Borussia Mönchengladbach: Alexander Zickler erklärt Thurams wilde Spielweise

Alexander Zickler über den Franzosen : Thuram ist Borussias Spektakel-Versprechen

Marcus Thuram hat beim 1:0 in Sandhausen angedeutet, was er Borussia bringen kann. Tore, aber auch sehr unterhaltsamen Fußball. Offensiv-Coach Alexander Zickler erklärt seine „wilde“ Spielweise.

Die Pokalpartie in Sandhausen (1:0) könnte ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, was Marcus Thuram, den Borussia in diesem Sommer für neun Millionen Euro verpflichtete, leisten kann. Per Flugkopfball erzielte er den entscheidenden Treffer, und wenn es außerdem sehenswerte Szenen der Gladbacher Offensive gab, war der 22-Jährige beteiligt, meist mit einer Solo-Aktion. Dabei zeigte er sich aber noch zu verspielt. Deswegen fordert Trainer Marco Rose von ihm, noch zielstrebiger und effektiver zu sein. Kriegt Thuram das hin, dürfte man sich bei Borussia noch auf viele Höhepunkte von und mit ihm freuen.

„In erster Linie ist er ein richtig guter Fußballer“, sagt Rose über den Franzosen. Bevor man seine spielerischen Qualitäten sieht, stellt man aber fest, dass der Stürmer eine sehr körperliche Erscheinung ist. 1,92 Meter ist Thuram groß und damit der längste Spieler im Gladbacher Kader. Entsprechend robust ist seine Statur. Doch diesen wuchtigen Körper kann er schnell und geschickt bewegen. „Marcus bietet uns neue Optionen“, sagt sein Trainer: in der Luft, im Eins-gegen-Eins, bei Bällen in die Schnittstelle.

Alexander Zickler, der neue Offensiv-Coach Borussias, beschäftigt sich sehr viel mit Thuram und seinen Kollegen aus der Abteilung Attacke. Auch er ist begeistert vom Neuzugang und sieht in ihm nicht nur ein hohes Erfolgs-, sondern auch Spektakelpotenzial. „Das hat er absolut, und er ist ja noch jung, er ist gerade erst am Anfang“, sagt Zickler im Gespräch mit unserer Redaktion. „Was Marcus macht, ist noch sehr wild, da muss noch etwas Ordnung rein. Aber auch dieses Spektakuläre und das Nichtwissen, was als nächstes passiert, kann unserem Spiel sehr gut tun.“ Thuram steht auch für den Überraschungsmoment, das Unberechenbare.

Er ist also jemand, der Roses Idee, Borussias Spiel spektakulärer zu machen, umsetzen könnte. Folgerichtig trägt er die Rückennummer 10 in Gladbach: Er kann der Produzent der Action-Momente sein.

Thurams Kollegen müssen sich künftig darauf einstellen, dass er ein Spieler mit eigenen Ideen ist. An seinem ersten Arbeitstag bei Borussia sagte er über seinen favorisierten Spielstil: „Ich liebe es, Eins gegen Eins zu gehen und so neue Situation zu kreieren.“ Sein Motto ist: „Attacke, Attacke, Attacke.“ Seine Art ist mutig, er scheut seine Gegner nicht. „Ich freue mich einfach darauf, Fußball zu spielen. Egal, ob wie früher vor der Garage mit meinem kleinen Bruder oder gegen den besten Verteidiger der Welt. Wenn ich einen Ball sehe, freue ich mich“, sagte Thuram im Interview mit unserer Redaktion.

Der Sohn des französischen Weltmeister-Spielers Lilian Thuram will sein Ding durchziehen, indes gemeinsam mit seiner Mannschaft. Das könnte spektakulär für die Zuschauer sein, könnte, wenn es wie in Sandhausen läuft, gleichzeitig ein Erfolgsrezept für Borussia sein. „Marcus’ Stärken sind der Tiefgang, die Dynamik, die Abschlussstärke, er kann Bälle festmachen, das passt einfach“, sagt Zickler. Davon, wie gut es passt, wird sich der Großteil der 54.022 Zuschauer im Borussia-Park am Samstag gegen Schalke 04 (18.30 Uhr) beim ersten Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison, überzeugen wollen. Vielleicht wird es ja da schon spektakulär.

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