Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea schoss das einzige Freistoßtor der Saison

Jeweils nur ein Treffer : Bei direkten Freistößen und Ecken fehlt Borussia die Effektivität

Alassane Plea erzielte Borussias bislang einziges Freistoßtor in dieser Saison. Auch bei Ecken gibt es Nachholbedarf bei den Gladbachern.

Laszlo Bénes legte ab und dann sorgte Alassane Plea für eine Besonderheit in der laufenden Saison: Er schoss den Ball durch die löchrige Mauer des FSV Mainz 05 hindurch ins Tor. Borussias bislang einziger Treffer nach einem sofort auf Tor geschossenen Freistoß wurde begünstigt von Torhüter Florian Müller, der die Kugel durchrutschen ließ. Am zweiten Spieltag passierte das, seither hat sich an der Freistoß-Statistik nichts verändert. 13 weitere Versuche fanden nicht den Weg ins Ziel.

Auch in einer anderen Standard-Statistik sind die Gladbacher nicht effektiv, es gibt sogar keinen Bundesligisten, der schlechter dasteht: 97 Ecken haben sie geschossen, nur eine davon führte zu einem Tor. Und das ließ auf sich warten: Es war der 14. Spieltag, als Jonas Hofmann den Ball vor das Tor trat und Ramy Bensebaini diesen mit der Stirn und viel Wucht ins Gehäuse des FC Bayern München beförderte zum 1:1-Ausgleich.

Beide beschriebenen Tore fielen passend. In Mainz schaffte Plea mit seinem Freistoß das wichtige 2:1, gegen die Bayern brachte Bensebaini sein Team, das bis dahin weitgehend unterlegen war, quasi aus dem Nichts zurück ins Spiel. Später verwandelte der Algerier noch einen Elfmeter zum 2:1-Siegtor. Auch in Mainz gab es beim 3:1 zwei Standardtore, denn das 1:1 von Stefan Lainer fiel im Anschluss an eine Freistoß-Hereingabe von Florian Neuhaus, als der Ball nach Pleas Kopfball etwas glücklich zu Lainer flipperte.

Insgesamt haben die Gladbacher neun ihrer 33 Tore nach Standards erzielt. Fünfmal klappte es nach einer Freistoß-Hereingabe, zudem wurden zwei Elfmeter verwandelt, den dritten ließ Breel Embolo gegen Freiburg ungenutzt. Den größten Nachholbedarf gibt es bei Ecken und in der Disziplin „direkter Freistoß“. Das wäre ein Ansatzpunkt für die Rückrunde. Denn gerade in engen Spielen oder in Phasen, in denen sich eine Team spielerisch schwertut, Chancen zu erarbeiten, kann Effektivität bei ruhenden Bällen jeder Art hilfreich sein.

„Wir werden das Thema immer mal wieder aufgreifen“, sagte Co-Trainer Alexander Zickler, der mit Oliver Neuville für die Offensive zuständig ist. Zickler wird beim Thema Torschuss erstmal allgemein bleiben. „Die ruhenden Bälle sind im Moment nicht so sehr im Fokus. Wir müssen erstmal das Spiel auf Schalke aufarbeiten, denn auch da gab es einige Sachen, die wir besser machen können“, erinnerte Zickler an den Freitagabend in Gelsenkirchen, an dem Gladbach weitgehend harmlos blieb. „Grundsätzlich ist wichtig, dass wir zu Abschlüssen kommen, egal, ob es nach Standardsituationen ist oder aus dem Spiel heraus. Wir müssen mutig nach vorn spielen und in der Box Präsenz haben.“ Bei Ecken geht es um das Timing, ebenso bei Freistößen. Letztlich ist es Übungssache. „Nach dem Training fünf, zehn, 15 Minuten ein paar Bälle treten, sich eine Freistoßmauer hinstellen und ein bisschen probieren, um die Technik zu verinnerlichen, um ein Gefühl für den Ablauf zu bekommen, das ist immer ein guter Anfang“, sagte Zickler.

Gladbachs beste Chance nun  beim 0:2 Schalke gab es tatsächlich nach einer Ecke. Hofmann platzierte den Ball wie meistens mit Zug hin zum Tor auf den Kopf von Marcus Thuram, der aus etwa zehn Metern ins lange Ecke zielte, doch Michael Gregortisch, später Vorlagengeber beim 1:0 und Torschütze zum 2:0, klärte auf der Linie. Es wäre kurz vor der Pause das 1:0 für Borussia gewesen und hätte dem Spiel eine andere Richtung geben können. „Freistöße, Eckbälle, Standards generell sind immer eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand Chancen zu kreieren. Was man dazu braucht, sind Überzeugung und Entschlossenheit – beim Schützen oder bei seitlichen Freistößen oder Ecken beim Einlaufen“, sagte Zickler. Was Freistöße angeht, darf man sagen: Kick it like Plea.