Borussia Mönchengladbach: Analyse der Niederlage gegen Union Berlin

Nach der Niederlage in Berlin : Für Borussia kommt es auf die Überzeugung an

Borussia hat bei Union Berlin verloren, weil der letzte Punch fehlte. Nun geht es darum, zu beweisen, wie überzeugt das Team vom Denken Marco Roses tatsächlich schon ist. Die schnelle Taktung des Spielplans kann Borussia entgegenkommen.

Erfolg ist im Fußball letztlich eine Frage der Überzeugung. Weswegen der Aufsteiger Union Berlin 2:0 gegen den Spitzenreiter Borussia gewonnen hat. Die „Eisernen“ haben ihren Fußball-Stil einfach mit mehr Überzeugung auf den Rasen gebracht. Dem Spiel der Gladbacher fehlte der letzte Punch.

Es gibt aber Tage wie diese, und das Ergebnis einer Saison hängt davon ab, die Zahl dieser Tage möglichst gering zu halten. Nun kommt es darauf an, wie überzeugt die Borussen tatsächlich schon sind vom Denken des Trainers Marco Rose. Der Lauf in den Wochen vor der Länderspielpause ließ die Vermutung zu, dass die Spieler bereits mittendrin sind in der Gedankenwelt des Trainers. Nun gilt es, das zu beweisen nach Berlin.

Schon am Donnerstag geht es weiter in der Europa League beim Wolfsberger AC. Dann kommt am Sonntag der SC Freiburg in den Borussia-Park. Nach dem 1. FC Union Berlin, gegen den alle bisherigen Spiele verloren gegangen sind für die Borussen, sind das erneut zwei Teams mit denen unschöne Erinnerungen verbunden sind. Wolfsberg fügte Gladbach die höchste Europapokal-Heimniederlage aller Zeiten zu. Und der SC Freiburg ist vor allem in dessen Heimat ein rotes Tuch für die Gladbacher. Seit 2002 wurde im Breisgau in der Bundesliga nicht gewonnen. In der vergangenen Saison gehörte das 1:1 in Gladbach zu den Spielen, die dazu beitrugen, dass die sicher geglaubte Champions-League-Qualifikation nicht geklappt hat. Es sind also zwei Gegner, die wie zuvor Union, großes Stolpergefahr-Potenzial haben.

Aber: Die schnelle Taktung des Spielplans kann Borussia entgegenkommen. Es bleibt nicht viel Zeit, das 0:2 hin und her zu denken, der Blick wird schnell nach vorn gerichtet sein auf die Anforderungen des nächsten Spiels. Die Partie an der Alten Försterei kann als Fallbeispiel genutzt werden für die nächsten Partien, vor allem für die in Österreich. Es wird darauf ankommen, den Willen des Gegners zu brechen.

Bislang sind die Gladbacher mit Niederlagen gut klargekommen. Dem 1:3 gegen Leipzig folgte der Derby-Sieg in Köln. Nach dem 0:4 gegen Wolfsberg gab es gegen Düsseldorf den späten Sieg, der der Auftakt einer Serie von inzwischen vier Heimsiegen am Stück war. Nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund holte Borussia den Last-Minute-Punkt in Rom und besiegte Frankfurt. Und seit dem Pokal-Aus in Dortmund gab es drei Siege in Serie. Zwei Niederlagen in Folge gab es unter Rose noch nicht.

Gegen Wolfsberg und Freiburg geht es um etwas: Gegen Wolfsberg will Borussia die Basis für das Überwintern in Europa legen und gegen Freiburg Platz eins verteidigen. Borussia muss wie in Berlin damit leben, dass sie jeweils als Favorit ins Spiel geht als Spitzenreiter der Bundesliga. Dass Wolfsberg in der Europa League bisher durchaus überrascht hat und Freiburg eine sensationelle Saison hinlegt und zudem ohne Europa-Verpflichtung sehr ausgeruht auftauchen wird in Gladbach, wird die Erwartungen nicht schmälern. „Es geht immer darum, weiterzumachen. Und ich sehe keinen Grund, nicht weiterzumachen“, hat Christoph Kramer gesagt. Wenn die Borussen die Überzeugung, die in diesen Worten liegt, wieder auf den Platz bringen, wird die Berlin-Niederlage keine weitreichenden Folgen haben.

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