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Borussia Mönchengladbach: Adi Hütter "kein Zauberer", Hannes Wolf überzeugt

Stimmen zum 2:2 gegen Viktoria Köln : Hütter ist „kein Zauberer“, aber Wolf ein Zehner

Hannes Wolf gehörte beim 2:2 gegen Viktoria Köln bei Adi Hütters Gladbach-Debüt zu den Borussen, die dafür sorgten, dass das Spiel in der zweiten Halbzeit deutlich besser wurde. Dafür gab es Lob vom Trainer. Der stellte klar, dass es etwas Zeit braucht, seine Ideen umzusetzen.

Die erste richtige Trainingswoche hat Borussias neuer Chefcoach Adi Hütter hinter sich. Und nun auch das erste Testspiel. 2:2 endete dies am Samstag gegen den Drittligisten Viktoria Köln, weil Patrick Herrmann mit seinem sehenwerten Freistoßtor die Halbzeitführung der Gäste ausglich – nach einer zweiten Halbzeit, in der die Borussen deutlich besser spielten als in der ersten.

Einer, der für den Aufschwung sorgte, war der sehr agile Hannes Wolf, der nach dem Seitenwechsel Kapitän Lars Stindl, dessen Ecke Ramy Bensebainis Kopfballtreffer zum 1:0 vorausging, als Single-Zehner ersetzte. „Für das erste Spiel war das ganz okay. Man muss bedenken, dass der Gegner schon einige Zeit länger in der Vorbereitung ist. Ansatzweise hat man gesehen, was für einen Fußball wir spielen wollen, gerade in der zweiten Halbzeit war es besser, da hatten wir mehr Torchancen und haben mehr nach vorn gespielt“, sagte der Österreicher.

„Wir wollen vorn viele Bälle gewinnen und dann so schnell wie möglich durch die Mitte nach vorn spielen“, beschrieb Wolf die Idee des Borussen-Spiels. Er selbst führte in einigen Situationen vor, wie das gemeint ist, indem er hartnäckig den Ball verfolgte und zu erobern versuchte, um dann schnell abzuschließen oder Kollegen wie Alassane Plea in Position zu bringen.

„Das Training bei Adi Hütter macht Spaß, wir machen viel mit dem Ball, das ist gut“, befand Wolf, der beim Freistoß zum 2:2 Herrmann den Vortritt ließ. Er selbst hatte zuvor mit seinem Freistoß mit einem Linksschuss das Ziel verfehlt. Wolf versuchte immer im Tempo nach vorn zu kommen, so war er ein Antreiber hinter den Spitzen. „Ich will da anknüpfen, wo ich in der vergangenen Saison gegen Bielefeld und Bremen aufgehört habe, das ist der Maßstab, den ich mir gesetzt habe. Ich will im Spiel Verantwortung übernehmen, über Verantwortung kann man sich Selbstvertrauen holen“, sagte er.

Er, der Ziehsohn von Marco Rose, nabelt sich von seinem Mentor ab unter Hütter. Dies wird er in der Position hinter den Spitzen tun. „Ich sehe ihn nicht ganz vorn im Angriff, sondern eher auf den Positionen dahinter, weil er sehr flexibel ist. Er wollte ein Zeichen setzen, dass er sich in die Mannschaft spielen will, er war sehr aggressiv, das hat mit gut gefallen“, sagte Hütter. „Ich bin froh, dass ich von Anfang an dabei bin, da kann ich alles aufsaugen, was der Trainer vorhat“, sagte Wolf. Er hat seinen Körper gestählt für die neue Saison, nun ist er begierig auf den Hütter-Fußball – der Mann hat etwas vor in der neuen Spielzeit.

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Was den Hütter-Fußball angeht, wird es noch ein wenig dauern, bis der neue Cheftrainer seine Note richtig ins Spiel einbringen kann, schließlich fehlen aktuell noch viele Stammkräfte, weil sie im EM-Urlaub oder verletzt sind. „Ich bin kein Zauberer. Wir müssen zum Saisonstart parat sein, da müssen die Mechanismen da sein. Natürlich möchte ich meine Elemente reinbringen, aber es ist ja auch nichts komplett anderes im Vergleich zu dem, was die Mannschaft vorher gespielt hat“, sagte Hütter.

„Wir wollen das, was wir gemacht haben, verfeinern“, so beschreibt es Wolf. Er kann sich zum Beispiel gut einen Job in einer Doppelzehn vorstellen. „Das wäre eine Option“, sagte Wolf. Das 4-1-4-1 beim unentschiedenen Hütter-Debüt „war sicherlich auch etwas personalbedingt“, sagte Wolf. „Wir sind ja noch nicht so ins Detail gegangen, das kommt dann eher, wenn alles zurück sind“, sagte er.