Borussia Mönchengladbach auf dem Weg zur Heim-Macht

Faktencheck: Borussia auf dem Weg zur Heim-Macht

Borussia hat über die Saisongrenzen gerechnet eine Siegesserie im eigenen Stadion hingelegt. Auch diese Fakten sind interessant.

Ur-Borusse Berti Vogts hatte zuletzt gefordert, dass die Borussen daheim wieder eine Macht sein müssen. Das Team von Trainer Dieter Hecking ist auf dem Weg dahin. Das 3:1 gegen Eintracht Frankfurt war saisonübergreifend der sechste Erfolg im Borussia-Park in Serie. Dabei erzielten die Gladbacher 15:4 Tore. Die letzte Niederlage im eigenen Stadion gab es am 18. Februar gegen Borussia Dortmund (0:1).

Hofmanns Glück

Gelson Fernandes war drauf und dran, Borussias Marathon-Mann Jonas Hofmann aufzuhalten. Der Frankfurter war lange Zeit führend in der Laufstatistik im Vergleich zwischen Gladbach und der Eintracht. Doch nach 72 Minuten war sein Arbeitstag beendet und der Weg für Hofmann frei. 12,51 Kilometer absolvierte er insgesamt, kein Spieler war mehr unterwegs. Insgesamt hatte Borussia ein extrem lauffreudiges Mittelfeld, Christoph Kramer (11,78) und Florian Neuhaus (11,39) belegten die Plätze zwei und vier in der Wertung. Nur Makoto Hasebe (11,61) verhinderte den dreifachen Podestplatz für die Borussen-Zentrale.

Gefahr durch Standards und über Außen

Die Gladbacher hatten gegen die Eintracht neun Abschlüsse nach Standards, einmal waren sie erfolgreich. Weil Nico Elvedi in der 85. Minute nach der Ecke von Thorgan Hazard traf, bleibt es dabei: Borussia hat in jedem Pflichtspiel dieser Saison ein Standardtor erzielt. Hinzu kommt, dass dem 1:0 durch Plea ein Einwurf vorausging, den Neuhaus zur Vorlage nutzte. Die Quote liegt bei 50 Prozent, fünf der zehn bisherigen Saisontreffer fielen nach Standards. Hinzu kommt mehr Gefahr über die Flügel. Griffen die Borussen über Jahre nach dem Motto „ab durch die Mitte“ an, so kommt jetzt viel Gefahr über die Flügel. Gegen Frankfurt wurden nur 22 Prozent der Gefahrenmomente über das Zentrum kreiert, 37 Prozent kamen über links und 41 Prozent über rechts. Beide Außen, Thorgan Hazard, der auch traf, und Patrick Herrmann, waren sehr agil.

Fünf Dauerbrenner und Ginters „Übersetzung“

Eine echte Stammelf gibt es angesichts der Breite im Gladbacher Kader nicht. Doch es gibt fünf Stammspieler. Yann Sommer, Matthias Ginter, Oscar Wendt, Jonas Hofmann und Thorgan Hazard haben die ersten fünf Bundesligaspiele komplett mitgemacht, alle haben 450 Einsatzminuten in ihrer Statistik. Ginter war in der vergangenen Saison der „ewige“ Borusse, der keine Sekunde Spielzeit verpasste, weder in der Liga noch im Pokal. Er setzte seine Serie fort. Und auch seine Torgefährlichkeit hat er in die neue Saison „übersetzt“. Gegen Schalke traf Ginter per Kopf, gegen Frankfurt hatte er drei Abschlüsse, in der 42. Minute zwang er seinen Nationalmannschaftskollegen Kevin Trapp zu einer Glanztat.

Platz zwei für Königs

Im Vorfeld des Spiels gegen Frankfurt hat Borussia Aufsichtsrat Rolf Königs im Amt bestätigt. Bis 2021 ist damit die Präsidenten-Frage geklärt. Königs übernahm den Posten im April 2004 nach dem Tod seines Vorgängers Adalbert Jordan. Damit stand in der 118-jährigen Vereinsgeschichte nur Helmut Beyer länger an der Spitze des Klubs. Königs startete dann auch mit einem Sieg in die neue Amtszeit.

(kk)
Mehr von RP ONLINE