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Borussia Mönchengladbach: Branimir Hrgota ist Borussias Euro-Knipser

Borussia Mönchengladbach : Hrgota ist Borussias Euro-Knipser

Es lief nicht bei Branimir Hrgota. Borussias Schwede musste zur Dopingprobe und es dauerte und dauerte und dauerte. Gut eine Stunde und drei Flaschen Wasser brauchte er, bis er den Kontrolleuren der Uefa Vollzug melden konnte.

Ein Bierchen, das vielleicht die Geschichte erleichtert hätte, ist nicht erlaubt. So war es schon eine Viertelstunde nach 22 Uhr, als der Mann des Abends vor die Mikrofone der Reporter trat und über seinen ausgesprochen produktiven Arbeitseinsatz beim 3:0 gegen den FC Zürich plauderte. An Patrick Herrmanns 1:0 war er beteiligt, das 2:0 und das 3:0 schoss er selbst.

Zunächst landete Hrgotas Passversuch auf Umwegen bei Herrmann, der das 1:0 in der 31. Minute erzielte, dann machte er binnen fünf Minuten mit seinem Doppelpack (59., 64.) nach Vorlagen von Raffael und Granit Xhaka den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League perfekt. "Es war ein schöner Abend für mich. Ob ich bei Flaco einen Assist kriege, weiß ich nicht, aber ich habe zwei Tore gemacht und das ist gut. Das Wichtigste ist aber, dass wir gewonnen haben, Erster und eine Runde weiter sind", sagte Hrgota.

Der 21-Jährige machte aber nicht nur wegen seiner Saisontore neun und zehn (wettbewerbsübergreifend, acht in der Europa League) ein sehr gutes Spiel als Vertreter von Max Kruse. Hrgota, der sich bei seinen Einsätzen zuvor schwer getan hatte, sich ins Gladbacher Kombinationsspiel einzubringen, war dieses Mal mitten drin im Geschehen — als Ballverteiler, Vorlagengeber und Torschütze. "Wenn ich spiele, mache ich mein Ding und gebe Gas. Heute sind es zwei Tore geworden und ich denke, ich habe gut gespielt", sagte Hrgota.

Treffer in der Bundesliga fehlt noch

Zu Beginn der Saison war er die Nummer eins neben Raffael, das war, als Kruse noch nicht fit war. Hrgota sorgte für Aufsehen mit den Doppelpacks im Pokal in Homburg und beim 3:2 in Sarajevo, und dem Dreierpack im Rückspiel gegen die Bosnier. Dann traf er noch am 23. Oktober beim 5:0 gegen Limassol. Seither jedoch tat er sich schwerer vor dem Tor, in der Bundesliga ist er noch ohne Treffer. Nun ist er zurück in der Torspur — und hat seine Position als bester Gladbacher Schütze dieser Saison untermauert. Patrick Herrmann war mit seinem siebten Treffer dieser Spielzeit bis auf ein Tor herangerückt, dann setzte sich Hrgota wieder ab.

Im Rotationsprinzip von Favre gehört Hrgota zur Pokal-Kategorie. Er stand in allen acht Europapokal-Spielen in der Startelf und auch in beiden Partien im nationalen Pokalwettbewerb. In der Bundesliga gehörte er zuletzt am 27. September in Paderborn zur Anfangsformation.

Auch Ibrahima Traoré, der gegen Zürich ein großartiges Spiel machte und von den Schweizern nicht zu bremsen war, und Thorgan Hazard, der am Donnerstag eingewechselt wurde, gehören zu dem Zirkel derer, die eher unter der Woche beginnen dürfen und in der Liga eher Einwechselspieler sind. "Der Trainer trifft seine Entscheidung, wer in der Bundesliga, im Pokal und im Europapokal spielt. Er macht das richtig gut und wir stehen in allen Wettbewerben gut da. Aber ich habe jede Woche ein Spiel gemacht, das ist gut für meine Entwicklung", sagte Hrgota, der in 18 der bislang 24 Pflichtspielen zum Einsatz kam.

Gegen Zürich zeigte er wieder die ganze Coolness, mit denen er sein Torkonto in der Startphase der Saison schnell aufgestockt hatte. Ein starkes Stück war sein zweiter Treffer gegen Zürich. Da lupfte er den Ball gefühlvoll über den Torhüter ins Netz. "Granit hat mich gesehen, dass ich in die Tiefe gelaufen bin. Ich war dann ganz allein. Es war nicht möglich, am Torwart vorbei zu gehen, darum habe ich den Lupfer versucht und es hat geklappt", sagte Hrgota.

Wäre es optimal gelaufen, hätte er noch öfter getroffen. Im ersten Durchgang hatte er schon zwei gute Gelegenheiten, doch "einmal habe ich zu lange gewartet, beim zweiten Mal habe ich den Ball nicht richtig getroffen", sagte Hrgota. "Aber man kann auch nicht aus jeder Chance ein Tor machen. Zwei Tore, das ist schon okay", stellte Borussias Euro-Knipser fest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Branimir Hrgotas Traumtor gegen Zürich

(kk)