Borussia Mönchengladbach: Achterbahn-Fahrt der Spieler bei WM 2018

Borussias WM-Fahrer: Achterbahn-Fahrt mit großem Gladbach-Touch

Fast alle der sieben WM-Borussen sind im Achtelfinale. Genauer: Alle bis auf den Deutschen Matthias Ginter. Ändern konnte er nichts am WM-Aus, denn Borussias Abwehrspieler kam nicht zum Einsatz – als einziger deutscher Feldspieler.

So war es eine rundum frustrierende Russland-Reise für den 24-Jährigen. Denn bei seiner zweiten WM nach 2014 hatte er wenigstens auf den ersten Einsatz gehofft. Er bleibt aber weiter ohne WM-Spiel.

Immerhin filterte der eine oder andere Borussen-Fan die Vorteile des DFB-Debakels für Gladbach heraus: „Matthias Ginter kommt früh und unverletzt zurück“, schrieb einer. Gleiches gilt für den gebürtigen Gladbacher Marc-André ter Stegen (FC Barcelona). Dass er als Nummer zwei hinter Manuel Neuer einsatzlos bleiben würde, war zu erwarten.

Auf ihre Schweizer muss Borussia noch länger warten. Die haben sich mit dem 2:2 gegen Costa Rica für das Achtelfinale qualifiziert. In der Runde der letzten 16 treffen sie am Dienstag (16 Uhr) auf die Schweden. Wäre in der deutschen Gruppe F alles normal verlaufen, wäre es in St. Petersburg zu einem direkten Borussen-Duell gekommen. Doch dafür war die deutsche Mannschaft nicht gut genug bei dieser WM – statt wie erwartet Gruppensieger wurde sie Letzter.

Das dritte Gruppenspiel der Eidgenossen hatte derweil einen extrem hohen Gladbach-Touch. Yann Sommer hielt großartig, hatte am Ende aber Pech, als ihm der Elfmeterschuss von Bryan Ruiz von der Latte an den Hinterkopf prallte und dann ins Netz flog. In der Statistik wird Costa Ricas Ausgleich als Eigentor des Gladbacher Torhüters gewertet. „Es war eine emotionale Achterbahn“, schrieb Sommer später bei Instagram.

Drmic erzielt sein erstes WM-Tor

Denis Zakaria, der für Valon Behrami gekommen war, hatte den Strafstoß verursacht, zumindest definierte Schiedsrichter Clement Turpin seine Aktion gegen Joel Campbell als elfmeterreif. Zakaria und viele andere hegen daran zu Recht ihre Zweifel. Zuvor hatte Borussias Mittelfeldspieler eine Gelbe Karte eingesammelt und seinen Teil zu einem echten Gladbach-Tor bei der WM beigetragen: Seine Hereingabe von der rechten Seite verwandelte der ebenfalls eingewechselte Josip Drmic zur 2:1-Führung. Drmic konnte sein Glück über sein erstes WM-Tor kaum fassen. Den Moment des Schusses zum Glück postete er bei Instagram – weitere Worte sparte er sich, derer bedurfte es auch nicht. Wenige Minuten früher hatte er noch mit dem Schicksal gehadert, weil sein Kopfball am Lattenkreuz gelandet war.

Einen Vorgucker auf die neue Saison gab es für die Gladbach-Fans auch. Denn Rechtsverteidiger Michael Lang wurde eingewechselt - und der wird in der nächsten Saison dem Vernehmen nach für Borussia spielen. Möglich, dass sein Wechsel vom FC Basel an den Niederrhein schon in den nächsten Tagen verkündet wird. Lang kam für Stephan Lichtsteiner ins Spiel. Dieser sah gegen Costa Rica die zweite Gelbe Karte, weswegen Lang, 27, gegen Schweden wohl zur Startelf gehören wird. Was das angeht, sind auch die Einsatzchancen von Nico Elvedi, der als einziger der vier Borussia-Schweizer noch ohne WM-Minuten ist, gestiegen. Fabian Schär ist auch gesperrt, den freien Platz in der Innenverteidigung könnte Elvedi einnehmen.

Theoretisch ist daher denkbar, dass gegen Schweden fünf Gladbacher in der Schweizer Startelf stehen. Wenn Lang bis Dienstag als Zugang verkündet wird, Elvedi sein Debüt feiert, Zakaria Valon Behrami vorgezogen wird und Drmic dank seines Tores im Schweizer Mittelstürmer-Kanon aufrückt, könnte das der Fall sein. Yann Sommer hat seinen Platz im Tor eh sicher.

Neben den Borussen Sommer, Zakaria und Drmic, dem Fast-Borussen Lang und dem Ex-Borussen Granit Xhaka war ein weiterer Gladbacher einigermaßen aktiv am spektakulären 2:2 gegen Cosat Rica beteiligt: Mark Borsch, der zum fünften Mal bei dieser WM als Video-Schiedsrichter im Einsatz war. Als solcher entschied er über die Rücknahme des ersten Foulelfmeters für Costa Rica mit. Es gab zuvor eine Abseitsstellung. Durch das deutsche Vorrunden-Aus sind für Borsch, „seinen“ Schiedsrichter Felix Brych und dessen zweiten Assistenten Stefan Lupp die Chancen gestiegen, erstmals in der K.O.-Runde einer WM zum Einsatz zu kommen. 2014 hatten sie zwei Vorrunden-Spiele geleitet, in Russland kam das deutsche Gespann bislang nur beim 2:1 der Schweizer gegen Serien zum Einsatz.

Hazard spielt mit Belgien um den Gruppensieg

Ob Thorgan Hazard am Donnerstag zu seinem zweiten WM-Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Um 20 Uhr spielen die Belgier gegen England um den Gruppensieg. Beim 3:0 gegen Panama im ersten belgischen Gruppenspiel hatte Hazard sein WM-Debüt gefeiert, beim 5:2 gegen Tunesien war er nicht eingewechselt worden. Wenn Trainer Roberto Martinez angesichts des bereits erreichten Achtelfinales seine Startelf einigermaßen ummodelt, wäre der Borusse ein Kandidat.

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