Borussia Mönchengladbach besiegt den FC Augsburg 5:1 und übernimmt die Tabellenführung

5:1 gegen Augsburg : Borussia stürmt dank Blitzstart an die Tabellenspitze - zum ersten Mal seit acht Jahren

Schon nach 13 Minuten stand es 3:0 gegen den FC Augsburg. Am Ende siegte Gladbach 5:1 und geht mit 16 Punkten als Bundesliga-Erster in die Länderspielpause.

Borussia ist mit einem Blitzstart gegen den FC Augsburg an die Tabellenspitze gestürmt. Mit einem 5:1 gegen den FC Augsburg nutzte das Team von Trainer Marco Rose die Gunst der Stunde und steht nun mit 16 Punkten erstmals seit August 2011 an der Spitze des Bundesliga-Tableaus. Denis Zakaria eröffnete schon nach zwei Minuten den Torreigen, Patrick Herrmann (2) und Alassane Plea legten noch vor der Pause nach. In der 83. Minute durfte sich dann auch der eingewechselte Breel Embolo als Torschütze feiern lassen. Florian Niederlechner hatte kurz zuvor den Ehrentreffer der Gäste erzielt.

„Wir hatten alles zu jeder Zeit unter Kontrolle. Wir freuen uns, als Tabellenführer in die Länderspielpause zu gehen - auch wenn das vielleicht noch nicht so viel bedeutet", sagte Gladbachs Christoph Kramer bei Dazn.

Im Vergleich zum schwachen Europa-League-Spiel bei Basaksehir FK in Istanbul (1:1) rotierte Rose vier neue Spieler ins Team. Tony Jantschke rückte anstelle Nico Elvedis in die Innenverteidigung, hinten links kam Rami Bensebaini für Oscar Wendt ins Team, im zentralen Mittelfeld ersetzte Laszlo Bénes Florian Neuhaus und vorn spielte Patrick Herrmann für Breel Embolo. In Babis Markridis, dem Top-Stürmer der U23, gab es einen Kader-Debütanten. Und Concor Noß, der schon in Istanbul zum Aufgebot gehörte, war zum ersten Mal in der Bundesliga dabei.

Mit dem neuem Personal kam auch ein neuer Geist auf den Rasen: Borussia begann wie entfesselt – genau so, wie man sich den Fußball unter Rose vorstellt. Schon nach zwei Minuten stand es 1:0. Marcus Thuram setzte sich über links durch, legte zurück auf Denis Zakaria und der besorgte mit seinem ersten Saisontor die erlösende Führung. Danach entwickelte sich das beste Saisonspiel der Gladbacher. „VfL, VfL, du schöner VfL“, sangen die Fans nach elf Minuten.

Da hatte Patrick Herrmann, der schon das wichtige 1:1 in der Türkei erzielt hatte, nach Vorarbeit von Alassane Plea schon das 2:0 erzielt (8.). Und der Mann der Woche legte fröhlich nach: Mit einem Flachschuss in die kurze Ecke sorgte er in der 13. Minute nach erneuter Plea-Vorlage für das 3:0. Augsburg hatte zuvor zwei Schussmöglicheiten, doch Jantschke und Matthias Ginter hatten die Bälle mit vollem Körpereinsatz abgewehrt. Das passte zum Gesamteindruck: Alle Borussen waren im Gegensatz zu Donnerstag von der ersten Sekunde an voll da und machten alles richtig. Die Laufwege passten, es wurde geschickt gepresst, im Erfolgsfall schnell umgeschaltet – und vorn total effektiv gearbeitet.

Gespielt haben die Borussen indes nicht in der Rose-typischen Raute sondern im klassischen 4-3-3, in der defensiven Ausprägung mit zwei Sechsern, die beide abwechselnd immer wieder nach vorn stießen. Laszlo Bénes, der Zehner, kippte dann ab, um die offenen Räume zu schließen. Vorn brachte der Dreierangriff mit Thuram, Alassane Plea und Herrmann Breite ins Spiel, immer wieder kam Gladbach über die Flügel in den Strafraum und zu Chancen.

War dieser 6. Oktober der Tag, an dem der Rose-Stil wirklich ankam in Gladbach? Schon einmal waren gegen den FC Augsburg alle Gladbacher Dämme gebrochen, das war am 23. September 2015 im Debüt-Spiel von André Schubert nach dem Abgang von Lucien Favre. Da stand es nach 21 Minuten 4:0, nachdem die Borussen zuvor sechs Pflichtspiele in Serie verloren hatten. Es war auch das letzte Mal, dass Gladbach zur Halbzeit 4:0 führte in einem Heimspiel. Das schnelle vierte Tor war möglich, doch in der 11. Minute wehrte Augsburgs Torwart Tomas Koubek wehrte den ersten Ball ab, als Rami Bensebaini allein vor ihm auftauchte.

Auch bei Bénes Freistoß-Versuch in der 35. Minute reagierte Augsburgs Keeper stark. In der 39. Minute patzte er aber schwer. Koubek ließ einen Rückpass durchrutschen, Plea war da und drückte den Ball ins Tor. Es war das vierte Saisontor des Franzosen. Ein Tor weniger auf dem Konto hat Embolo. Der Schweizer, der in der 53. Minute für Plea ins Spiel kam, markierte auf Vorarbeit von Herrmann den 5:1-Endstand.

Vor dem Spiel hatten viele Fans in den sozialen Netzwerken darauf verwiesen, dass die Gladbacher oftmals die Chance, die die Tabelle bot, nicht genutzt habe. Dieses Mal machte Roses-Team von Anfang an klar, dass es als Nummer eins der Bundesliga in die Länderspielpause gehen wollte. Zuletzt waren die Borussen in der Meistersaison 1976/77 nach sieben Spieltagen Erster. Nun fahren die Borussen nach der Länderspielpause am 19. Oktober als Tabellenführer zur Lucien Favres Borussia Dortmund. Mit der Leistung beim Sieg gegen Augsburg, den auch Ex-Trainer Dieter Hecking im Borussia-Park live erlebte, können sie dies mit dem größten Selbstvertrauen tun. Der Tristesse in der Europa League folgte ein Feiertag in der Bundesliga. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, riefen die Fans, während die Spieler vor der Nordkurve wie nach Siegen üblich tanzten.

Statistik:

Mönchengladbach: Sommer - Lainer (60. Elvedi), Ginter, Jantschke, Bensebaini - Zakaria - Kramer, Benes - Herrmann - Thuram, Plea (53. Embolo). - Trainer: Rose

Augsburg: Koubek - Lichtsteiner (46. Framberger) , Jedvaj, Uduokhai, Max - Vargas, Khedira (46. Oxford) - Hahn, Gregoritsch (76. Jensen), Moravek - Niederlechner. - Trainer: Schmidt

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Tore: 1:0 Zakaria (2.), 2:0 Herrmann (8.), 3:0 Herrmann (13.), 4:0 Plea (39.), 4:1 Niederlechner (80.), 5:1 Embolo (83.)

Zuschauer: 50.352

Beste Spieler: Herrmann, Zakaria, Plea - Hahn

Gelbe Karten: Herrmann - Khedira (2), Framberger

Torschüsse: 13:13

Ecken: 2:7

Ballbesitz: 59:41 %

Zweikämpfe: 85:72

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