Borussia Mönchengladbach braucht Tore und Raffael

Auswärtsspiel in Stuttgart: Borussia braucht Tore und Raffael

Mönchengladbach kann in Stuttgart den Absturz in die Krise verhindern. Dazu muss die Chancenverwertung allerdings besser werden. Viele Hoffnungen ruhen auf Raffael, der zurückkehren könnte.

Im Fußball geht es auch darum, den Gegner zu beeindrucken. Wenn es nicht so läuft, wenn zwei Spiele in Folge verloren gingen und man auch noch torlos geblieben ist, so wie jetzt Borussia Mönchengladbach, dann kann es hilfreich sein, wenn der Gegner ein wenig Angst bekommt und abgelenkt wird von dem einen oder anderen Problemchen.

Weswegen - es wäre nicht der einzige Grund - die Borussen recht froh darüber wären, wenn sie Raffael mitbringen könnten ins Schwabenland. Eben den Raffael, der in den vergangenen drei Spielen gegen die Stuttgarter vier von neun Toren schoss, zwei davon gab es im Hinspiel dieser Saison, womit der Brasilianer ganz allein den 2:0-Erfolg der Borussen möglich machte. Dass er nicht nur ein Angstmacher wäre für den Gegner, sondern auch ein Muntermacher für die Borussen selbst sein könnte, kommt dazu.

Den einzigen Sieg dieses Jahres jedenfalls gab es im einzigen Spiel, in dem Raffael zur Startformation gehörte - gegen die Schwaben aus Augsburg (2:0). Aber kann er auch mitfahren, der 32-Jährige? Er hatte Wadenprobleme, hat deswegen zwei Spiele verpasst (die beiden Zu-Null-Niederlagen in Frankfurt und gegen Leipzig) und ist erst seit Donnerstag wieder im Mannschaftstraining. Natürlich will Raffael wieder spielen, er ist heiß - aber ist er auch bereit? "Wir werden Samstag entscheiden, ob Raffa dabei ist", sagte Trainer Dieter Hecking. Tendenz: Raffael fährt mit.

Ob mit oder ohne ihn: Borussia will beim VfB gewinnen. Und sie sollte es auch. Denn die dritte Niederlage in Folge und dann ein Heimspiel gegen Dortmund - das wäre eine Situation, die doch als sich anbahnende Krise bezeichnet werden müsste. Borussia braucht generell eine Trendwende nach dem verpatzten Start, um wieder eine andere Rolle zu spielen als die des Absackers im Europa-Kanon.

Dazu braucht es Tore. Und wohl Raffael, den besten Torjäger der vergangenen Jahre in Gladbach. Sein Hauptjob wäre es, den Kollegen zu helfen. Zuletzt haperte es nicht an der Chancenproduktion, sondern beim Abschluss - und zwar eklatant. Sieben Tore in acht Spielen gab es, zwölf hätten es, schaut man auf die Chancen, sein können, ja sein müssen.

Raffaels Teilnahme an der Dienstreise nach Baden-Württemberg hätte also mehrere Vorteile für die Borussen. Es wäre auch ein herrlicher Wettstreit der erfahrenen Torjäger mit so unterschiedlichen Ansätzen: Beim VfB der typische Mittelstürmer namens Mario Gomez, bei Gladbach der Prototyp des spielenden Stürmers, Raffael. Beide sind 32 - und beide können als Hoffnungsträger ihrer Teams Gegner beeindrucken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Raffael

(kk)