Borussia Mönchengladbach: 0:0 gegen Schalke 04 zum Bundesliga-Auftakt

Nur ein Punkt gegen Schalke : Borussia scheitert an Nübel und dem Pfosten

Im ersten Liga-Spiel des neuen Trainers Marco Rose kommen die Borussen im Westschlager nur zu einem Unentschieden. Es war ein wildes, aber wenig strukturiertes Spiel.

Das erste Spiel der neuen Borussia-Zeitrechnung hat keinen Sieg gebracht. Im Auftaktspiel der Bundesliga-Saison trennte sich das Team des neuen Trainers Marco Rose vom FC Schalke 04 im ausverkauften Borussia-Park am Samstagabend torlos 0:0.

Marco Rose musste neben Jonas Hofmann (Innenbandriss) und Christoph Kramer (Trainingsrückstand) auch auf Tobias Strobl im Mittelfeld verzichten. Der Sechser hatte Knieprobleme. Denis Zakaria übernahm den Job vor der Abwehr, Laszlo Bénes und Florian Neuhaus bildeten die Doppelacht – und davor gab Breel Embolo wie in der zweiten Halbzeit des Pokalspiels beim SV Sandhausen den Zehner. Für den Ex-Schalker war es „ein besonderes Spiel“, das hatte er vorab verraten. Vor Embolo stürmten wie Marcus Thuram und Alassane Plea, es war somit die offensive Wucht, die Schalkes Trainer David Wagner erwartet hatte.

Entsprechend sortierte sich das Spiel. Schalke zog sich zurück und versuchte erst einmal die Ordnung zu halten, Gladbach versuchte, den Gegner zu stressen und lief immer wieder an. Doch war das Borussen-Spiel vor allem wild, weswegen die Aktionen unzusammenhängend wirkten, eher zufällig als geplant. So herrschte viel Unruhe auf dem Rasen, doch klare Möglichkeiten fehlten. Die erste dieser Art hatte sogar das auf Konter ausgerichtete Schalke: Guido Burgstaller schickte Benito Raman, den Neuen aus Düsseldorf, doch der verpasste das 1000. Auswärtstor der Schalker, weil ihm der Schuss völlig missriet.

Auch Borussia konnte ein Torjubiläum schaffen: Zwei Treffer fehlten den Gladbachern zum 1800. Heimtreffer. Bénes, der erstmals seit dem 5. Mai 2017 in der Bundesliga zur Gladbacher Startelf gehörte, wagte einen Schussversuch aus 18 Metern, der jedoch abgeblockt wurde und dann eine leichte Beute von Schalke-Torwart Alexander Nübel war. Kurz darauf verzog Embolo, als er im Strafraum zum Abschluss kam, deutlich.

Der beste Borusse bis dahin öffnete dann mal die meist verschlossenen Räume Richtung Schalker Tor: Zakaria, der defensive sehr gut abräumte, rannte über 40, 50 Meter nach vorn, bediente dann Thuram, der aber hängen blieb. Doch wieder war es eine Einzelleistung. Schalke wirkte bei seinen Offensivaktionen organisierter. Und wenn es schnell wurde, kamen die Gäste auch immer wieder über die Flügel in den Rücken der Gladbacher Abwehr. Was ebenfalls ausblieb: klare Chancen.

83 Prozent der Teilnehmer hatten vor dem Spiel bei einer Umfrage unserer Redaktion auf einen Gladbacher Sieg getippt, nach den ersten 45 Minuten gab es ein torloses Remis, das dem Spielgeschehen durchaus entsprach. „Wir haben noch viel Arbeit“, hatte Rose nach dem Pokalspiel gesagt, und dass es weiterhin so ist, zeigte sich beim Liga-Auftakt. Borussia ist irgendwo auf halbem Weg zwischen neuem und altem Ansatz: Ihr Spiel ist aggressiver und vertikaler, doch im Bemühen darum fehlten die fußballerischen Elemente: Passstafetten, Spielkontrolle und Klarheit im Offensivspiel.

Rose beriet sich dann auch zwischenzeitlich mit seinem Taktik-Experten René Maric, danach bat er in einer Spielpause einige seiner Spieler zur Gesprächsrunde. Natürlich: In Strobl und Kramer fehlten zwei, die ein Spiel mit ihrer Erfahrung temperieren können, und vor allem fehlte das ordnende Passpiel von Jonas Hofmann, der zudem auch das Pressing strategischer angeht als es Embolo tat, der vor allem von seinen Instinkten lebt. So ging es letztlich gegen Schalke darum, irgendwie zu einem guten Ergebnis zu kommen, sich reinzuwerfen in das Spiel, den Erfolg zu erzwingen. Dass der Weg dahin insbesondere über Einzelaktionen führen würde, wurde von Minute zu Minute deutlicher.

Das Publikum spürte das und feuerte Roses Team an. Dann gab es die erste Aktion, wie sie sich der Trainer wünscht: Zakaria fing einen Ball von Matija Nastasic ab, schaltete sofort um, spielte auf Embolo, der Plea bediente – doch der Franzose traf nur den Pfosten (55.). Rose brachte nach 62 Minuten für Neuhaus Fabian Johnson, den Manager Max Eberl öfter als „Strukturspieler“ bezeichnet hat – wohl, um einen zu haben, der für etwas mehr Ordnung sorgt im offensiven Mittelfeld.

Es blieb ein hektisches Etwas, dieses Spiel. Als Benjamin Stamboli verlor den Ball vor dem eigenen Tor, doch Thuram brachte den Ball nicht an Nübel vorbei. Rose brachte Raffael für Embolo, der als Gladbacher schon fünfmal gegen Schalke getroffen hatte. Nach 78 Minuten gab er den ersten Schuss ab, doch Nübel wehrte ab. Der „Maestro“ konnte seine Quote nicht verbessern, Plea scheiterte ebenfalls an Nübel. Und auch Schalke brachte keinen sinnvollen Konter mehr auf den Weg. Es blieb beim 0:0.

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 0:0

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt - Zakaria - Benes, Neuhaus (63. Johnson) - Embolo (77. Raffael) - Thuram (82. Traore), Plea. - Trainer: Rose

Schalke: Nübel - Kenny, Stambouli, Nastasic, Oczipka - McKennie (85. Salif Sane), Mascarell - Caligiuri, Raman (74. Reese) - Burgstaller, Harit (90.+3 Mercan). - Trainer: Wagner

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 54.022 (ausverkauft)

Beste Spieler: Ginter, Zakaria - Nübel, Mascarell

Gelbe Karten: Neuhaus, Benes, Lainer - Stambouli, Caligiuri

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