Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea ist für Samstag fraglich

Trainer und Maestro: Hecking freut sich über Raffael

Borussia empfängt am Samstag (15.30 Uhr) den VfL Wolfsburg – die zweitbeste Heimmannschaft also die drittbeste Auswärtsmannschaft. Zwei Gladbacher fallen definitiv aus, zwei sind fraglich. Trainer Hecking will die Position im Kampf um Europa mit einem Heimsieg weiter verbessern.

Borussia hat im letzten Heimspiel gegen Hertha BSC ihre erste Niederlage (0:3) in dieser Saison im Borussia-Park kassiert, das macht 27 Punkte aus zehn Spielen daheim, nur Borussia Dortmund hat mehr (29). Wolfsburg wiederum hat aus seinen elf Auftritten in der Fremde bislang 20 Punkte geholt, nur die Bayern (27) und wieder Dortmund (22) waren da besser. Deshalb warnt Borussias Sportdirektor Max Eberl: „Wolfsburg wird eine harte Nuss.“ Er ergänzt: „Aber ich bin mir sicher, dass wir mit sehr viel Moral, Ideen und großer Unterstützung der Fans ein gutes Spiel erreichen."

Diese Hoffnung gründet sich auf dem Auftritt bei der Frankfurter Eintracht vergangenen Sonntag, als es nach dem 0:1-Rückstand noch ein 1:1 gab, mit dem man den Neun-Punkte-Vorsprung auf den Kontrahenten hielt. „Jedes Spiel kann eine Richtung geben“, sagte Eberl. „Deswegen war uns wichtig, wie es nach Berlin in Frankfurt weitergeht. Wie wir reagiert haben bei einer der Überraschungsmannschaften der Saison, war schon besonders. Wir haben gegen Berlin eins auf die Nase bekommen, aber dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen kann, hat sie bewiesen.“

Ebenso sah es Dieter Hecking: „Wir haben gerade in der ersten Halbzeit ein richtiges starkes Spiel gemacht“, sagte Borussias Trainer. „Das war die richtige Reaktion auf die Niederlage gegen Berlin. Das ist gut, aber wir wollen jetzt gegen Wolfsburg gewinnen und uns in eine noch bessere Position schieben. Denn jetzt geht es in die heiße Phase, in der Plätze vergeben werden, auf denen es um etwas geht“, ergänzte Hecking. Der 54-Jährige betonte aber auch: „Wir wollen dabei sein, wenn es um Europa geht, aber wir haben keinen Druck. Wir müssen mit Begeisterung und Mentalität ins Spiel gehen, ohne darauf zu gucken, was passiert, wenn man gewinnt.“ Nach dem Berlin-Spiel hatte Hecking moniert, dass einige Spieler wohl das Titelrennen im Kopf gehabt und deswegen den Fokus verloren hätten. Dass Saisonziele das Nahziel Sieg im nächsten Spiel gefährden, soll nicht mehr vorkommen.

Den Trainer, der selbst in Wolfsburg erfolgreich arbeitete, wundert die gute Saison des Tabellensechsten nicht. „Diese Verfassung ist für mich überhaupt keine Überraschung gewesen. Wenn man sich die Mannschaft anguckt: Sie verfügt über sehr, sehr viel Qualität vom Torwart bis zum Mittelstürmer. Die Wölfe haben zwei schlechte Jahre gehabt, aber daraus kann man auch Stärke ziehen. Sie haben zuvor nie diesen Lauf gehabt, den sie jetzt haben. Jetzt haben sie Selbstverständlichkeit und Selbstvertrauen in ihrem Spiel.“

Für das eigene fehlen Borussia am Samstag definitiv Ibrahima Traoré (operativer Eingriff an der Leiste) und Mamadou Doucouré (Muskelbündelriss im Oberschenkel). Nicht mehr auf der Liste der Nicht-Einsatzfähigen standen Jonas Hofmann nach seiner schweren Fußprellung und Raffael nach seiner Operation am gebrochenen Schlüsselbein. Dass Hofmann wieder im Kader stehen wird, ist klar, über Raffael sagte Hecking: „Es ist alles offen bei ihm. Es ist erfreulich, dass er nach seiner Schlüsselbein-OP wieder alles mitmachen konnte im Training, mit Körperkontakt, und auch der Ball gehorcht ihm. Ich bin froh, dass wir jetzt, wo es langsam auf die Zielgerade geht, wieder eine tolle Option mehr im Kader haben. Wir werden es kurzfristig entscheiden, ob er Samstag dabei ist, aber ich hätte kein Problem damit, ihn im Kader zu haben.“

Fraglich ist zudem der Einsatz von Alassane Plea (Magen-Darm-Infekt). Hecking berichtete, der Franzose habe am Donnerstag leicht trainieren können, um „den Kreislauf in Schwung zu bringen“, man müsse aber abwarten, ob er Samstag auflaufen könne. Dass der Stürmer inzwischen nicht mehr so häufig trifft wie noch in der Vorrunde, ist dem Trainer nicht entgangen, er erinnerte aber: „Versetzen wir uns mal in die Lage von Alassane. Er kommt aus Nizza hierher, startet nach kleineren Schwierigkeiten, wo er sich erst einmal an die Körperlichkeit und Intensität in der Bundesliga gewöhnen muss, voll durch. Dann will auf einmal jeder etwas von ihm, alles dreht sich um ihn, er wird Nationalspieler – das war ein Schnelldurchlauf. Dass das dann mal so kommt, dass er mal nicht so trifft, war mir klar. Jetzt sind die anderen gefordert, ihn zu unterstützen. Er wird auf jeden Fall seine Tore machen.“ So wie im Hinspiel – in Wolfsburg erzielte Plea beim 2:2 nach sieben Minuten das 1:0.

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