Borussia Mönchengladbach: Bayern München war zu stark für die Fohlen

1:5-Niederlage im Klassiker : Borussia war gegen starke Bayern chancenlos

Borussia Mönchengladbach hatte sich im Duell mit dem FC Bayern München mehr Augenhöhe erhofft. Doch frühe Gegentore in beiden Halbzeiten spielten den Münchenern in die Karten. Borussia kassierte die dritte Heimniederlage in Folge.

Borussia hat 1:5 gegen den FC Bayern München verloren. Dabei kassierten die Borussen jeweils kurz nach dem Anpfiff beider Halbzeiten ein Gegentor, das spielte den Bayern natürlich in die Karten. Es war die dritte Heimniederlage in Folge. Die Münchener zogen derweil nach Punkten mit Tabellenführer Borussia Dortmund gleich (beide 54) und setzten ein Ausrufezeichen im Titelkampf. Die Borussen haben nun den dritten Platz an RB Leipzig verloren, die Sachsen siegten 1:0 in Nürnberg und liegen nun zwei Punkte vor dem Team von Trainer Dieter Hecking, das 43 Zähler hat. Die Verfolger Frankfurt (5. Platz, 40 Punkte) und Leverkusen (6., 39) sind deutlich an die Gladbacher herangerückt. Borussia muss den Trend der vergangenen vier Spiele (ein Punkt) dringend stoppen, um nicht noch weiter abzurutschen.

Hecking setzte auf jene Elf, die im Hinspiel 3:0 bei den Bayern gewonnen hatte. Michael Lang kehrte zurück ins Team, nachdem in den beiden Partien zuvor Fabian Johnson den Job als rechter Verteidiger gemacht hatte. Jonas Hofmann stand erstmals nach seiner Knöchelverletzung in der Startelf, er bildete mit Florian Neuhaus die Doppelacht. Vorne stürmte wieder Alassane Plea, der bei den Bayern mit seinem 1:0 den Sieg auf den Weg gebracht hatte. Für Verteidiger Nico Elvedi war es das 100. Bundesligaspiel. Und Raffael war zum ersten Mal seit seinem Schlüsselbeinbruch, den er sich im Spiel bei 1899 Hoffenheim zugezogen hatte, im Kader.

Die Aufstellung der Borussen zeigte: Hecking und sein Team wollten die Geschichte mutig angehen. Aber es ging mit einem Schock los: Plea verlor den Ball, Robert Lewandowski wurde freigespielt, Yann Sommer lenkte den Ball zur Ecke. Diese schlug James in den Strafraum und Javier Martinez durfte freistehend zum 1:0 einköpfen (2.). Der FC Bayern machte also gleich ernst, und für die Borussen ging es so weiter wie bei den beiden vergangenen Heimspielen, die jeweils 0:3 gegen Berlin und Wolfsburg verloren wurden – mit einem Rückschlag.

Für Plea war es ein bitteres Startelf-Comeback. Statt seiner Mannschaft mit Toren zu helfen, leitete er einen Abend ein, der im weiteren Verlauf bitter zu werden drohte. Denn nach elf Minuten stand es 0:2, dieses Mal war Thomas Müller Nutznießer der großen Freiheit, die ihm Borussias Defensive gönnte. Zunächst wehrte Sommer ab, doch Müller traf im Nachsetzen dann doch. Spätestens da war der Plan der Borussen komplett über den Haufen geworfen. Nun ging es zunächst darum, nicht total einzubrechen. Und das gegen starke Bayern, die offenbar angetreten waren, um pure Stärke zu demonstrieren.

Borussia kam zunächst kaum dazu, eigene Akzente zu setzen. Nur wenn es mal schnell ging und sie so die Münchener unter Druck setzen konnte, gab es Hoffnungsmomente. Einmal trat Plea den Ball auch ins Tor, dies aber aus einer Abseitsposition heraus (21.). Borussia schaffte es, das Geschehen etwas zu beruhigen, konnte sich aber dennoch bei Sommer bedanken, dass es beim 0:2 blieb. Erst lief Lewandowski Elvedi davon, doch Sommer hielt - auch, als Serge Gnabry nach 33 Minuten allein vor ihm auftauchte.

Und dann setzte Kapitän Lars Stindl ein Zeichen: Zunächst zielte er über das Tor, traf dann aber fulminant nach dem Pass von Thorgan Hazard mit links in die kurze Ecke. Es war das erste Heimtor der Gladbacher seit dem Treffer von Patrick Herrmann zum 2:0 gegen Augsburg am 26. Januar. Stindl führte vor, wie es geht gegen die Bayern: Er zog einfach mal ab mit Entschlossenheit und Mut. Mit einer gewissen Offenheit ging das Spiel, das insgesamt eines Topspiels würdig war, in die zweite Halbzeit.

Doch Robert Lewandowski beendete schon nach einer Minute die Hoffnung der Gladbacher auf die Wende. Zunächst hatte James nach einem Fehlpass Elvedis das Tor verfehlt, doch Lewandowski machte es in der 46. Minuten besser, als er sich gegen Elvedi und Ginter durchsetzte und das 1:3 erzielte. Der Blitzstart der Bayern wurde wie in der ersten Halbzeit durch eine Schlafmützigkeit in der Startphase der Gladbacher begünstigt. Gnabry durfte dann noch das 1:4 erzielen, erneut ließ die Abwehr Sommer allein. Nach einem Foul von Hazard an Kimmich gab es dann noch Elfmeter für die Bayern, den Lewandowski sicher verwandelte (90.).

Damit setzte Borussia, die nur kurz hoffen durfte, den Trend der letzten beiden Heimspiele fort. Und die Bilanz ist alarmierend: 1:11 Gegentore und null Punkte. Während die Bayern den BVB mehr und mehr unter Druck setzen, hat Gladbach seine Jäger im Nacken. Frankfurt und Leverkusen sind im Aufwind, während die Gladbacher in einem Negativ-Trend sind. Nun wird das Spiel in Mainz am Samstag (erneut 18.30 Uhr) eines von eminenter Wichtigkeit. Borussia muss dort dringend raus aus dem Negativstrudel und zurück in den Erfolgsmodus kommen. Einer der wenigen Lichtblicke des Bayern-Spiels: Raffael feierte sein Comeback in der Schlussphase.

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