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Borussia Mönchengladbach: Ausleihe von Bénes bleibt einzige Tätigkeit

Max Eberl über Wintertransfers : „Es wird nichts mehr passieren“

Das Wintertransferfenster schließt, ohne dass Borussia noch einmal tätig wird. So gibt es nur die Ausleihe von Laszlo Bénes an Holstein Kiel, wo der Mittelfeldmann fünf Monate Spielpraxis sammeln soll. Das bedeutet auch, dass Stürmer Josip Drmic bleibt.

Es ist „Deadline-Day“, aber Max Eberl bringt das nicht aus der Ruhe. Zwar hatte Borussias Sportdirektor am Donnerstag sein Handy stets in Griffweite, falls sich am letzten Tag der Wintertransfer-Periode noch etwas ergeben sollte, er sagte aber auch: „Als ich heute Morgen die Zahnpasta auf die Zahnbürste getan habe, wusste ich, es wird nichts mehr passieren.“ Damit bleibt die Ausleihe von Laszlo Bénes an Zweitligist Holstein Kiel die einzige Tätigkeit der Gladbacher im Wintertransferfenster, das am Donnerstag schließt. Zu Bénes konkretisierte Eberl: „Wir haben herausragende Spieler im Mittelfeld. Laszlo wollten wir bestmöglich vorbereiten auf die neue Saison, deswegen haben wir die Möglichkeit mit Holstein Kiel genutzt. Das ist eine Mannschaft, die Fußball spielen lässt und kreativ ist, das passt zu Laszlo. Da soll er fünf Monate spielen und dann im Sommer zu uns zurückkommen. Wir müssen neben dem sportlichen Erfolg auch auf die Entwicklung der Spieler gucken."

Generell ist Eberl kein großer Freund von Wintertransfers, der letzte war Timothée Kolodziejczak, der im Januar 2017 nach Gladbach kam und im September desselben Jahres wieder abgegeben wurde. Gerade einmal zwei Spiele hatte „Kolo“ absolviert, beide im Übrigen gegen den kommenden Gegner Schalke 04, einmal in der Bundesliga und einmal in der Europa League. Er bildet ein wenig die Ausnahme zu dem, was Eberl sonst für Borussia vorschwebt. „Wir stellen im Sommer einen Kader zusammen, der im besten Fall durch die Saison geht“, sagte der Sportdirektor mit Blick auf seine Idealvorstellung. Er ergänzte: „Der Transfermarkt ist im Moment außergewöhnlich, skurril, viele Transfers sind finanziell kaum zu stemmen, meist sind es Leihen. Einen Leihspieler zu holen, war für uns aber keine Option. Wir haben momentan eine sehr gute Konstellation, die meisten Spieler sind fit, Raffael und Keanan Bennetts kommen zügig zurück.“ So gab es keine Notwendigkeit, den seit Sommer bestehenden Kader zu ändern.

Das gilt für Zugänge, aber auch für mögliche Abgänge. Für Letzteres war Josip Drmic ein Kandidat, der Stürmer ist in dieser Saison bei Borussia noch gar nicht in einem Pflichtspiel zum Zuge gekommen, sein Ex-Klub 1. FC Nürnberg hatte sich dem Vernehmen nach um ihn bemüht. Eberl sagte dazu am Donnerstag: „Wenn es Angebote gegeben hätte, hätten wir uns damit beschäftigt. Als Klub hatte ich aber keine. Ich kann nicht für Josip sprechen, aber es hat sich für ihn nichts ergeben, was er sich vorgestellt hat. Er verhält sich bei uns top-professionell und wird bis zum Sommer bei uns sein."

Dass der Schweizer am Samstag (18.30 Uhr) zum Kader für die Partie beim FC Schalke 04 gehören wird, dürfte aber ausgeschlossen sein. Er wird vermutlich ebenso sicher fehlen wie die Verletzten Raffael, Mamadou Doucouré und Bennetts. Wieder mit dabei dürfte der zuletzt angeschlagene Thorgan Hazard sein, der die Heimpartie gegen den FC Augsburg verpasst hatte. „Die Verletzung ist ausgeheilt und er steht wieder zur Verfügung“, sagte Dieter Hecking knapp. Der Trainer hat sich den nächsten Gegner natürlich angesehen. „Schalke hat nach der Pause Wolfsburg mit viel Mentalität niedergerungen. Das sagt alles aus. Obwohl sie viele Probleme hat, ist es eine sehr gut aufgestellte Mannschaft. Die Schalker sind motiviert, gegen uns die bestmögliche Leistung abzurufen. Wir sind mit zwei Siegen aus der Winterpause gekommen, aber das ist ja auch kein Ruhekissen. Wir müssen so gut wie möglich spielen und weiter kontinuierlich punkten, das wollen wir auch auf Schalke", sagte Hecking.

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Er ergänzte über den Vizemeister: „Ich glaube, dass die Schalker es im letzten Jahr überragend gemacht haben. In diesem Jahr sind sie nicht so in ihren Lauf reingekommen. Gegen Berlin jetzt haben sie mich aber überzeugt, sie wollen auch fußballerisch Lösungen finden.“ Das gilt auch für sein Team. „Wir sollten immer versuchen, unsere Spielweise durchzubringen. Ob das gelingt, muss man immer wieder neu sehen, vielleicht sind wir am Samstag auch nur zweiter Sieger. Wir werden aber von dem Ansatz, den wir die letzten 19 Bundesligaspiele gewählt haben, nicht abgehen und etwas völlig anderes machen. Wir müssen Spielfreude und Selbstvertrauen auf den Platz bringen", sagte Hecking.