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Borussia Mönchengladbach: Borussia erster Brasilianer Chiquinho spricht über Raffaels Abschied

Borussias Brasilianer : Chiquinho spricht über den Abschied von Raffael

Borussias erster Brasilianer Chiquinho ist traurig über den Abschied des „Maestro“. Er schätzt Raffael als Fußballer und Mensch und ist überzeugt davon, dass er etwas Neues finden wird.

Natürlich hätte Chiquinho nichts dagegen, wenn die Weisweiler Elf brasilianischen Zuwachs bekommen würde: Raffael. Dass dieser künftig mit Chiquinho zusammenspielen wird in Borussias Traditionsteam, davon ist auszugehen. Doch noch muss es ohne den 35-Jährigen gehen. Denn nachdem sein Vertrag in Gladbach ausgelaufen ist, will Raffael noch ein, zwei Jahre spielen.

„Es ist schade, dass Raffa nicht mehr da ist. Er wollte bei Borussia bleiben, aber es ging nicht”, sagt Chiquinho. Er war 1997 der erste Brasilianer bei Borussia, später folgten Marcelo Pletsch, Giovane Elber, Kahé, Dante und Bamba Anderson.

Mit großem Tamtam und Nebelschwaden wurde Chiquinho einst vorgestellt. Doch rund lief es nicht. Chiquinho, der inzwischen wie Raffael auch einen deutschen Pass hat, kam damals zu einen trudelnden Klub, der sich 1998 gerade noch rettete, dann aber 1999 abstieg.

Raffael hat andere Zeiten in Gladbach erlebt. Er kam 2013, als Borussia gerade durchgestartet war nach der Relegations-Rettung in den Europapokal. Mit ihm gelang sogar der nächste Schritt. Er war seither ein Gesicht der schönen neuen Gladbach-Ära, er stand für das Borussen-Tiki-Taka mit seiner Spielkunst.

Chiquinho hat die Fähigkeiten des „Maestro” immer geschätzt, „schon als er noch in Berlin war”. Als Raffael zu Borussia kam, freundeten sich die beiden Brasilianer an. „Wir schreiben uns, telefonieren und waren auch mal zusammen essen. Raffa ist eine sehr angenehme Persönlichkeit. Wir werden auch weiter Kontakt halten”, erzählt „Chico”.

„Raffa war sehr wichtig für Borussia in den letzten Jahren, nicht nur als Fußballer, sondern auch als Mensch. Er hat eine große Präsenz auf dem Platz, beim Training und in der Kabine, er ist ein Spieler, der sein Team motiviert. Er ist fußballerisch ein typischer Brasilianer, er liebt den Ball und das schöne Spiel. Er ist ein Straßenfußballer, er spielt mit dem Herz und ist der Dirigent in einem Team, er gibt den Takt vor”, sagt Chiquinho. Man hört den Respekt, mit dem er diese Worte sagt. „Ich habe ihn immer gern spielen sehen. Er spielt so intelligent, so clever, ich kann mir keinen Fußballfan vorstellen, der Raffas Spiel nicht mag”, sagt Chiquinho, der 38 Pflichtspiele für Gladbach machte (fünf Tore, zwei Assists). „Er hatte eine schwierige Zeit, weil er wenig gespielt hat. Aber er hat die Situation angenommen. Die eine Tür geht zu, aber eine neue geht auf, Raffa wird etwas Neues finden”, sagt Chiquinho.

Bei ihm ist es auch so. Er war Spielertrainer beim ASV Süchteln, dann Trainer beim SC Kapellen und bei Union Nettetal, zuletzt Sportlicher Leiter bei der Hammer Spielvereinigung. Den Job hat er zum 30. Juni beendet. Wie Raffael ist Chiquinho also auf dem Markt und bereit für eine neue Herausforderung als Trainer.