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Borussia Mönchengladbach: Büffelherde von Eintracht Frankfurt diente Max Eberl als Vorbild

Gegner Eintracht Fankfurt : Die einstige „Büffelherde“ hat Borussia entscheidend beeinflusst

Die Eintracht war mit ihrer Büffelherde erfolgreich, gewann den DFB-Pokal und schaffte es in der Europa League ins Halbfinale. Für Borussia war das durchaus eine Inspiration.

Wann genau in Max Eberl der Gedanke gereift ist, dass Borussia einen anderen Input braucht für den nächsten Schritt, das ist nicht bekannt. Doch die These sei erlaubt, dass die Neuausrichtung, die der Manager in den ersten Monaten des Jahres 2019 beschloss und mit dem neuen Trainer Marco Rose umsetzte, auch mit Eintracht Frankfurt zu tun hat. Oder besser: Mit der Art und Weise, wie die Eintracht zwischen 2017 und 2019 Fußball spielte, hat sie Borussias Entwicklung durchaus beeinflusst.

Das Wort „Büffelherde“, das es sogar zum eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht hat, umschreibt, was das Erfolgsrezept mit Nico Kovac war und nun mit Adi Hütter ist, das der Eintracht den Pokaltriumph und die Teilnahme am Halbfinale der Europa League beschert hat. Das Frankfurter Spiel war in den Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 extrem physisch und getrieben vom unbändigen Willen zum Erfolg. Personifiziert wurde die Geschichte durch die  Offensiv-„Büffel“ Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic.

2017 sorgte die Eintracht zudem für ein neuzeitliches Trauma bei Gladbach, als sie Borussia im DFB-Pokal-Halbfinale im eigenen Stadion im Elfmeterschießen besiegte. Borussias Hoffnung auf das Endspiel in Berlin zerbarst, das blieb hängen bei Eberl. 2018 gewann die Eintracht den DFB-Pokal und holte sich damit das „Blecherne“, das Eberl gern auch mit Gladbach gewinnen  würde. Und die Unerbittlichkeit, mit der sich Frankfurt in der Europa-League präsentierte, imponierte Eberl.

Kovac und Hütter sind beide Trainer, die wie Rose aus der Schule von RB Salzburg kommen. Eberl erkor Rose aus, Borussias Programm zu erweitern. Bis dahin galt das Prinzip des reinen und schönen Gladbach-Fußballs, dessen Ideal das Tiki-Taka war: geduldiger Ballbesitzfußball auf höchstem taktischem Niveau. Doch waren die Gladbacher damit zuweilen an ihre Grenzen gestoßen, weil die Konkurrenz das Spielchen durchschaut und sich der Fußball verändert hatte. Die Körperlichkeit und die Athletik, das spielen wieder eine andere Rolle.

Die Eintracht gehörte neben RB Leipzig und vorher dem FC Ingolstadt zu den Teams, die pressten und stressten was das Zeug hielt, die auch eklig sein konnten, wenn es nötig war. Und in der Europa League machte sich Roses RB Salzburg mit diesem Stil einen guten Namen. Nach einem der internationalen Spiele kam Eberl, das erzählte er mal, mit Rose ins Gespräch. Dass beide überzeugt davon waren, dass der gebürtige Leipziger Borussia büffeliger machen könne, belegt die Tatsache, dass sich der Klub und der Trainer 2019 entschieden, gemeinsame Sache zu machen.

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Eberl kaufte 2019 entsprechend ein: Stefan Lainer, Ramy Bensebaini, Marcus Thuram und Breel Embolo kamen, vier Männer mit großer körperlicher Präsenz. Und dann stand in der Saisonvorbereitung das Thema Pressing ganz oben auf dem Lehrplan. Den Gegner immer unter Druck setzen, ihm zusetzen, ihn nicht in Ruhe lassen, Action und ständiges Aktivsein, das sind die Merkmale der Rose-Borussia.

Was Eberl noch wollte: mehr Sieger-Gen. Auch dafür steht Rose. Er hat dem Team, das immer wieder in entscheidenden Situationen es eben nicht hingekriegt hat, genau das gegeben: Borussia war wochenlang Erster in der Bundesliga und schaffte am Ende im Schlussspurt noch den Sprung auf den vierten Rang und spielt nun in der Champions League.

In Frankfurt ist derweil der Höhenflug etwas abgeebbt. Vergangene Saison, als Borussia in einem actiongeladenen Heimspiel die Eintracht 4:2 besiegte, war die Frankfurt Neunter wie jetzt. Indes haben sich die Borussen bisher jenseits ihres Champions-League-Höhenfluges auch schwer getan im Alltag und kommen am Dienstagabend als Achter in die Frankfurter Arena (18.30 Uhr/Sky), jedoch mit vier Punkten mehr als die Eintracht. Für beide geht es darum, den Kontakt nicht abreißen zu lassen: Frankfurt will an Europa dranbleiben, Borussia an den Champions League-Rängen. Und zwar beide mit einer spielfreudigen Büffeligkeit.

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