Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea zeigt sich in guter Form

Embolo da, Thuram wird kommen : Plea blüht bei Borussia mit der neuen Konkurrenz auf

Unter Marco Rose hinterlässt Alassane Plea bislang einen guten Eindruck. Die neuen Stürmer beeindrucken den Franzosen offenbar nicht.

Lange Zeit lief es wie am Schnürchen für Alassane Plea in seiner ersten Saison bei Borussia. Doch nach neun Treffern in der Hinrunde schwächelte er und erzielte nach der Winterpause nur drei weitere Treffer. Auch seine Leistungen waren merklich schwächer als im ersten Saisonabschnitt. Viele fragten sich daher, welches Gesicht Plea unter dem neuen Trainer Marco Rose zeigen würde, der einen Pressing-Stil pflegt, der noch mehr Arbeit vom Strafraum-Stürmer erfordert.

Diese Fragezeichen um Plea vergrößerten das Bemühen der Borussen, nicht nur einen neuen Spieler für die vorderste Offensivreihe verpflichten zu wollen, sondern gleich zwei. In Breel Embolo, der für bis zu 15 Millionen Euro von Schalke 04 verpflichtet wurde, ist der erste Stürmer bereits da. Marcus Thuram, Angreifer beim französischen Erstliga-Absteiger EA Guingamp, wird aller Voraussicht nach der zweite und etwa zwölf Millionen Euro kosten.

Doch Plea macht nicht den Eindruck, als würde ihn die neue Konkurrenz beeindrucken – im Gegenteil. Bislang präsentiert sich der Franzose in einer hervorragenden Frühform. In den Trainingsspielen zeigte Plea durchgehend seine Knipser-Qualitäten. Und auch körperlich hinterlässt er einen richtig guten Eindruck. Auch beim neuen Trainerteam.

„Wenn man die ein oder andere Situation beobachtet hat, weiß man, warum Alassane hier ist und warum er schon in der vergangenen Saison das ein oder andere Tor geschossen hat“, sagt Alexander Zickler, der neue Spezialcoach für die Stürmer, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Alassane ist ein genialer Kicker, ein toller Stürmer, der sich extrem schlau bewegt und auch ein Näschen dafür hat, wo der Ball hinkommt.“

Damit zeigt Plea bereits die Qualitäten, wegen derer Borussia ihn vor etwa einem Jahr für die Rekordablöse von 23 Millionen Euro von OGC Nizza verpflichtet hat. Doch unter Rose wird mehr gefragt sein als die klassischen Stürmer-Fähigkeiten. Und da hat der Franzose noch etwas Nachholbedarf. „Natürlich gibt es Dinge, die er noch nicht so drin hat und die er nicht so mag. Aber diese Arbeit gegen den Ball, die für uns schon bei den Offensivspielern beginnt, ist uns sehr wichtig“, sagt Zickler. „Das muss Alassane sich noch erarbeiten, aber ich glaube, er ist absolut willig. Man sieht auch schon extreme Fortschritte, er hatte auch da bereits richtig gute Momente, wo er in die Zweikämpfe geht.“

Dass das nicht die Parade-Disziplin eines Offensivspielers ist, ist auch Zickler bewusst, der in der Bundesliga von 1993 bis 2005 für Bayern München in 214 Spielen 52 Tore erzielte. „Ich weiß, dass das nicht einfach ist als Stürmer. Du bist eigentlich für den Angriff da, aber mittlerweile beginnt schon die Defensive ganz vorne. Das war früher ganz anders. Sobald der Ball über mich drüber war, war Feierabend für mich. Jetzt müssen die Stürmer zu jeder Zeit unterstützend mitwirken“, sagt Zickler. „Das sind Dinge, die muss Alassane langsam lernen, und da sind wir auch geduldig.“

Und sollte Plea seine Form halten, wird er diese Geduld wohl nicht nur mit Toren, sondern auch mit seiner Arbeit gegen den Ball zurückzahlen.

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