Borussias Angreifer Alassane Plea profitiert und liefert

Bielefeld · Was auch immer Alassane Pleas Antrieb für seine Leistung gegen Arminia Bielefeld war: Es war ein guter. Wie der Franzose in Borussias Startelf gerutscht war und wie Trainer Adi Hütter den Auftritt bewertete.

Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik gegen Arminia Bielefeld
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Bielefeld - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Nachdem Alassane Plea im Fünfmeterraum die Glückwünsche seiner Kollegen zum 1:1 gegen Bielefeld entgegengenommen hatte, machte er sich selbst auf den Weg, um jemanden zu herzen. Während Plea in Richtung Bank rannte, wurde schnell klar, dass er nur einen im Blick haben konnte – Marcus Thuram. Und so jubelte der oftmals Gescholtene, Plea, mit dem zuletzt fast nur noch Gescholtenen, Thuram. Als Breel Embolo und Manu Koné sich dazugesellt hatten, fehlte lediglich Ramy Bensebaini, um die sogenannte „French Connection“ zu vervollständigen. Denis Zakaria hatte sich ein paar Tage zuvor verabschiedet nach Turin, Mamadou Doucouré stand nicht im Kader und ihr ehemaliger Vorsitzender, Ibrahima Traoré, sah die Zusammenkunft höchstens vor dem Fernseher.

Pleas Haupt-Intention hinter der separaten Jubel-Aktion an der Seitenlinie wird sich nicht ausmachen lassen. Es war an Jonas Hofmann und Yann Sommer, das Unentschieden einzuordnen, dabei hätte Borussias bester Feldspieler sicher einiges zu erzählen gehabt. Doch der große Schweiger aus Lille hatte immerhin auf dem Platz ein Statement abgegeben, nicht nur des Tores wegen. Vier Schüsse gingen auf sein Konto, inklusive des sehenswerten Flugkopfballes in der 38. Minute nach Hofmanns Hereingabe. Plea verlor zwar fünf Bälle, hatte aber die meisten Pressingaktionen (16). „Für ihn hat’s mich gefreut, weil er in den vorigen Wochen schon sehr gut trainiert hat“, sagte Trainer Adi Hütter. „Er hat sich dieses Tor absolut verdient und über 90 Minuten eine gute Leistung gezeigt.“

Auf der Doppelzehn hatte Hütter den 28-Jährigen zuletzt höchstens als Joker gesehen. Auch diesmal kam er herein, allerdings bereits zwei Tage vor dem Bielefeld-Spiel, nachdem Christoph Kramer positiv auf Corona getestet worden war. „Sehr“ hätte die Nachricht seinen ursprünglichen Plan durchkreuzt, verriet der Trainer. „Chris Kramer hat uns in der Situation als absoluter Führungsspieler und Kommunikator auf dem Platz sicherlich gefehlt“, sagte Hütter, doch der Alternativ-Plan mit Florian Neuhaus‘ Versetzung von der Zehn auf die Sechs neben Manu Koné stand schnell. „Lasso Plea kam dafür in die Mannschaft. Manchmal ist es so, dass genau das dann fruchtet“, sagte der Trainer mit einem Schmunzeln.

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Foto: imago/Frinke

Wie Plea seine derzeitige Rolle sieht, wie es um sein Verhältnis zu Hütter bestellt ist und was der Franzose zu seinen Zukunftsplänen sagt – darüber ließe sich nur spekulieren. Fest steht, dass Plea das erste Ausrufezeichen seit längerer Zeit gesetzt hat mit dem 32. Tor im 110. Bundesligaspiel. Kein Borusse gibt pro Spiel mehr Schüsse ab. Seine 4,67 Aktionen, aus denen Abschlüsse entstehen, werden nur von Hofmanns 5,74 übertroffen, Gladbachs Top-Torschütze kreiert allerdings knapp zwei nach ruhenden Bällen.

Hütter zeigte sich zuversichtlich, dass Kramer schon gegen den FC Augsburg wieder zur Verfügung stehen könnte. Dann würde sich die spannende Frage stellen, ob er die Startelf aus Bielefeld antastet oder nicht. Plea zumindest lieferte dazu keinerlei Anlass. Und Neuhaus, der den gerade lieb gewonnenen Platz auf der Doppelzehn räumte und weiter hinten die meisten Zweikämpfe gewann, wirkte als Sechser erstmals ausreichend stabil.

Die Frage nach Pleas Zukunft (2023 läuft sein Vertrag aus) wird sich so schnell nicht klären. Während er ungefähr mit jedem englischen Klub unterhalb der Güteklasse von Manchester City und Liverpool in Verbindung gebracht wurde und in seiner Heimat gefühlt bei allen außer Paris Saint-Germain gehandelt wurde, hält Plea selbst sich bedeckt. Er erklärte lediglich in einem seltenen Interview, dass er gerne mal für den OSC Lille in seiner Heimatstadt auflaufen würde. „Es ist kein Geheimnis, dass es etwas Besonderes wäre, dort zu spielen, wo deine ganze Familie und deine Freunde leben“, sagte Plea. Auftritte wie am Samstag helfen allen Beteiligten, eine Antwort auf die Zukunftsfrage finden.

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