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Borussia Mönchengladbach: Breel Embolo überzeugt auch ohne Tor

Borussias Stürmer : Diese Qualitäten haben Embolo einen Startelf-Platz und ein Lob beschert

Breel Embolo feierte gegen den BVB sein Startelf-Comeback. Getroffen hat er nicht, trotzdem hat seine Darbietung Trainer Adi Hütter gefallen. Embolo verdrängte Alassane Plea auf die Bank, weil er etwas mitbringt, das dem Franzosen abgeht und das der Trainer schätzt.

Es war eigentlich eine typische Breel-Embolo-Aktion: Sich im Getümmel durchtanken, einfach ab durch die Mitte und dann drauf aufs Tor. So passierte es nach 37 Minuten im Spiel der Borussen gegen den BVB, und es war ein langer Schweizer der eben dies tat und so das 1:0 für Gladbach erzielte. Doch hieß er nicht Breel Embolo, sondern Denis Zakaria.

Auch den Pass, der Zakaria auf die Reise in den BVB-Strafraum schickte, kam von einem anderen als Embolo, vom aufgerückten Abwehrchef Matthias Ginter, der einen seiner 103 Ballkontakte (mehr als jeder andere an diesem Tag), nutzte, um mitverantwortlich zu sein für das entscheidende Tor. Embolo stand nicht weit weg von Zakaria, er hatte sozusagen einen Logenplatz, indes musste er etwas in die Knie gehen neben seinem Landesmann, BVB-Verteidiger Manuel Akanji, um freie Sicht auf den Ball zu haben. Letztlich schloss er sich nach einem kurzen Tänzelschritt der Gladbacher Jubeltraube an.

Bei genauer Sichtung der Szene wird deutlich, dass Mats Hummel, der danach nicht richtig in den Zweikampf mit Zakaria kam, einen Seitenblick zu Embolo tat, der hinter ihm lauerte und erst dann Zakarias Aktion in vollem Umfang gewahr wurde. So war Embolo zumindest als Ablenker involviert in das Tor. Einen Scorerpunkt, die Währung eines Stürmers, sammelte Embolo jedoch nicht ein.

Dennoch gab es Lob von Trainer Adi Hütter, der das helvetische Energiebündel erstmals in die Startelf beordert hatte. „Er hat ein tolles Spiel gemacht, er hat viele Bälle behauptet“, sagte Hütter.  Embolo verkörpert mit seiner Art zu spielen vieles von dem, was der Österreicher sich vorstellt. Denn Embolo ist ein Spieler, der dem Gegner weh tun kann.

13 Minuten gegen Bielefeld, neun in Augsburg und nun 90 gegen den BVB, das ist Embolos bisherige Einsatzbilanz der Saison. Zuletzt hatte esr ein komplettes Spiel im Gladbach-Trikot auf den Tag genau vor fünf Monaten gemacht, am 25. April beim 5:0 gegen Bielefeld. Damals war Embolo mit zwei Toren und einem Assist der Mann des Tages, nun waren es gute 90 Minuten für ihn, auch wenn er ohne zählbaren Erfolg blieb.

Immerhin zwei Torschüsse gab er ab, vor allem aber war er das, was er immer ist: engagiert und gewillt, etwas zu bewegen. Und mit ihm kam auch jene Zone wieder in den Fokus, die beim 0:1 in Augsburg noch eine weitgehend Borussia-freie Zone war: der Strafraum, oder, wie es in der modernen Fußballersprache heißt: die Box. Dort Rabatz zu machen, das war Embolos Auftrag. Allerdings war er auch immer wieder weiter hinten zu finden, neben Jonas Hofmann, immer dann, wenn Lars Stindl ganz vorn im Angriff auftauchte. So war Embolo nicht nur Sturmspitze, sondern auch Teil des Pendel-Mittelfeldes, das Hütter für das BVB-Spiel entworfen hat.

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Embolos Nominierung war auch eine deutliche Botschaft an Alassane Plea, der erstmals nicht in der Startelf stand in dieser Saison. Plea hat wohl den besseren Torinstinkt als der Kollege, doch Hütter will etwas, was dem introvertierten Franzosen abgeht: Emotionen. Und die bringt das Embolo haufenweise mit. Er lebt ein Spiel in allen Facetten und er lässt die Fans an seinem Befinden teilhaben. Das schafft eine Verbindung zwischen dem Team und der Kurve. So war es auch gegen den BVB. Unter anderem damit hat sich Embolo das Lob seines Trainers verdient, auch wenn er beim Tor nur in der Nähe und nicht beteiligt war. Er hat getan, was sich Hütter erhofft hatte: Embolo hat Gladbachs Spiel einen neuen Akzent gegeben.