Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea beschert Borussia den Sieg in Leverkusen

Rheinisches Derby: Plea beschert Borussia den Sieg in Leverkusen

Borussia Mönchengladbach ist in Leverkusen erfolgreich in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga gestartet. Gegen Bayer 04 war es am Ende aber deutlich spannender, als es die Gladbacher wollten.

Rekordeinkauf Alassane Plea wird für Borussia immer wertvoller. Mit seinem zehnten Saisontreffer brachte der 23-Millionen-Euro-Einkauf den 1:0-Sieg der Gladbacher beim rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen auf den Weg. Damit sind die Gladbacher mit einem Ausrufezeichen in die Rückrunde gestartet und haben mit dem dritten Auswärtssieg der Saison sowohl den dritten Platz als auch ihre Champions-League-Ambitionen untermauert - mit nun 36 Punkten aus 18 Spielen.

Trainer Dieter Hecking verzichtete bei der ersten Aufstellung 2019 auf Überraschungen. Im zentralen Mittelfeld bekam Denis Zakaria den Platz neben Jonas Hofmann, den in der Hinrunde meist Florian Neuhaus inne gehabt hatte. Doch Zakaria hat eine überzeugende Vorbereitung hingelegt und sich damit für den Startelfplatz im ersten Rückrundenspiel qualifiziert. Für Matthias Ginter, Hofmann und Lars Stindl war es das Comeback nach ihrer Verletzungspause.

Wie Borussias Aufstellung erwartbar war, so begann auch das Spiel, wie man es hatte erahnen können: Leverkusen versuchte den Ansatz des neuen Trainers Peter Bosz mit viel Elan in die Tat umzusetzen. Der Niederländer ist ein Freund des bedingungslosen Offensivfußballs und so sahen sich die Gladbacher zunächst extrem angriffslustigen Leverkusenern gegenüber.

Doch Hecking hatte einen solchen Verlauf des Spielbeginns geahnt, entsprechend wirkten die Borussen vorbereitet: Den Gastgebern setzten sie in der Defensive Coolness entgegen und ließen sich nur selten überrumpeln. Bayer hatte zwar Aktionen vor dem Tor, doch keine von großer Gefährlichkeit.

Im Spiel nach vorn brauchten die Gladbacher etwas. Es gab einige Ungenauigkeiten in der Chancen-Entwicklung, zu kurze Pässe, zu flapsige Anspiele. Doch dann machten die Borussen Ernst: Lars Stindl passte auf Jonas Hofmann, der legte den Ball an Wendell vorbei, gab ihn weiter zu Alassane Plea – und der Franzose machte sein zehntes Saisontor im gewohnten Stil: eiskalt und präzise. Borussia führte nach 37 Minuten und gefühlt dem ersten echten Torschuss das 1:0. „Ein Schuss, ein Tor, Borussia“, sangen die Fans, die Songzeilen passten haargenau.

Borussia war dieses Tor reifer als der Gegner, der sich zu Beginn austoben durfte, um dann im richtigen Moment kalt erwischt zu werden. Beim bisher einzigen Spiel der Gladbacher gegen ein Team von Peter Bosz, beim 1:6 in Dortmund am 23. September 2017, gab es ähnliche Chancen, die aber nicht genutzt wurden. „Man hat in der letzten Saison gemerkt, dass wir keinen Stoßstürmer hatten, der zehn bis 15 Tore pro Jahr garantiert. Das war ein Puzzleteil, das gefehlt hat. Ich bin sehr froh, dass er jetzt hier ist“, hatte Ginter im Vorfeld es Spiels über Plea gesagt.

Ginter selbst war bei seiner Rückkehr ein wichtiger Faktor im Gladbacher Spiel. Nicht nur, als er einmal im richtigen Moment tackelte, als sich Karim Bellarabi anschickte, gefährlich durchzubrechen. Ginter war ein Stabilisator, und um ihn herum machten alle mit. Hinten cool, vorne cool, so ließ sich Gladbachs erste Bundesliga-Halbzeit des Jahres zusammenfassen.

Leverkusen kam wieder mit Offensivwillen aus der Pause, wollte spürbar die Wende. In der 55. Minute kam Kai Havertz durch, doch der sehr sichere Torwart Yann Sommer warf sich ihm resolut vor die Füße und wehrte den Ball ab. Leverkusen monierte, es sei eine elfmeterreife Aktion gewesen, doch Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte zu Recht sofort an: Ball gespielt.

Glück hatten die Gladbacher in der 68. Minute, als Bellarabi den Pfosten traf. Borussia agierte in dieser Phase zu sorglos und wurde von Bayer tief in der eigenen Hälfte festgenagelt. Nach vorn ging wenig, weswegen es zu wenig Entlastung gab. Hecking brachte Patrick Herrmann für Plea, der nicht viele Aktionen, aber eben eine sehr wichtige hatte. Herrmann sollte mit seiner Schnelligkeit für über die rechte Seite Umschaltsituationen heraufbeschwören.

Einmal kamen die Borussen durch, Hazard setzte Hofmann ein, der aber den Ball am langen Pfosten vorbei schob. So zitterten die Borussen wegen des knappen Resultats bis zum Ende, durften dann aber jubeln, weil Bellarabi auch in der 79. Minuten aus 17 Metern das Ziel verfehlte. Der Ex-Leverkusener Christoph Kramer half in der Schlussphase mit, den Sieg zu sichern – und durfte am Ende mit seinen Kollegen einen optimalen Start feiern. Plea war der Matchwinner, Yann Sommer ein Sieg-Garant, doch war es vor allem eine reife Teamleistung, die den Erfolg möglich machte.

Leverkusen Hradecky - Lars Bender, Tah, Sven Bender, Wendell - Aranguiz - Bailey (69. Alario), Havertz, Brandt, Bellarabi - Volland. - Trainer: Bosz

Mönchengladbach Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl - Hofmann (89. Neuhaus), Zakaria (81. Kramer) - Hazard, Stindl, Plea (71. Herrmann). - Trainer: Hecking

Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin)

Tor 0:1 Plea (37.)

Zuschauer 29.628

Gelbe Karten Sven Bender (3) - Wendt (2), Stindl (2)

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