Borussia Mönchenglabach: Borussia will für Europa zurück zur alten Heimstärke

Heimspiel gegen Wolfsburg : Gladbach will Stadion wieder zur Festung machen

Gegen Berlin gab es vor 14 Tagen die erste Heimniederlage der Saison. Nun wollen die Gladbacher im Heim-Doppelpack gegen den VfL Wolfsburg und die Bayern eine neue Serie starten. Das wäre wichtig auf dem Weg nach Europa.

Dieter Hecking war zufrieden. Das 1:1, das sein Team bei Eintracht Frankfurt, immerhin Europa-League-Achtelfinalist, geholt habe, sei die richtige Reaktion auf die erste Heimniederlage der Saison gewesen. So zumindest die Einschätzung des Trainers von Borussia Mönchengladbach. Die fiel arg aus vor 14 Tagen mit dem 0:3 gegen Hertha BSC.

Zuvor hatten die Gladbacher den Borussia-Park zu einer regelrechten Festung gemacht – mit zwölf Heimsiegen in Serie. Der 13. Erfolg am Stück wäre einmalig gewesen in der Klubgeschichte, und vielleicht trug auch das Wissen dazu bei, dass es gegen die Berliner nicht so rund lief. Oder es war die Debatte um den vermeintlichen Titelkandidaten Gladbach, die Köpfe und Beine der Borussen schwer machten.

Doch das ist Vergangenheit. Die Gladbacher sind weiter Dritter und somit Champions-League-Anwärter, der Vorsprung auf den Fünften Leverkusen beträgt sieben Punkte. Den gilt es zu verteidigen. „Dass wir oben dabei bleiben möchten, darüber müssen wir nicht den Deckmantel des Schweigens legen. Wir würden natürlich gerne in der kommenden Saison international dabei sein“, sagte Hecking.

Dass eine gute Heimbilanz auf dem Weg nach Europa unabdinglich ist, darauf hatte Ur-Borusse Berti Vogts schon vor der Saison hingewiesen. „Borussia muss zu Hause wieder ein Macht werden“, sagte er unserer Redaktion. Sie wurde es – und will, nachdem die Festung einmal gefallen ist, diese nun wieder verteidigen. Da kommt ein Heim-Doppelpack gerade recht. Am Samstag kommt der VfL Wolfsburg, ein Woche später Bayern München.

Das Spiel gegen den Rekordmeister ist wie das Saisonfinale am 18. Mai gegen Borussia Dortmund ausverkauft. Für die Partie gegen Wolfsburg, aktuell Sechster und somit ebenfalls Europa-Anwärter, gibt es noch reichlich Karten. Obwohl das Spiel zur von den Fans geliebten Anstoßzeit „Samstag, 15.30 Uhr“ angepfiffen wird, sind keine 46.500 Tickets weg. Dafür sind zum einen die wenig reisefreudigen Wolfsburg-Fans verantwortlich. Von den 2500 Tickets, die den Gästen zur Verfügung gestellt wurden, wurden um die 500 abgenommen. Doch bleiben auch 5000 Plätze leer, die Gladbach-Fans haben könnten.

„Die Art und Weise, wie wir in dieser Saison zu Hause auftrumpfen, sollte eigentlich dafür sorgen, dass der Borussia-Park gegen fast jeden Gegner ausverkauft ist. Es ist verständlich, wenn es ein Spiel an einem Problem-Termin ist, aber samstags um 15.30 Uhr sollte das Stadion schon voll sein“, sagte Borussias Mediendirektor Markus Aretz.

Das Heimspiel gegen Werder Bremen, terminiert für Sonntag, 7. April, 18 Uhr, ist schon fast ausverkauft. Noch hoffen die Gladbacher, dass gegen Wolfsburg viele Kurzentschlossene kommen – denn, das weiß Sportdirektor Max Eberl, „wir brauchen wieder die Unterstützung unserer Fans, es wird wie immer eine komplizierte Angelegenheit“.

Es ist ein Spieltag, der Weichen stellen kann. Acht der ersten Neun der Bundesliga treffen aufeinander. Grundsätzlich, weiß Hecking,  „geht es jetzt in die entscheidende Phase der Saison, in der die interessanten Plätze vergeben werden“. Zwölf Spiele sind übrig, sieben davon bestreiten die Borussen daheim. Mit Heimstärke kann da einiges geregelt werden, zumal einige direkte Konkurrenten dabei sind.

Wie Wolfsburg. Mit dem VfL als Europa-Kandidaten hatten viele Experten nicht gerechnet. Hecking, der Wolfsburg 2015 zum Pokalsieger und Vizemeister machte, ist aber nicht überrascht. „Sie haben aus der erfolgreichen Relegation Stärke gezogen“, sagte Hecking. Seinem Team fehlt trotz der guten ­Rückrundenausbeute (zehn Punkte aus vier Spielen) derzeit die Leichtigkeit, die es in der Hinrunde hatte. Mit „Selbstverständlichkeit und Begeisterung“, sagte Hecking, soll sein Team in die Spiele gehen.

Wolfsburg kann mit einem Sieg auf Distanz gehalten werden. Zugleich würden sich die Borussen ein gutes Gefühl für das Bayern-Spiel erarbeiten. In der Hinrunde brachte der damalige Auswärts-Doppelpack vier Punkte ein (2:2 in Wolfsburg, 3:0 in München). Das wäre auch für die anstehenden Aufgaben, die trotz der vermutlichen Lücken auf den Rängen zumindest gegen Wolfsburg eine Zielsetzung.