1500 Fans bei Seoanes erster Einheit Die wichtigsten Personalien beim Trainingsauftakt in Gladbach

Mönchengladbach · Borussia ist bei 32 Grad und vor 1500 Fans in die Saisonvorbereitung gestartet. Unabhängig von möglichen Transfers hatte Gerardo Seoane noch nicht annähernd den finalen Kader beisammen. Der Trainer erklärte, wie es bei Manu Koné aussieht und warum unter anderem Jonas Omlin fehlte.

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Um 10.21 Uhr ging Gerardo Seoane erstmals voran als neuer Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer betrat neun Minuten früher als angekündigt den Trainingsplatz, rund 1500 Zuschauer empfingen Seoane und sein Team mit Applaus. Begehrt waren unter den Gladbach-Fans vor allem die wenigen Schattenplätze an einer Seite des Trainingsplatzes. Während ein Großteil der Zuschauer bei über 30 Grad stehend in der prallen Sonne ausharrte, kamen Borussias Profis auf den Platz ebenfalls ordentlich ins Schwitzen.

„Es waren sehr heiße Bedingungen, aber das kennt man aus der Vorbereitung. Ich habe ja in Portugal gespielt“, sagte Julian Weigl nach der rund 75-minütigen Einheit zum Auftakt in die neue Saison. Dass es kein lockerer Aufgalopp war, bekamen Weigl und seine Kollegen gleich bei einer Passübung zu spüren. „Männer, solche Pässe, das ist nichts“, kommentierte Guido Streichsbier, als Co-Trainer ebenfalls eines der vielen neuen Gesichter, die Ausführung der Übung und forderte die Spieler unter anderem auf, lauter zu sein und sich gegenseitig Hilfestellung zu geben.

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Beobachtet wurde das Training auch von Roland Virkus, Geschäftsführer Sport, und Nils Schmadtke, Gladbachs neuem Sportdirektor. U23-Trainer Eugen Polanski weilte ebenfalls unter den Zuschauern und konnte sich mit Nachwuchsdirektor Mirko Sandmöller einen Eindruck davon verschaffen, wie sich einige Talente unter Profi-Bedingungen schlagen. In Mika Schroers, Shio Fukuda, Simon Walde, Ibrahim Digberekou und Phil Kemper waren fünf Akteure aus der zweiten Mannschaft dabei, um sich bei Seoane zu beweisen. Der wurde auf dem Platz gleich dem Ruf des Sprachtalents gerecht: Nathan Ngoumou bekam auf Französisch erklärt, was Seoane von ihm sehen will.

In Robin Hack, Grant-Leon Ranos und Lukas Ullrich sahen die Fans die ersten Zugänge und konnten sich nach dem Training die ersten Autogramme des Trios sichern. Fabio Chiarodia, der vierte Neue, weilt noch bei der U19-EM. Nicht mit auf dem Platz war Stammtorwart Jonas Omlin, der unter der Woche bereits einige Tage früher als seine Mitspieler eingestiegen war. „Er ist noch dabei, seine kleineren Blessuren auszukurieren. Er wird wahrscheinlich auch noch in den nächsten Tagen fehlen“, sagte Seoane. Ersatztorhüter Jan Olschowsky, den ein Daumenbruch noch zur Pause zwingt, soll zum Start ins Trainingslager am 23. Juli wieder fit sein.

Die Nationalspieler Ko Itakura, Joe Scally, Nico Elvedi und Luca Netz werden spätestens am nächsten Sonntag alle da sei. Bei Manu Koné geht Seoane davon aus, dass er wegen seiner Knieblessur circa bis Mitte August fehlen wird. „Wichtig ist, dass es keine schlimme Verletzung ist. Es wird sich, je nach der kurzfristigen Entwicklung, im Bereich von sechs Wochen bewegen“, sagte der Trainer. Möglicherweise hat sich bis dahin allerdings schon ein neuer Klub für Koné gefunden. Zu diesem Thema äußerte sich Seoane nicht.

Für Gladbach ist es der dritte Sommer nacheinander mit einem Trainerwechsel, doch so sehr wie in diesem Jahr hat sich der Kader in den vergangenen Spielzeiten nicht geändert. Nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Kapitän Lars Stindl, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini und zuletzt Jonas Hofmann möchte Seoane zum Start in die Vorbereitung noch keine konkreten Ziele ausgeben – zu groß ist die Ungewissheit, wie der Kader Ende August nach der Transferperiode aussieht.

„Ich möchte mich nicht auf eine Platzierung festlegen. Es liegen noch ein paar Wochen vor uns. Ich will sehen, wie die Mannschaft trainiert und auf gewisse Sachen reagiert“, sagte Seoane, der die Erwartungshaltung etwas bremste. „Das Mittelfeld ist vielleicht im Moment die Realität. Das heißt nicht, dass wir damit zufrieden sind. Aber wir erwarten auch nicht, dass es in zwei Monaten ganz anders ist. Wir wissen, dass es ein holpriger Weg ist und es auch Rückschlage geben wird.“

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Frischen Wind und Qualität soll in Kürze Franck Honorat reinbringen, um dessen bevorstehende Verpflichtung Seoane kein Geheimnis machte. „Wir sind zuversichtlich, dass es in den nächsten Tagen über die Bühne geht“, sagte der 44-Jährige. Honorat soll den zu Leverkusen gewechselten Hofmann ersetzen. Der 26-Jährige hat in der Ligue 1 bei Stade Brest auf sich aufmerksam gemacht und kommt mit der Empfehlung von 25 Toren und 16 Assists in den vergangenen drei Jahren und wäre der bislang namhafteste Sommer-Transfer.

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