Borussia Mönchengladbach: Christoph Kramer erklärt jeden, der vom Meistertitel spricht, für verrückt

Borussias Christoph Kramer : „Jeder, der jetzt vom Meistertitel spricht, ist verrückt“

Zum ersten Mal ist Christoph Kramer mit einem seiner Teams Bundesliga-Tabellenführer. Er betont aber, dass die Rangordnung noch keine Aussagekraft hat. Außerdem schwärmt Borussias Mittelfeldspieler von Bastian Schweinsteiger, der kürzlich seine Karriere beendet hat.

Zum ersten Mal seit acht Jahren steht Borussia an der Tabellenspitze der Bundesliga. Für Christoph Kramer ist es sogar das erste Mal in seiner Profi-Karriere, die er bislang beim VfL Bochum, Bayer Leverkusen und mittlerweile schon fünf Jahre lang in Mönchengladbach verbracht hat, dass sein Team ganz oben in der deutschen Eliteliga steht. „Wenn wir mit ‚Spitzenreiter’ angesprochen werden, machen wir auch Witze drüber. Wir haben 16 Punkte, diese Ausbeute ist top, aber ob wir damit Erster, Vierter oder Siebter sind, ist eine Randnotiz zu diesem Zeitpunkt. Es ist aber cool, weil ich nie Erster war“, sagte Kramer in einem Interview mit unserer Redaktion.

„Eine wunderschöne Momentaufnahme“ sei der aktuelle Blick auf die Tabelle, doch Kramer tritt sogleich auf die Euphoriebremse. „Jeder, der jetzt vom Meistertitel spricht, ist verrückt“, sagte der 28-Jährige. Er sei jedoch auch noch von keinem gefragt worden, ob Borussia nun den Titel hole. „Da bleibt auch das Umfeld realistisch“, sagte Kramer. „Natürlich fände ich cool, wenn nun jemand die Meisterschale ausschneidet und hochhält, das würde ich als Fan vielleicht auch machen. Aber das hat nichts mit der Realität zu tun, als Scherz wäre das okay. Es wäre jedoch Quatsch, die Tabelle jetzt ernsthaft zu bewerten.“

Dabei weiß Kramer, wie man Titel holt. 2014 wurde er mit der Deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister, beim 1:0-Finalsieg gegen Argentinien stand der Borusse in der Startelf, musste aufgrund einer Gehirnerschütterung aber frühzeitig ausgewechselt werden. An seiner Seite spielte damals Bastian Schweinsteiger, der mit seinem Einsatz zu einer der Heldenfiguren dieses Spiels wurde.

Anfang der Woche hatte der mittlerweile 35-Jährige das Ende seiner aktiven Fußballer-Karriere verkündet. „Schweini und auch Poldi (Lukas Podolski, Anm. d. Red.), gerade bei den Turnieren 2006 und 2010, waren Helden meiner Kindheit, ich hatte die Trikots der beiden. Das ist ein besonderer Moment, wenn eine solche Legende die Karriere beendet“, sagte Kramer. „Da denkt man darüber nach, was er alles erreicht hat und über was für eine unfassbare Zeit Bastian Schweinsteiger herausragende Leistungen gezeigt hat. Er ist ein ganz großer Sportsmann und es war mir eine Ehre, dass ich mit ihm dann auch kurz zusammenspielen durfte, das war das Allergrößte für mich.“

Was Kramer im Interview mit unserer Redaktion noch über den Saisonstart der Gladbacher, die Schwächen in der Europa League, das kommende Spiel in Dortmund sowie seine Medienauftritte als Experte oder als Kandidat bei „Schlag den Star“ und seine Rolle als Audioguide im Borussia-Museum sagt, lesen Sie in der Montagausgabe der Rheinischen Post oder ab Montagmorgen auf rp-online.de.

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