Borussia Mönchengladbach: 2009 kostete ein 1:1 dem BVB Europa

Duell der Borussen : 2009 verspielte der BVB in Gladbach Europa

2009 machten die Gladbacher mit einem 1:1 gegen Dortmund endgültig die Rettung fix. Es bestand noch eine theoretische Gefahr, in die Relegation zu müssen. Der BVB verspielte die internationalen Ränge.

Die Gefahr war mehr theoretischer Natur, doch sie war vorhanden angesichts der Unberechenbarkeit des Fußballs: Vor dem letzten Spieltag der Saison 2008/2009 gingen die Borussen am 23. Mai 2009 mit dem Restrisiko in das letzte Spiel, unter gewissen Umständen noch abzurutschen auf den Relegationsplatz oder gar noch direkt abzusteigen. Drei Punkte mehr als die hinter ihnen stehenden Konkurrenten Arminia Bielefeld und Energie Cottbus hatten die Gladbacher. Und eine bessere Torbilanz: Bielfeld war vier Tore schlechter, Cottbus sieben.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Schalke 04, für den Roberto Colautti gesorgt hatte nach der Vorarbeit von Oliver Neuville, und dem 1:0 bei Energie Cottbus, bei dem Dante traf, hatte es ein böses 0:5 in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen gegeben, weswegen die Lausitzer und Bielefeld zumindest noch eine vage Hoffnung hegen durften auf die Rettung. Ihre Hoffnung hieß jenseits der dazu nötigen eigenen Erfolge: Borussia Dortmund.

Die Westfalen waren zu Gast im Borussia-Park und hatten im ersten Trainerjahr von Jürgen Klopp das Ansinnen, ins internationale Geschäft einzuziehen. Sie gingen mit einem Vorteil gegenüber dem Hamburger SV ins Rennen, nach Punkten gab es einen Gleichstand (beide 58), doch hatte der BVB die klar bessere Torbilanz (22 Treffer mehr). Ein Sieg in Gladbach hätte die Europa-Reise definitiv klar gemacht.

Doch dazu kam es nicht. Dante, der schon zwei Spiele zuvor in Cottbus das wichtige 1:0-Siegtor in letzter Minute erzielt und so die Grundlage für die fast sichere Rettung gelegt hatte, traf nach 57 Minuten zur Gladbacher Führung. Diese glich Jakub Błaszczykowski nur sieben Minuten später aus.

Doch danach kam zu wenig vom BVB. Und als der Hamburger SV dann in Frankfurt in der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer erzielte, war es vorbei mit den Dortmunder Europa-Plänen. Klopp war nach dem Abpfiff nicht sonderlich erfreut, es gab am Spielfeldrand dann einigen Redebedarf bei den Gelb-Schwarzen.

Gladbach hingegen feierte endgültig die Rettung, die wegen der beiden späten Siegtore gegen Schalke und in Cottbus als „Last-Minute-Rettung“ in die Vereins-Annalen einging. Mit nur 31 Punkten und 39 erzielten Toren belegte Borussia vor zehn Jahren Platz 15 in der Abschlusstabelle, Cottbus kam als 16. auf 30 Zähler, Bielefeld, das vor dem letzten Spiel den späteren Gladbach-Trainer Michael Frontzeck durch Jörg Berger ersetzt hatte, stieg noch als Letzter ab.

Der Blick auf die Schlusstabelle der Saison zeigt indes, wie knapp es war: Hätte es gegen den BVB eine ähnlich hohe Pleite gegeben wie zuvor gegen Leverkusen, dann wäre Cottbus, das Bayer beim Schlussakkord 3:0 besiegte, noch vorbeigezogen. Doch so verabschiedete sich die Borussia vom Niederrhein, die 2008 gerade wieder aufgestiegen war, mit einem achtbaren Ergebnis gegen die reiche Namens-Cousine in eine weitere Saison in der Bundesliga. Und Hans Meyer wurde in seiner zweiten Amtszeit als Gladbach-Trainer zum glücklichen Retter.

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