen, sieht Kramer als durchaus problematisch an. „Es ist für uns sehr attraktiv in der Conference League zu spielen. Wenn man sich unseren Kader anschaut, ist es schon gut, wenn man drei Spiele die Woche hat, weil Fußballer zufriedener sind, wenn sie viel spielen“, sagte Kramer.

Dass der Kader wohl verschlankt wird, wenn das internationale Geschäft verpasst wird, hatte Manager Max Eberl schon angekündigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Situation eintritt, ist am Samstag deutlich gestiegen. Borussia ist nun ausgerechnet auf die Mithilfe des ungeliebten Fußballprojekts RB Leipzig angewiesen. Denn nur, wenn die Sachsen Union Berlin etwas abnehmen, hat Gladbach überhaupt eine Chance. Und die muss dann erstmal gegen die Abstiegskämpfer aus Bremen genutzt werden. „Für Werder geht es um sehr viel, aber auch für uns“, sagte Kramer.