Borussia Mönchengladbach: Änderungen machen nicht direkt alles besser

Borussia gegen Bremen : Systemwechsel bringt nur ein 1:1

Die Borussen sind mit ihrem Spiel, nicht aber mit dem Resultat gegen Werder Bremen zufrieden. Florian Neuhaus, Torschütze zum 1:0, kündigt aber schon einmal für die kommende Partie in Hannover an: „Da wollen wir uns dann belohnen und drei Punkte einfahren.“

Der Wind der Veränderung weht in diesen Tagen durch den Borussia-Park. Am Dienstag verkündete Manager Max Eberl, dass er den Weg in die Zukunft mit einem neuen Trainer gehen wird. Der aktuelle Coach, Dieter Hecking, wartete nun am Sonntag im Spiel gegen Werder Bremen mit einem bemerkenswerten Wechsel auf: Er änderte erstmals in dieser Saison eklatant das System. Statt im 4-3-3 spielte Borussia gegen Werder Bremen im 3-4-1-2.

Heraus kam ein 1:1, mit dem die Borussen so gar nicht zufrieden waren. „Es ist frustrierend, dass wir unentschieden gespielt haben, weil wir die bessere Mannschaft waren“, sagte Matthias Ginter. „Das Ergebnis ist echt bitter“, befand Christoph Kramer. Auch Florian Neuhaus, der für die 1:0-Führung gesorgt hatte, konnte sich über sein drittes Saisontor nicht wirklich freuen. „Wir haben eine Reaktion gezeigt, aber am Ende stehen wir mit einem Punkt da, das ist zu wenig“, sagte er.

Eine Dreierkette hatte Hecking zuletzt am 7. April 2018 formiert, da gab es ein 2:1 gegen Hertha BSC. Matthias Ginter, Tobias Strobl und Nico Elvedi bildeten am Sonntag das defensive Trio. Christoph Kramer war der Sechser, Denis Zakaria „schwamm“ zwischen Sechs und Acht hin und her, jedoch mehr aus der Tiefe, Florian Neuhaus war eine hängende Zehn, Thorgan Hazard und Patrick Herrmann die vorgezogenen Außenverteidiger, und vorn stürmte neben Alassane Plea Raffael, der erstmals seit dem 3:0 gegen Düsseldorf am 4. November 2018 zur Startelf gehörte. Jonas Hofmann, Fabian Johnson, Oscar Wendt und auch Kapitän Lars Stindl mussten auf die Bank.

„Es war eine der schwersten Entscheidungen für mich. Er ist als Kapitän mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld, aber er hat in den letzten Wochen die Leistung nicht so abgerufen“, erklärte Hecking seine Entscheidung im Fall Stindl. Dass der Trainer angespannt war, zeigte sich, als er ein Sky-Interview abbrach, in dem es um Stindl ging. „Das hatte aber andere Gründe“, sagte Hecking.

Heckings Ansatz mit dem neuen System: Mehr Überzahl-Situationen im Mittelfeld sollte es geben, defensiv wie offensiv, mit dem Ziel, nach hinten mehr Stabilität und nach vorn mehr Aktivität zu haben. „So haben wir sehr mannbezogen und sehr intensiv gespielt, lange Wege gemacht“, erklärte Kramer. „Wir haben uns sehr wohlgefühlt im neuen System und haben die Bremer auch ein Stück weit überraschen können. Sie wussten nicht, wie sie zuordnen sollen“, vermutete Neuhaus. Bremens Trainer bestätigte das. „Borussias Aufstellung hat schon vor dem Anpfiff unsere Köpfe rauchen lassen“, gestand Florian Kohfeld.

Gerade die Konteranfälligkeit in den vergangenen Spielen wollten die Borussen abstellen. Das gelang. „Wir haben nicht viel zugelassen“, befand Ginter. Die Borussen standen hinten recht sicher. Nach vorn wurde es nach 50 Minuten richtig konkret: Elvedi stibitzte Max Kruse den Ball und passte auf den Neu-Zehner Neuhaus, der in die offensive Tiefe startete. Raffael lief mit, doch Neuhaus entschied sich für den Alleingang: Er zog vorbei an Torwart Jiri Pavlenka und traf aus spitzem Winkel zum 1:0. Beim 1:0-Sieg in Mainz hatte Elvedi getroffen, nun spielte er den Pass zur Führung.

Nach der Führung ließ sich Borussia hinten rein drücken. Das ging einige Zeit gut, dann traf Davy Klaassen per Kopf zum 1:1 und verdarb damit die Hoffnung, dass mit vielen neuen Ideen gleich alles anders wird. Weitreichende Erkenntnisse, wohin der Wind der Veränderung Borussia wehen wird, gab es nicht. In Hannover am Samstag wollen die Borussen so engagiert auftreten wie gegen Werder, aber mit mehr Ergebnis-Fortune: „Da wollen wir uns dann belohnen und drei Punkte einfahren“, sagte Neuhaus.

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