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Borussia Mönchengladbach: Bei Michael Lang, Julio Villalba und Thorben Müsel reicht die Qualität nicht

Start der Vorbereitung : Bei drei Borussen reicht die Qualität nicht aus

In den ersten Vorbereitungsspielen durften alle gesunden Spieler ran. Es zeigte sich wieder, dass es für einige nicht reicht, um eine große Rolle im Kader zu spielen. Bei den Talenten gibt es auch positive Erkenntnisse.

Eine Vorbereitung bietet den Spielern, die in der jüngeren Vergangenheit nicht häufig zum Zuge kamen, die Gelegenheit, sich zu präsentieren und dem Trainer für neue Aufgaben anzubieten. So ist es auch bei Borussia. Marco Rose gibt allen Akteuren in diesen Tagen die Chance, sich auf dem Platz zu beweisen. In den beiden Testspielen gegen die Drittligisten SC Verl und MSV Duisburg, die jeweils 4:0 gewonnen wurden, kamen alle gesunden Spieler zweimal zum Einsatz. Doch bei solchen Gelegenheiten entpuppen sich dann nicht nur einige Spieler als Überraschungen, sondern es zeigt sich erneut, dass es für manche Profis nicht reicht, um eine gewichtige Rolle im Kader zu übernehmen.

Michael Lang ist nach seiner einjährigen Leihe aus Bremen nach Gladbach zurückgekehrt. Menschlich ist er voll integriert im Team, er versteht sich mit nahezu allen Mitspielern und wird von seinen Kollegen ebenso geschätzt, auch von Rose. Doch den Tempofußball des Coaches beherrscht der Rechtsverteidiger nicht. Lang ist eher ein kontrollierter Spieler, mit Power die Außenlinie zu beackern, wie es beispielsweise Stefan Lainer macht, ist nicht sein Ding. Das hat sich in den beiden Testspielen nochmal gezeigt, wobei Lang auch nicht negativ aufgefallen ist. Trotzdem bleibt es dabei, dass der Schweizer, der bei Borussia einen Vertrag bis 2022 hat, bei einem anderen Verein eine aussichtsreichere Zukunft hätte.

Julio Villalba ist fit, das ist eine sehr gute Nachricht. Denn das war nicht häufig der Fall, seitdem der Stürmer bei Borussia spielt. So kann man ihn jetzt auch mal auf dem Platz sehen, gegen Verl spielte er etwa 15 Minuten, gegen Duisburg eine Halbzeit. Im ersten Spiel traf er, die zweite Partie zeigte aber, dass er nicht die Klasse seiner Angreifer-Kollegen hat. Der Unterschied zwischen seinem Auftritt und dem von Breel Embolo war enorm. Der Vergleich ist sicherlich nicht fair aus Sicht von Villalba, der unerfahrener ist und ganz andere körperliche Voraussetzungen hat, aber er zeigt schon, dass der Paraguayer auch weiter wohl keine große Rolle spielen wird. Und weil er als Nicht-Europäer nicht in der U23 spielen kann, kann er sich auch nicht die benötigte Spielpraxis holen. Für seine Zukunft sollte Villalba einen Transfer forcieren.

Torben Müsel kam am Ende der vergangenen Saison zu seinem Bundesliga-Debüt. Doch das verlieh ihm offenbar nicht den Auftrieb, den er benötigt. Technisch sieht das oft recht gut aus, was der Zehner macht, aber sein Spiel ist deutlich fehlerhafter als das seiner Kollegen. Wenn Borussia Tempo aufnimmt, kann der 21-Jährige oftmals nicht mithalten. Auch im Training fällt das häufiger auf. Müsel befindet sich in seinem letzten Vertragsjahr, es bleibt abzuwarten, ob er das noch in Gladbach bestreitet. Zumal in der U23 in der vergangenen Saison auch eher auf die Talente aus der eigenen Jugend gesetzt wurde. Es ist also auch fraglich, ob sich Müsel im Team von Heiko Vogel für neue Aufgaben anbieten könnte.

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Zu sehen war in den ersten beiden Tests auch, dass die Eigengewächse Kaan Kurt, Jordi Bongard, Conor Noß und Rocco Reitz noch nicht so weit sind, um zeitnah für Furore zu sorgen. Wobei gerade bei Reitz starke Ansätze zu erkennen waren. Bei seinem Debüt gegen Verl startete er noch sehr nervös im zentralen Mittelfeld, doch mit etwas mehr Ruhe und Selbstvertrauen war zu erkennen, dass in ihm großes Potenzial steckt, weil er auch mal mutige, für den Gegner überraschende Lösungen parat hat. Das ist auch eine Spezialität von Famana Quizera. Der junge Portugiese hat auch noch großen Verbesserungsbedarf, aber hat dennoch in den ersten Tagen der Vorbereitung gezeigt, dass er das Erbe von Raffael antreten könnte.