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Borussia Mönchengladbach: Adi Hütter bittet nach 0:6 gegen Freiburg um Entschuldigung

Nach 0:6-Debakel gegen Freiburg : Trainer Hütter bittet Borussia-Fans um Entschuldigung

Nach dem 0:6 gegen Freiburg waren die Borussen um Erklärungsversuche bemüht, wirkten letztlich aber ratlos. Trainer Adi Hütter sprach von einer „Schockstarre“ der Gladbacher. Auch Max Eberl, Patrick Herrmann und Jonas Hofmann äußerten sich. Die Stimmen zum Spiel.

„Wir woll'n euch kämpfen sehen“, hallte es am Sonntagabend nach 16 Minuten durch den Borussia-Park. Drei Tore hatten die Gladbacher da bereits kassiert, die 10.025 Zuschauer – die Gästefans mit eingeschlossen – trauten ihren Augen beim Blick auf die Anzeigetafel unter dem Stadiondach nicht. Die Gesänge auf den Rängen wurden von den Borussen auf dem Rasen nicht erhört, mit dem 0:4 durch Nicolas Höfler war das Spiel nach 19 Minuten aus Sicht der Gladbacher komplett gelaufen.

Nur 38 Prozent der Zweikämpfe hatte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter zu diesem Zeitpunkt gewonnen. „Man kann sich nur für unseren Auftritt entschuldigen“, sagte Hütter nach dem 0:6, das Borussias höchste Heimniederlage seit 23 Jahren darstellte. „Unmittelbar nach dem Spiel ist es für mich unerklärlich“, so Hütter, dessen Team sich vor allem ankreiden lassen musste, vier Standard-Gegentore kassiert zu haben. „Wir haben es trainiert, weil wir gewusst haben, dass der SC Freiburg sehr gut bei den Standards ist“, sagte Hütter. Zu den unnötigen Fouls im Mittelfeld, aus denen die Tore resultierten, gesellten sich Passivität, mangelnde Aufmerksamkeit und Konzentration und spätestens mit dem 0:2 nach weniger als fünf Minuten die pure Verunsicherung.

„Wir hatten eine Schockstarre“, sagte Hütter rückblickend. Jonas Hofmann, der all das auf dem Platz miterlebte, sagte zunächst: „Ich hätte gerne ein paar Worte parat, aber heute bin ich sprachlos“. Einige fügte er dann doch noch an: „Es kommt alles zusammen. Wir haben desolat verteidigt. Schon nach dem 0:2 stellt man sich die Frage, ob wir noch in der Kabine sind“, sagte Hofmann und erinnerte noch einmal an die 1:4-Derbyniederlage in der Vorwoche. „Wer gedacht hat, es geht nicht noch tiefer, ist heute eines Besseren belehrt worden“, sagte der Mittelfeldspieler.

Noch deutlicher wurde Patrick Herrmann, der beim Stand von 0:4 in der 29. Minute gemeinsam mit Breel Embolo eingewechselt wurde. „Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht stattgefunden und einen absoluten Scheiß gespielt“, sagte der 30-Jährige, für den die Nicht-Leistung der Borussen ebenso überraschend war wie für alle anderen Beteiligten. „Wenn man die ganze Trainingswoche gesehen hat und das Abschlusstraining würde man nie darauf kommen, dass dann so eine Leistung rauskommt. Wenn man nach 20 Minuten 0:5 hinten liegt, ist es sehr unangenehm. Eine Erklärung dafür zu finden, fällt mir sehr schwer“, sagte Hütter.

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Auch sein Trainer-Kollege Christian Streich, der nach zuvor drei Niederlagen wieder einen Sieg feiern konnte, musste zugeben, dass er so etwas in seiner Karriere noch nie erlebt habe. „Die Mannschaft hat ein herausragendes Spiel gemacht, aber manchmal läuft auch alles. Dann werden die Tore überprüft und dann ist es kein Abseits“, sagte Streich und verwies damit auf die Tatsache, dass der Video-Assistent sich die Freiburger Treffer jeweils noch einmal ganz genau angeschaut hatte.

Gladbachs Manager Max Eberl wollte sich nach dem 0:6 nicht auf eine Trainerdiskussion und die Frage nach möglichen Konsequenzen einlassen. „Man entscheidet sich für einen Weg und das heißt, dass man durch dick und dünn geht“, sagte Eberl und nahm die Mannschaft in die Pflicht. „Ich will, dass daraus gelernt wird. Wir können das nur mit Leistung wiedergutmachen“, so Eberl, den nicht nur die Standard-Gegentore ärgerten, sondern vor allem die ersten beiden Tore, die aus dem Spiel heraus entstanden waren. „Wir lassen uns relativ einfach im Zwei-gegen-Eins auf dem rechten Flügel ausdribbeln. Da sollten wir in der Lage sein, den Zweikampf zu gewinnen“, sagte Eberl, der in den Borussen nach dem Rückstand von draußen einen „aufgescheuchten Hühnerhaufen“ sah.

Herrmann sprach noch das aus, womit alle Borussen konfrontiert sein dürften. „Es wird eine schlaflose Nacht“, sagte Herrmann. Mit einem Montag danach, an dem es rund um den Borussia-Park einiges aufzuarbeiten gilt.

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