1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Adi Hütter erklärt das 1:4 im Derby beim 1. FC Köln

„Riesen-Enttäuschung für den Klub“ : Nur Hütter und Sommer äußern sich zu Borussias Derby-Niederlage

Die meisten Borussen wollten sich nach dem 1:4 beim 1. FC Köln nicht zum Spiel und der eigenen Leistung äußern. Lediglich Torwart Yann Sommer und Trainer Adi Hütter standen Rede und Antwort. Wie die beiden Gladbacher die Derby-Niederlage erklären und was sie zum Fehler von Florian Neuhaus sagen.

Die Köpfe gesenkt, die Masken tief unter die Augen gezogen – so verließen die Gladbacher am Samstagabend eine gute Stunde nach dem Schlusspfiff das Kölner Rheinenergiestadion. Sagen wollte beim Gang aus der Kabine Richtung Mannschaftsbus keiner etwas, zu groß war die Enttäuschung über die eigene Leistung bei der 1:4 Derby-Niederlage gegen den 1. FC Köln.

Der einzige Spieler, der sich zuvor unmittelbar nach dem Abpfiff noch auf dem Spielfeld geäußert hatte, war Yann Sommer, der noch die geringste Schuld an der höchsten Derby-Pleite seit 1996 – damals gab es ein 0:4 – trug. „Es ist sehr enttäuschend, ein Derby mit 1:4 zu verlieren. Ich fand, dass es lange Zeit ein ausgeglichenes Spiel war“, sagte Sommer. Tatsächlich ging das 1:1 zum Zeitpunkt des Ausgleichtreffers durch Jonas Hofmann in der 74. Spielminute in Ordnung.

„Mit dem 1:1 kommen wir zurück ins Spiel. Dann hatte ich das Gefühl, dass wir vielleicht noch einen draufsetzen können. Dann passiert uns ein Fehler vor dem zweiten Tor, das uns aus dem Konzept gebracht hat“, ergänzte Sommer. Denn der eingewechselte Florian Neuhaus leitete mit einem katastrophalen Fehlpass die Wende ein: Mark Uth wusste den Aussetzer von Neuhaus zur erneuten Führung zu nutzen. „Das passiert jedem, das gehört zum Sport dazu“, kommentierte Sommer den Fehler seines Mitspielers.

Gladbachs Coach Adi Hütter wurde auf der Pressekonferenz nach dem Spiel etwas deutlicher. „Es war sicherlich eine absolute Schlüsselszene in dem Spiel, weil es 1:1 steht und das Spiel in beide Richtungen hätte ausschlagen können“, so Hütter, der sein erstes Derby hinterher als „eine Riesen-Enttäuschung für den Klub“ bezeichnete, aber auch sagte: „Wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Und ich trage die Verantwortung.“

Nur 89 Sekunden nach dem 2:1 der Kölner traf Ondrej Duda zum 3:1. „Dass wir postwendend das dritte Tor bekommen, war dann ein Knackpunkt für die Niederlage“, so Hütter, dessen Team mit dem Abpfiff dann noch das 4:1 kassierte. „Das Gegentor war dann sicherlich eines zu viel“, sagte Hütter.

Zwar war die Zweikampfquote mit 52 zu 48 Prozent aus Sicht der Kölner am Ende ausgeglichen, die entscheidenden Duelle entschied aber der FC für sich. „Köln ist uns sehr hoch angegangen, war bissig und aggressiv in den Zweikämpfen, hat sehr emotional Fußball gespielt. Wir müssen in der einen oder anderen Situation sauberer nach vorne spielen und die Zweikämpfe annehmen. Das haben wir teilweise nicht ganz geschafft“, sagte Hütter. Die Devise für die kommenden Tage rief er dann auch noch aus: „Reaktion zeigen, Mund abputzen und so schnell wie möglich aufstehen.“ Zeit zur Aufarbeitung der Partie haben die Borussen nun bis zum Ende der kommenden Woche. Dann gastiert der SC Freiburg sonntags um 17.30 Uhr im Borussia-Park.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 1. FC Köln - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik