Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea und Jonas Hofmann im Fokus

Alassane Plea und Jonas Hofmann im Fokus : Borussen werden immer begehrter

Alassane Plea soll im Heimspiel gegen Mainz von einer Delegation der französischen Nationalelf beobachtet werden, Jonas Hofmann ist im Dunstkreis der deutschen Auswahl aufgetaucht. Klar ist damit: Die guten Leistungen Borussias werden bemerkt.

Benjamin Pavard macht Alassane Plea Hoffnung. Das hat Borussias französischer Torjäger der Zeitung „L’Equipe“ verraten. „Das Beispiel von Benjamin Pavard zeigt, dass der Nationaltrainer die Bundesliga verfolgt und man nicht notwendigerweise in einem sehr großen europäischen Klub spielen muss, um nominiert zu werden“, sagte Plea mit Blick auf den Stuttgarter Verteidiger, der von Frankreichs Nationalcoach Didier Deschamps berufen worden war und dann eine tolle WM spielte, die er mit einem Treffer und dem Titelgewinn krönte.

Die Nationalmannschaft seines Landes ist für Plea sicher ein Sehnsuchtsort. Unter dem ehemaligen Verteidiger von Bayern München, Willy Sagnol, hatte er am 4. März 2014 ein 34-minütiges Kurz-Debüt beim 1:0-Sieg der U21 gegen Weißrussland feiern dürfen, danach wurde er nicht mehr nominiert. Nach seinem sensationellen Start bei Borussia – acht Tore in acht Pflichtspielen, davon je eines in den vergangenen vier Bundesligapartien in Folge – ist der 25-Jährige aber möglicherweise wieder in den Fokus seiner Nationalelf gerückt. Zumindest hat die „Bild“-Zeitung vermeldet, der französische Verband habe sich für Gladbachs Heimpartie am Sonntag (18 Uhr/Live-Ticker) gegen den FSV Mainz 05 zwei Plätze auf der Tribüne sichern lassen. Borussia kommentiert die Vergabe von Sitzplätzen an Offizielle nicht.

Klar ist, dass Pleas Start bei Borussia phänomenal war und seine Treffer in den jüngsten beiden Spielen jeweils zum 1:0 gegen Wolfsburg und gegen Bayern München sehenswert waren. Ansatzlos schoss der Franzose zweimal von links knapp vor dem Strafraum derart platziert ins lange Eck, dass nicht nur die jeweiligen Torhütern staunten. Bereits in der vergangenen Saison war Plea bestens aufgelegt, schoss da für OGC Nizza 16 Tore in der Ligue 1, vier in der Europa League und eines im nationalen Pokal. Das machte ihn durchaus begehrt, 23 Millionen Euro Ablöse zahlte Borussia für ihn, er ist der Rekordeinkauf. Dass er Tore schießen kann, war klar, dass er derart gut und schnell einschlagen würde, war kaum abzusehen.

Aufgrund des guten Starts bei und mit Borussia ist es durchaus plausibel, dass sich auch die Verantwortlichen der französischen Nationalelf für Plea interessieren. Fraglich ist, wo sein Platz im 4-2-3-1, das Deschamps spielen lässt, sein soll. Auf den offensiven Außenpositionen sind in Kylian Mbappé und Antoine Griezmann Stürmer vorhanden, an denen Plea so schnell nicht vorbeikommen wird. Bliebe der Platz im Sturmzentrum, den bei der WM und danach Olivier Giroud besetzt hat. Der ist immerhin schon 32 Jahre alt, ein Ende der Karriere damit absehbar. Doch ist Borussias Franzose ein anderer Spielertyp, auch wenn er diese Position in sieben von acht Einsätzen für Gladbach bekleidet hat. Während Giroud sich vorne in die Zweikämpfe haut und vor allem auf seine Außenstürmer ablegt – er wurde Weltmeister, ohne als Mittelstürmer ein Tor bei der WM geschossen zu haben –, ist Plea spielfreudig, beweglich, filigraner. Er wäre eine andere Art Mittelstürmer für „Les Bleus“, an die sie sich vermutlich erst gewöhnen müssten. Immerhin hat der Gladbacher wie Giroud schon nachgewiesen, auch leidenschaftlich verteidigen zu können. Ein Landsmann, der vom Typ her eher dem aktuellen französischen Mittelstürmer-Star entspricht, ist Frankfurts Sébastien Haller. Das direkte Duell zwischen beiden gewann aber Plea beim 3:1-Sieg der Borussen, als er erneut zum 1:0 traf, Haller aber leer ausging.

Denkbar ist es, dass Plea durch seine guten Leistungen und den damit verbundenen Höhenflug Borussias wieder verstärkt auf Deschamps’ Zettel aufgetaucht ist als Nachfolger für Giroud. Überhaupt rücken die Gladbacher nach dem guten Saisonstart ja immer mehr in den Fokus. So hatte Bundestrainer Joachim Löw ja erwähnt, dass er Jonas Hofmann auf dem Schirm habe, der vom neuen 4-3-3-System von Borussias Trainer Dieter Hecking vermutlich am meisten profitiert. Mit seiner Spielintelligenz, Ballsicherheit und großen Laufbereitschaft ist er als Achter im Mittelfeld nahezu gesetzt und prädestiniert dafür, das eigene Spiel zu machen und das des Gegners zu stören. Sechs Vorlagen und zwei Tore in sieben Pflichtspielen sind – was die Scorerpunkte aus Vorlagen und Treffern angeht – ähnlich zu Pleas Wert von acht Toren und einer Vorlage in acht Spielen. Hofmann ist ungemein wertvoll für Borussia in dieser Saison – ob das aber reicht, um selbiges auch in der Nationalmannschaft zu werden, in der es etliche offensive Mittelfeldspieler gibt, die sogar noch torgefährlicher sind als der Gladbacher, ist fraglich.

Was sich dagegen festhalten lässt: Borussias gute Leistungen bisher in dieser Saison werden bemerkt – auch von den höchsten Instanzen.