Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea und Yann Sommer waren im Derby gegen 1. FC Köln entscheidend

Jubel nach dem 1:0-Treffer : Plea genießt die Wut der Köln-Fans

Alassane Plea behielt im richtigen Moment die Nerven und erzielte im Derby das entscheidende 1:0. Im Anschluss feierte er den Treffer cool vor den wütenden Fans der Kölner.

Man muss schon eine große Portion Selbstbewusstsein und einen großen Glücksmoment erleben, um sich einer Horde pöbelnder und beleidigender Fans gegenüberzustellen. Alassane Plea nutzte die Sekunden nach seinem Tor zum 1:0 für Borussia im Derby in Köln dafür, um den heimischen Anhängern eine Botschaft zu hinterlassen. Salopp gesagt, könnte die gelautet haben: „Ihr könnt mir gar nichts.“ Während Plea also da vor der Südkurve, in der der harte Kern der Kölner Fans ist, stand, lachte, auf das Borussia-Logo deutete und mit seinen heraneilenden Kollegen die Führung feierte, schlug ihm die Wut der FC-Anhänger entgegen.

Plea aber machte das gar nichts aus, er kostete den Moment aus. Er selbst hat ihn sich erarbeitet, indem er frei vor dem Tor eiskalt blieb und das machte, was er am besten kann: treffen. Es war schon sein 14. Erfolgserlebnis in der Bundesliga, seitdem er vor gut einem Jahr für 23 Millionen Euro von OGC Nizza zur Borussia kam. Diese Investition, das deutete schon seine erste Saison in Deutschland an, war offenbar eine goldrichtige Entscheidung. Plea zeigt sich in einer noch besseren Verfassung als in der vergangenen Saison.

An nahezu jeder gefährlichen Aktion der Gladbacher war er beteiligt, in Köln glänzte er auch als Vorbereiter, zweimal legte er beispielsweise seinem Sturmpartner Marcus Thuram Top-Chancen auf. Weil der Neuzugang diese Möglichkeiten nicht nutzte und auch Plea bei seinen weiteren Versuchen nicht vom Glück verfolgt war, geriet der Gladbacher Sieg doch noch in Gefahr. Doch neben Plea und dem wieder mal auffällig starken Denis Zakaria bewies ein dritter Borusse in Köln seine außerordentliche Frühform: Yann Sommer.

War der Schweizer Keeper lange außen vor in einem von Gladbach dominierten Spiel, stand er in der zweiten Halbzeit plötzlich oft im Mittelpunkt. Ein Schlenzer von Dominik Drexler von der rechten Strafraumkante aus ins lange Eck war der Beginn einer Vielzahl an Chancen der Kölner, die Sommer jedoch allesamt vereitelte. Sieben Paraden zählten die Statistiker am Ende der Partie, darunter starke Reaktionen wie nach einem Kopfball von Simon Terodde. Auch bei Bällen in die Schnittstelle der Gladbacher Abwehr war Sommer stets zur Stelle.

Plea und Sommer waren die Gladbacher, die keine heiße Derby-Atmosphäre aufkommen ließen. Der Stürmer war eiskalt vor dem Tor, der Keeper eiskalt im Tor. Dass ein „kühler Kopf“ in Köln entscheidend sein würde, hatte Borussia-Trainer Marco Rose vor dem Derby gesagt. Dass er in seinem Team Spieler hatte, die diesen bewahrten, war an diesem Tag tatsächlich ausschlaggebend.

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