Borussia Mönchengladbach: Beim Derbysieg gegen 1. FC Köln hätte es deutlicher zugehen können

Kommentar zum Derbysieg : Borussia machte sich das Leben unnötig schwer

Borussia Mönchengladbach hat das Derby gegen den 1. FC Köln gewonnen. Doch das 1:0 geriet in der zweiten Halbzeit in Gefahr, weil das Team von Marco Rose vor der Pause nicht nachlegte.

Dass sich Borussia nach dem Spiel minutenlang von den 6.000 mitgereisten Fans feiern lassen durfte, war auf jeden Fall verdient. Die deutlich bessere Mannschaft hat das Derby der beiden Rhein-Rivalen zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln mit 1:0 gewonnen. Aber der Sieg war in der zweiten Halbzeit gefährdet, eine starke Leistung von Gladbachs Keeper Yann Sommer half seinem Team in dieser Phase, er entschärfte einige Bälle, darunter auch zwei Großchancen der Kölner. Zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie aber durchaus schon entschieden sein können, wenn nicht sogar müssen.

Nach einer Viertelstunde hatte Borussia die Partie im Griff. Alassane Plea erzielte in der 14. Minute das 1:0, was der Startschuss für eine Fülle an großen Gelegenheiten war, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Es fehlte aber sowohl im Abschluss als auch in der Vorbereitung die Präzision. Einige Male liefen die Gladbacher gegen überraschend offen stehende und fehlerhafte Kölner in Überzahl auf die FC-Defensive, doch mal zögerte Florian Neuhaus frei vor dem Tor zu lange, mal kam der letzte Ball von Breel Embolo nicht an, mal machte Plea einen Schlenker zuviel.

Die Machtverhältnisse waren sehr deutlich. Borussia war in jeder Hinsicht die bessere Mannschaft. Sie spielte auch ihren bislang besten Fußball in dieser Phase von der 14. Minute bis zum Halbzeitpfiff. Aber der Ertrag, der das Derby schon frühzeitig entschieden hätte, fehlte.

So wurde die zweite Halbzeit zur Nervenprobe. Köln schoss jeden Ball lang auf die bulligen Stürmer Anthony Modeste, Jhon Cordoba und später Simon Terodde und kam dadurch zu einigen guten Möglichkeiten. Doch Sommer war bei den Versuchen von Dominik Drexler oder Terodde zur Stelle. Seine Paraden, seine Ruhe, die er ausstrahlte, waren sehr wertvoll in der Phase, als Gladbach nicht mehr den Fußball der ersten Halbzeit auf den Platz brachte. So übernahm das Team von Trainer Marco Rose das Spiel des Gegners und agierte seinerseits viel mit hohen Bällen auf Marcus Thuram. Spielerische Akzente und Kombinationen gab es dagegen kaum noch.

Der Abpfiff nach der vierminütigen Nachspielzeit war dann ein erlösender, einer, der den Sieg, bei dem sich Borussia das Leben unnötig schwer machte, unter Dach und Fach brachte. Die drei Punkte sind ein eminent wichtiger Start in eine wegweisende Phase. Es wird das Ziel sein, die gleiche Ausbeute in den kommenden beiden Spielen einzufahren – bei den Heimspielen in der Europa League gegen den Wolfsberger AC (Donnerstag, 18.55 Uhr) und nächste Woche Sonntag in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr). Gelingt das, ist der Rose-Start mehr als gelungen.

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