Borussia Mönchengladach: Jonas Hofmann hofft auf das Spiel in Frankfurt

Borussias Achter verletzt ausgewechselt: Hofmanns Knöchel tut Gladbach weh

Der offensive Mittelfeldspieler Jonas Hofmann musste beim 0:3 gegen Hertha BSC wegen einer Prellung des Sprunggelenks raus. Er hofft, in Frankfurt wieder dabei zu sein.

Jonas Hofmann gönnte seinen Fans einen intimen Einblick. In einer Instagram-Story schickte er ein Foto seines rechten Knöchels in die Welt. Appetitlich sieht das Gelenk darauf nicht aus, es gibt Risswunden und eine beachtliche Schwellung. Die Stollenschuhe des Berliners Marko Grujic hatten Hofmanns Fuß in der siebten Minute des Spiels gegen Hertha BSC erwischt. Grujic „ratschte“ einmal am Knöchel runter, sah Gelb dafür. „Es hat ordentlich gezwiebelt“, berichtete Hofmann später.

Jonas Hofmann präsentierte seinen lädierten Knöchel bei Instagram. Foto: Jonas Hofmann

Borussias Chef-Achter versuchte es nochmal, musste aber nach 34 Minuten raus, kurz nach dem 0:1. „Irgendwann habe ich runtergeguckt, da war der eine Knöchel fast doppelt so dick wie der andere, dann ging es nicht mehr“, sagte er. Die letzten zwei Drittel des Spiels inklusive der Tore zum  0:2 und zum 0:3 verpasste er, weil er im Krankenhaus war. „Soweit nichts Wildes“, schrieb Hofmann zu seinem Fuß-Foto, medizinisch klingt die Diagnose so: schwere Prellung am Sprunggelenk mit Knochenhautreizung.

Wie sehr Hofmanns lädierter Knöchel in den übrig geblieben 55 Minuten Borussia weh tat, darüber lässt sich nur spekulieren. Dass Hofmann in der Zeit, in der er mitwirkte, sehr aktiv war, ist indes Fakt. Er war es auch, der mit seinem Pass die beste Gladbacher Chance einleitete, doch Michael Lang scheiterte an Hertha-Torwart Rune Jarstein. Hofmanns besondere Qualitäten, seine Kreativität, seine Passgenauigkeit, vor allem aber sein Gespür für den richtigen Pressing-Moment, hätten sicher helfen können und Hertha vor mehr Probleme gestellt, als es der Fall war. Das lag auch daran, dass Michael Cuisance, der für Hofmann ins Spiel kam, diesem keine nachhaltigen Impulse geben konnte. Der junge Franzose wollte sich präsentieren, das war offenbar, doch war er übermotiviert und wollte zu sehr glänzen. Ästhetik muss mit Effekt gepaart sein, sonst ist es Kunst um der Kunst Willen. Florian Neuhaus, der neben Hofmann begann, fand auch nicht den Schlüssel, um den Hertha-Code zu knacken.

Ob die Variante, Lars Stindl auf die Acht zurückzuziehen, Alassane Plea dann ins Angriffszentrum zu schieben und mit Patrick Herrmann oder Ibo Traoré mehr Speed auf den Platz zu bringen dem Tag einen anderen Verlauf hätte geben können, ist spekulativ. Hofmann jedenfalls fehlte den Borussen als Strukturgeber. Stindl ließ sich oft weit zurückfallen, um den Jungspunden Cuisance und Neuhaus zu assistieren, doch war dann sein Weg zum Tor oft arg lang. Insgesamt fehlte dem Borussen-Spiel die Tiefe, die nötig gewesen wäre, um Hertha zu schocken. Zu breit war alles angelegt, zu wenig konkret.

So war dann der verletzte Hofmann vielleicht der Gewinner des Tages, weil nochmal deutlich wurde, wie wichtig er ist. Daher ist zu hoffen, dass sein Knöchel nach zwei trainingsfreien Tagen wieder soweit okay ist, dass er sich gut und gewissenhaft auf das Frankfurt-Spiel am Sonntag vorbereiten kann. „Ich will mich nicht festlegen, dass es reicht, aber ich hoffe es mal“, sagte Hofmann.

Er riet allen in der Borussen-Welt, trotz der Niederlage die Contenance zu bewahren. „In den ersten 25 Minuten war es das beste Heimspiel der vergangenen Wochen. Dann ist es abgeflacht. Es ist ein kleiner Rückschlag, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Es wäre auch falsch, jetzt alles infrage zu stellen. Wir lassen Kopf auf jeden Fall oben“, sagte er. Grundsätzliche Fehler im Ansatz der Borussen konnte er nicht ausmachen. „Wir hatten den gleichen Plan wie vorher auch, in 21 Spielen hast du mal eines dabei, in dem es nicht so läuft. Wenn drei, vier Spieler nicht ihr Top-Niveau erreichen, wird es schwierig. Das war gegen Hertha teilweise der Fall. Aber es gibt keinen Grund, negativ zu sein“, sagte Hofmann.

Sein Motto für die nächsten Tage: „Abwarten, abschwellen.“ Wenn das nächste Foto seines Fußes weniger martialisch ist, ist er bereit für Frankfurt.

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