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Borussia Mönchengladbach besiegt in Überzahl 1899 Hoffenheim mit 3:1

Mehr als 70 Minuten in Überzahl : Borussia bezwingt zehn Hoffenheimer nach Rückstand 3:1

Daniel Farkes Bundesligadebüt gegen 1899 Hoffenheim, das sich früh selbst dezimierte, geriet zu einer zähen Angelegenheit. Doch ein Traumtor durch Bensebaini und zwei Vorlagen Pleas führten zum 3:1-Auftaktsieg, bei dem auch ein Geburtstagskind traf.

Borussias Profis passten sich ihren Fans an. In weißen T-Shirts gekleidet betraten sie gegen 14.50 Uhr unter dem Applaus des Publikums den Rasen des Borussia-Parks zum Aufwärmen. Knapp drei Stunden zuvor hatten sich etwa 4000 Gladbachs-Fans vom Alten Markt aus aufgemacht, um mit einem Fan-Marsch unter dem Motto „Gemeinsam für Borussia“ die neue Saison einzuleiten und zusammen zum Stadion zu ziehen. Der eindrucksvollen Aktion, die friedlich und feierlich verlief, folgte im Stadion ein gelungener Saisonauftakt: Borussia gewann gegen 1899 Hoffenheim 3:1 (1:1).

Trainer Daniel Farke überraschte bei seinem Bundesliga-Debüt mit seiner Aufstellung: Obwohl er nach langer Verletzungspause erst wenige komplette Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert hatte, stand Manu Koné in der Anfangsformation und bildete mit Christoph Kramer die Doppelsechs. Dadurch ergab sich auch eine Änderung in der offensiven Dreierreihe davor: Für den verletzten Kapitän Lars Stindl rückte Florian Neuhaus, der zuletzt immer auf der Sechs gespielt hatte, vor auf die Zehner-Position. Dazu kehrte erwartungsgemäß Yann Sommer nach seinen leichten Muskelbeschwerden ins Gladbacher Tor zurück. Die Viererkette blieb dagegen mit Joe Scally, Ko Itakura, Nico Elvedi und Ramy Bensebaini unverändert gegenüber dem Pokalspiel gegen Oberachern. Jonas Hofmann, Alassane Plea und Marcus Thuram vervollständigten Borussias Startformation.

Es dauerte indes, bis die Partie vor 49.659 Zuschauern Fahrt aufnahm. Borussia war um einen kontrollierten Spielaufbau und viel Ballbesitz bemüht, tat sich aber schwer, sich bis in die Nähe des Hoffenheimer Tores zu kombinieren. So konnte es passieren, dass Hoffenheim schon in Unterzahl spielte, ehe es die erste Torchance gab: TSG-Verteidiger Stefan Posch sah nach Fouls gegen Neuhaus und Bensebaini binnen drei Minuten die Ampelkarte (18. Spielminute).

Kurz darauf gab es erstmals den Ansatz von Torgefahr: Pleas Direktabnahme wurde im Strafraum geblockt, anschließend stocherte Thuram erfolglos im Fünfmeterraum, Hoffenheims Torwart Oliver Baumann sicherte den Ball im Nachfassen (21.). Gäste-Trainer André Breitenreiter reagierte, wechselte erstmals und stellte auf Viererkette um, seine Mannschaft nutzte derweil die erste Gelegenheit zum Führungstor: Georginio Rutter düpierte Bensebaini auf dem Flüge, seine Hereingabe fälschte Elvedi zu Andrej Kramaric ab, der Skov bediente, dieser schoss trocken zum 0:1 ein.

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Mit der Führung im Rücken konnte sich Hoffenheim noch stärker auf die Defensive beschränken, entsprechend wenig Raum hatte Borussia in der gegnerischen Hälfte. Gefährlich wurde es nur nach einem Schlenzer Pleas aus der Distanz – der Schuss in der 31. Minute verfehlte nur knapp sein Ziel. So musste eine Standardsituation her, um zum Ausgleich zu kommen: Itakura köpfte nach einem weiten Eckball Hofmanns zurück in die Mitte, wo Bensebaini spektakulär mit einem Fallrückzieher vollendete (42.). Dem Traumtor wollte nun Borussia noch vor der Pause die Führung folgen lassen, doch Neuhaus zielte bei zwei Schussversuchen jeweils zu hoch.

Die Gladbacher kamen in unveränderter Aufstellung zurück aus der Kabine, der Start in den zweiten Durchgang geriet indes etwas wild. Zunächst vergab Kramaric eine aussichtsreiche Konterchance leichtfertig, und im direkten Gegenzug schoss Joe Scally an die Latte. Wenig später tankte sich Thuram durch die Mitte, sein Abschluss war indes kein Problem für Baumann. Mehr Mühe hatte der Schlussmann mit einem Schlenzer Pleas, den er in der 62. Minute aber noch um den Pfosten lenken konnte.

Ansonsten gestaltete sich die Partie zäh: Hoffenheim igelte sich in der eigenen Hälfte ein, und Borussia fehlten die Ideen und die Genauigkeit, um die Gäste in Gefahr zu bringen. In der 71. Minute hatte indes Plea eine Idee, der Franzose fand die Lücke und schickte seinen Landsmann Thuram. Und das Geburtskind – er wurde am Samstag 25 Jahre alt – überwand Baumann mit einem Linksschuss in die lange Ecke.

Wenig später hätte Plea für die Entscheidung sorgen können. Von Neuhaus auf die Reise geschickt, scheiterte er erneut an Baumann. Als Vorbereiter machte Plea, der für seine Vertragsverlängerung bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung von den Fans gefeiert worden war, wieder einen exzellenten Job. Denn nur wenige Sekunden nach seiner vergebenen Torchance bediente der 29-Jährige Elvedi, der im Strafraum sogar noch die Zeit hatte, den Ball anzunehmen und dann an Baumann vorbei einzuschießen (78.).

Nach dem 3:1 geriet der Sieg für die Gladbacher nicht mehr in Gefahr. Ein weiterer Treffer wollte nicht mehr fallen, Thuram wurde in letzter Sekunde an einem Doppelpack gehindert (89.). Doch auch so konnte Coach Farke zum Auftakt einen letztlich verdienten Erfolg feiern. Allerdings hatten die Borussen viel Geduld aufbringen müssen, um wacker kämpfende Gäste zu bezwingen.

Die Mannschaft feierte den Sieg mit den Fans - und Thuram packte nach langer Zeit mal wieder seinen Eckfahnen-Jubel aus.

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