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Borussia Mönchengladbach Alassane Plea und Co. sind gleich voll da beim Restart

Borussias Stürmer : Plea und Thuram geben Rose recht

Borussias Offensive ist gut in die Rest-Saison reingekommen. Die Franzosen Alassane Plea und Marcus Thuram belegten zudem mit ihren schnellen Toren die Worte von Trainer Marco Rose.

Marco Rose hat ein gutes Gespür für die Befindlichkeit seiner Mannschaft. Diese wähnte Borussias Trainer vor dem Bundesliga-Restart bei Eintracht Frankfurt (3:1) auf Betriebstemperatur. Es dauerte 36 Sekunden, bis Alassane Plea die These belegte, als er den Ball zum ersten Mal ins Tor der Eintracht schoss. Wenig später traf Marcus Thuram, nach kaum sieben Minuten war die Geschichte entschieden.

Für Plea war es das vierte Tor in der Rückrunde. Allerdings waren seit seinem letzten Einschuss beim 2:2 in Leipzig vier Spiele ohne Tor vergangenen. Rechtzeitig für den Endspurt meldete sich Borussias bester Torschütze zurück. Und zwar vehement. Fünfmal schoss er auf der gegnerische Tor. Pech hatte er in der 68. Minute, als er den Pfosten traf. Es wäre ein typischer Plea-Treffer gewesen, so wie er ihn vergangene Saison zum Beispiel in Wolfsburg und München erzielt hatte: Einlaufen von der linken Seite und den Ball mit einem Schlenzer in die lange Ecke platzieren. Diese Szene zeigte einmal mehr die Dynamik und den Tordrang Pleas. „Er hat enormes Tempo mit dem Ball“, staunte der Ex-Borusse Lothar Matthäus bei „Sky“.

Thuram hatte es bei seinem Debüt-Tor 2020 vergleichsweise leicht, er musste den Ball nach der Hereingabe von Ramy Bensebaini nur noch aus kurzer Distanz über die Linie schieben. Doch die Kunst des Torjägers ist es, in so einer Szene zur Stelle zu sein. Das war Thuram zuletzt länger nicht gelungen. So war der erste Treffer seit dem 1. Dezember 2019 durchaus erlösend für den Mann, der so oft schon Borussia Türöffner war in dieser Saison. Jetzt machte er früh den Deckel drauf.

„Es ist schön, dass ich wieder getroffen habe“, sagte Thuram. Sein Eckfahnen-Ritual behielt er bei, indes angepasst an die Zeit mit einer Gesichtsmaske. Auch den Torjubel hatten die Borussen wie angekündigt in eine Coronaschutzverordnung-taugliche Version übersetzt: In Anlehnung an das Computerspiel Fortnite wurden die Arme gekreuzt. „Wir haben nicht drüber gesprochen. Ich wusste, dass es jeder kennt“, berichtete Thuram. Torjubel ist eine internationale und nonverbale Sprache, die jeder versteht, auch kontaktlos kam die Freude der Borussen rüber.

Plea und Thuram haben in Frankfurt den nächsten Schritt in Richtung Tor-Zweistelligkeit getan, insbesondere bei Plea wäre es arg verwunderlich, wenn er nicht zum zweiten Mal in Folge die Zehn-Tore-Marke übertreffen würde. In seiner Debüt-Saison war er zwölfmal erfolgreich. Sein Ziel dürfte es sein, diesen Wert zu überbieten, 13 plus ist also das Thema. Scorerpunkte sammelten auch zwei weitere Mitglieder der Offensivabteilung ein: Jonas Hofmann, der zwar eine Mega-Chance vergab, zuvor aber den tollen Pass auf Plea spielte vor dem 1:0. Und Breel Embolo, der den Elfmeter herausholte, den Bensebaini verwandelte. Neben Hofmann hatten Lars Stindl mit einem fein getretenen Freistoß und Patrick Herrmann, der knapp am langen Pfosten vorbei schoss, noch die Gelegenheit, ihre Tor-Konten aufzustocken.

Auch wenn das Ergebnis angesichts der Qualität der verpassten Möglichkeiten um ein, zwei Tore höher hätte ausfallen können, passte der Eindruck der Abteilung Attacke zum Gesamtbild: Sie ist gut reingekommen in den Rest der Saison. „Wir haben viel trainiert, viel miteinander gesprochen und uns einige Spielanalysen angeguckt. Wir haben uns so gut auf das Spiel vorbereitet“, sagte Thuram. „Wir haben drei Punkte geholt, aber wir müssen noch acht Partien absolvieren, also werden wir uns jetzt auf unser nächstes Spiel gegen Leverkusen konzentrieren.“ Er hat schöne Erinnerungen an Bayer. Im Hinspiel war er beim 2:1 mit einem Tor und einem Assist der Matchwinner.