Borussia Mönchengladbach: Borussia muss die düstere Serie beim SC Freiburg beenden

Negativlauf in Freiburg: Borussia muss die düstere Serie beenden

Borussia hat seit 15 Jahren nicht in Freiburg gewonnen. Ex-Stürmer van Lent traf damals. Im Breisgau könnte heute ein Borusse sein Startelf-Debüt feiern.

Arie van Lent ist darauf angesprochen worden, natürlich. Auf den Kopfball-Heber, mit dem er nach der Hereingabe von Peer Kluge Freiburgs Torwart Timo Reus überwand und damit den 1:0-Erfolg der Borussen im Schwarzwald-Stadion sicherte. Dass es ein bis heute historischer Treffer sein würde, damit hat van Lent an jenem 23. März 2002 nicht gerechnet. Es war der bis heute letzte Bundesliga-Sieg der Gladbacher in Freiburg, "15 Jahre ist das her, das ist kaum zu glauben", sagt van Lent, der heute U 23-Trainer der Borussen ist. Damals gab es noch keinen Borussia-Park, Gladbach spielte noch auf dem Bökelberg. Neben van Lent gehörten der heutige Sportdirektor Max Eberl und Scouting-Chef Steffen Korell zu dem Team, das Trainer Hans Meyer wie in jenen Tagen üblich im 4-3-3-System formiert hatte.

Die düstere Freiburg-Serie ist die aktuell längste bestehende ohne Auswärtssieg. Knapp dahinter folgt die beim VfL Wolfsburg, wo am 22. November 2003 letztmals gewonnen wurde. Auch da gab es einen Treffer van Lents, der von 1999 bis 2004 für Gladbach spielte und dabei 62 Pflichtspiel-Tore machte. Am 22. Mai 2004 war er es auch, der das letzte Tor der Profis auf dem Bökelberg erzielte. "Den Treffer werde ich nie vergessen. An das Tor in Freiburg würde ich dagegen gern nicht jedes Jahr erinnert werden", sagt van Lent. Borussia müsste dafür heute im Schwarzwald-Stadion die Negativ-Serie beenden.

Dass Dieter Hecking auf van Lent als Auswärtssieg-bei-schwierigen-Dienstreisen-Torschützen zurückgreift, ist natürlich kein Thema. Das müssen schon van Lents Erben in der Abteilung Attacke richten. Lars Stindl wäre ein Kandidat, der 14 seiner 16 Tore dieses Jahres in der Fremde erzielt hat. Oder Raffael, dem beim letzten Auswärtssieg in Berlin ein Doppelpack gelang. Oder Thorgan Hazard, der in der vergangenen Saison in Freiburg zur 1:0-Halbzeitführung traf. Nach der Pause gab es dann aber noch drei Gegentreffer.

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Zwei davon bereitete Vincenzo Grifo vor. Der spielt heute für Gladbach und hat sicherlich etwas vor bei seiner Rückkehr, bestenfalls einen Treffer gegen den "Ex". In der Defensive könnte derweil einer zum Einsatz kommen, der zumindest statistisch ein Glücksbringer sein könnte: Reece Oxford. Einmal spielte er, dabei gab es einen Auswärtssieg im Süden. Seine einzige Bundesliga-Minute absolvierte Oxford beim 3:1 in Hoffenheim. Nun könnte der 18-jährige Engländer den vakanten Rechtsverteidiger-Posten einnehmen. Es wäre sein Startelf-Debüt, denn in Sinsheim kam er nur in der letzten Minute zum Einsatz.

"Ich weiß nicht, welchen Plan der Trainer hat. Aber ich hoffe, ich bekomme eine Chance und kann mit beweisen", sagte Oxford gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Beim Testspiel gegen Malaga hat er den Job schon mal gemacht - und dabei ein Tor erzielt. "Ich würde mit der Aufgabe klarkommen", sagt Oxford. "Das Wichtigste ist aber, dass wir gewinnen. Wir brauchen Punkte, um voranzukommen. Wenn ich dabei helfen kann, ist es ein Bonus für mich", sagt Oxford. Was seine Zukunft in Gladbach angeht, will er sich nicht äußern. Offiziell läuft der Leihvertrag bis Saisonende. "Ich gebe alles im Training und biete mich an. Wenn ich spiele, spiele ich, wenn nicht, arbeite ich weiter. Das ist so im Fußball", sagt Oxford. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine Trainingsarbeit heute mit einem Einsatz belohnt wird, ist vermutlich groß.

(kk)